1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld
  4. Lokalsport

Corona: TuS 82 Opladen, Leichlinger TV und SG Langenfeld

Handball in der Pandemie : So sieht es in der Handball-Region aus

Die Politik unterbricht ab kommenden Montag die Saisons im Amateursport. Handball-Regionalligist SG Langenfeld hatte das Training schon vorher eingestellt, der Leichlinger TV und der TuS 82 Opladen hatten einige Corona-Fälle.

 Die verschärfte Lage der Corona-Pandemie trifft auch die Handballer in der Region hart. Nachdem bereits im vergangenen Frühjahr die Saisons an Mittel- und Niederrhein ein plötzliches Ende finden mussten, standen die Ligen unterhalb der 3. Liga seit vergangenen Donnerstag erneut still. „Wie im März haben sich die Ereignisse wieder überschlagen“, teilte der Handballverband Niederrhein (HVN) da mit und unterbrach den erst Ende August gestarteten Spielbetrieb inklusive der gemeinsam mit dem Handballverband Mittelrhein (HVM) betriebenen Regionalliga Nordrhein erneut – zunächst bis einschließlich 15. November.

Eine Liga höher sollte dagegen weitergespielt werden: Die Staffeln der 3. Liga sahen keinen Grund für eine Unterbrechung, die Politik am Mittwoch hingegen schon: Nach der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nun klar, dass die Saisons im Amateursport ab kommenden Montag unterbrochen werden, und damit neben Fußball, Volleyball oder Basketball eben auch die Handball-Ligen unterhalb des Profibereichs. Nicht ganz klar ist, ob das auch für die 3. Liga gilt, die vom Deutschen Handball-Bund (DHB) betrieben wird, in der die Spieler aber nicht als Berufssportler gelten. Zunächst sollen die Maßnahmen bis Ende November gelten. Allerdings sollen die Entwicklungen immer wieder neu bewertet werden. Wann es weitergeht, ist damit offen.

Ein Überblick über die derzeitige Lage der Handball-Region:

So plant die 3. Liga: Andreas Tiemann von der spielleitenden Stelle der 3. Ligen erklärte noch vor den Beschlüssen der Politik am Mittwoch, der überwiegende Teil der Spiele in den vier Staffeln (Nord-West, Nord-Ost, Mitte, Süd) habe stattgefunden und man habe schließlich bis Ende Juni 2021 Zeit, um alle Partien auszutragen – notfalls auch ohne Zuschauer. Mit dem flächendeckenden Online-Streaming der Spiele habe man ja für eine Alternative gesorgt. Allerdings: Übersteigt die Zahl der Nachholspiele die Anzahl der Nachholtermine, gebe es mehrere Notfallpläne. „Das machen wir aber immer in Rücksprache mit den Staffeln und Vereinen“, versichert Tiemann.

So plant der Leichlinger TV: Den Klub aus der Blütenstadt traf es zuletzt vergleichsweise hart: Beinahe die gesamte Mannschaft infizierte sich mit dem Coronavirus. Weil viele Akteure weiterhin nicht spielfähig sind, mussten auch die Partien gegen den TuS Opladen, die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II sowie die Bergischen Panther verlegt werden. Der Klub hatte geplant, am 6. November mit dem Auswärtsspiel beim Longericher SC wieder in den Spielbetrieb einzusteigen. Daraus wird nach den politischen Beschlüssen nun nichts. In dieser Woche standen vorerst sportfachärztliche Untersuchungen der betroffenen Akteure an.

So plant der TuS 82 Opladen: Auch beim Aufsteiger aus Leverkusen hat sich der Großteil des Teams inzwischen mit dem Virus infiziert, alle betroffenen Spieler zeigten Symptome. „Wir haben uns alle in Quarantäne begeben und warten nun auf weitere Infos der Gesundheitsämter“, sagt Trainer Fabrice Voigt, der ratlos ist, wie es weitergehen soll. Die für Samstag geplante Partie beim TV Gelnhausen war bereits vor den Beschlüssen der Politik verlegt worden. „Es stellt sich natürlich die Frage, wann die ausgefallenen Spiele nachgeholt werden sollen“, sagt Voigt.

Bei TuS-Manager Volker Leisner wächst indes der Unmut. Aus seiner Sicht räche sich nun der Plan des DHB, große Staffeln zu bilden. „Wir hatten uns möglichst kleine Staffeln gewünscht und hätten zum Beispiel gerne gemeinsam mit Westfalen eine Zwölfer-Staffel gebildet“, sagt Leisner. „Die Zahl der Spiele wäre mit 22 statt 34 erheblich geringer gewesen, die Auswärtsfahrten im Bus weitaus kürzer und damit auch die Infektionsgefahr geringer.“ Nun müsse sich der DHB etwas einfallen lassen, „um dieses Chaos zu beseitigen“. Der Manager sieht den Abbruch der Saison als mögliches Szenario. Bislang haben die Opladener erst ein Spiel absolvieren können.

So wird für die Regionalliga Nordrhein geplant: Die erste Unterbrechung – maßgeblich vorgenommen nach einem Vorstoß des HVM – war vorerst bis zum 15. November geplant. Der HVN hatte notgedrungen nachgezogen, weil Unklarheit über die gemeinsame Regionalliga Nordrhein herrschte und beispielsweise im HVN-Gebiet Duisburg bereits ein Verbot für Kontaktsport erlassen worden war. „Wir haben knapp 95 Prozent der Spiele durchgeführt. Die Ligen haben bis zu sieben Spieltage bereits hinter sich gebracht“, hatte der HVN mitgeteilt und ein vergleichsweise positives Fazit der bislang absolvierten Spielzeit gezogen.

So plant die SG Langenfeld: Die Grün-Weißen stellten vorsorglich den Trainingsbetrieb aller Mannschaften ein, diese Regelung galt zunächst bis zum 6. November, nun werden die Hallen auch darüber hinaus geschlossen werden. „Wir haben eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Spielern. Ich finde es richtig und wichtig, dass jetzt unterbrochen wurde“, sagte der Sportliche Leiter Dennis Werkmeister mit Blick auf die Entscheidung der Verbände. Allerdings habe zuvor – anders als vom Verband kommuniziert – keine Abstimmung mit den Klubs stattgefunden. Bei der SGL habe es mehrere Spieler gegeben, die angesichts der aktuellen Situation nicht weiterspielen wollten. Die Folgen der Unterbrechung seien für den Verein zunächst überschaubar. „Alles was über diese Zwangspause hinausgeht, wird eher bedenklich. Wenn die Saison beispielsweise abgebrochen werden müsste, wäre es für den Handball allgemein und natürlich auch die SGL schwierig, die Zukunft zu planen“, sagte Werkmeister. Er rätselt wie Abteilungsleiter Thorsten Scholl über die Frage, welche Punkte erfüllt sein müssen, damit der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird.

Hinweis: Diese Version wurde nach der Pressekonferenz der Bundeskanzlerin aktualisiert.