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Lokalsport: Boxer ist heiß auf den nächsten Kampf

Lokalsport : Boxer ist heiß auf den nächsten Kampf

Der Monheimer Ercan Tuncel hat bislang alle fünf Profi-Auftritte gewonnen. Nun sucht er einen neuen Gegner.

Es ist schon alleine eine Herkulesaufgabe, die Motivation kontinuierlich auf einem Niveau zu halten. Seit seinem vorherigen Kampf gegen Sinisa Gambelic (Bosnien) musste der Monheimer Profi-Boxer Ercan Tuncel fünf Monate auf einen neuen Gegner warten. Gemeinsam mit Trainer Fazli Vural arbeitete er in dieser Zeit hart an seiner Verfassung. Der Aufwand hat sich jetzt erneut gelohnt, denn Tuncel gewann in der Wuppertaler Uni-Halle auch seinen fünften Profi-Kampf gegen Emir Recepaga.

Es war ein Kampf auf einem physisch sehr hohen Niveau, doch Tuncel zeigte mehr Willensstärke. Zunächst beeindruckte der 25-Jährigen seinen Gegner in der ersten Runde durch einen harten Schlag an den Kopf. "Für die Zuschauer war es auf jeden Fall ein super Kampf", urteilte Tuncel. Anschließend erhöhte der Monheimer stetig den Druck, ehe Recepaga in der vierten Runde eigene gute Aktionen verzeichnete. Danach stabilisierte sich Tuncel wieder und traf seinen Kontrahenten in der sechsten Runde erneut präzise am Kopf.

Hier wankte Recepaga sehr stark, sodass der Ringrichter den Kampf abbrach. Gleichzeitig flog ebenfalls ein Handtuch aus der Ecke von Recepaga in den Ring. Bis dahin hatte der ehemalige Kickboxer allerdings durch seine unorthodoxe Technik insgesamt viel Gegenwehr geleistet. "Ich war gut auf Emir vorbereitet und meine Führhand war letztlich der Schlüssel zum Sieg. Außerdem konnte ich mit meiner rechten Geraden seine Schläge gut abwehren. Am Ende waren meine 15 bis 20 harten Schläge besonders wichtig", erklärte Tuncel.

Der Monheimer konnte bislang seine ersten fünf Profi-Kämpfe im Mittelgewicht (bis 72,6 Kilogramm) für sich entscheiden- und vier Mal gewann er sogar vorzeitig. Mit dieser Bilanz steht er momentan in seiner Klasse auf Rang 22 im Feld der 54 Profi-Boxer. Coach Vural schätzt seinen Schützling hoch ein: "Ercan kapiert schnell, was ich ihm sage. Im Gegensatz zu manchen anderen Boxern ist er fleißig und diszipliniert. Wenn der Junge so weitermacht, wird er von seinem Sport leben können."

Tuncel trainiert weiter zwei Mal täglich. Ab sofort konzentriert er sich ausschließlich auf seine Sport-Karriere, denn er lässt sein Studium der Volkwirtschaftslehre an der Universität Düsseldorf ruhen. "Es läuft sehr gut, weil ich hart trainiere. Ich setze jetzt alles auf die Karte Boxen und ohne meine vielen Sponsoren wäre das erst gar nicht möglich", betont der Monheimer.

Am kommenden Samstag (5. Mai, 18 Uhr, Kölner Werftstraße) möchte er erneut kämpfen, doch dafür muss sich noch kurzfristig ein Gegner ergeben. Für Tuncel ist die Suche ein Problem: "Es war schon schade, fünf Monate auf den nächsten Gegner zu warten und deshalb eine Fernseh-Übertragung zu verpassen. Ich suche jetzt den nächsten Gegner mit einem höheren Ranking, um durch einen Sieg weiter nach vorne zu kommen. Leider meiden mich viele Gegner wegen meines Erfolgs und ich stelle für viele eine zu große Gefahr dar." Der exzellente Techniker hält seine Motivation trotzdem immer auf einem hohen Niveau. Und er sehnt die nächste Herausforderung herbei.

(fas)