Fußball: Big Point: Baumberg muss die Chance nutzen

Fußball : Big Point: Baumberg muss die Chance nutzen

Der gefährdete Fußball-Oberligist hat das 1:2 von Bösinghoven abgehakt. Gegen den Tabellenletzten Wesel soll unbedingt ein Sieg her.

Die acht Spiele in Folge ohne eine Niederlage waren sicherlich kein Zufall. Und genau deswegen kann beim Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) auch nicht plötzlich alles wieder schlecht sein — obwohl das überflüssige 1:2 beim TuS Bösinghoven am vergangenen Wochenende natürlich für geballte Enttäuschung sorgte. Doppelt bitter: Das Team von Trainer Markus Kurth kann keinem was vorwerfen — denn es besiegte sich durch eigene Fehler selbst und verpasste es aus eigenem Verschulden, zum ersten Mal seit langer Zeit die Abstiegsplätze zu verlassen. "Wir haben über alles gesprochen", sagt Kurth, nach dessen Ansicht trotz der Niederlage vieles passte, nur eben das Ergebnis nicht. Das muss sich am kommenden Sonntag (15 Uhr, MEGA-Stadion, Sandstraße) dringend ändern, denn auf dem Programm steht das Heimspiel gegen den Tabellenletzten PSV Wesel-Lackhausen.

Acht Runden vor dem Ende der Saison droht jeder Ausrutscher teuer zu werden. Die Niederlage in Bösinghoven durfte in die Ablage unter die Rubrik "Kann passieren" wandern. Fürs Duell mit dem Letzten gilt jedoch eine andere Kategorie, weil ein Erfolg für die Gastgeber als Pflicht gilt. "Das ist in einer solchen Situation in jeder Liga der Welt so", erklärt Kurth, "wenn Bayern München oder Dortmund gegen Braunschweig spielen, müssen die auch gewinnen." Sicher weiß der SFB-Coach, dass seine Mannschaft etwas tiefer angesiedelt ist. Baumberg ist eher so etwas wie der Spitzenreiter im Tabellenkeller. Bei den Sportfreunden auf Rang 16 beginnt die Zone mit den ganz heißen Plätzen.

Nahezu alle Statistiken sprechen für die Hausherren. Die Sandstraße ist zwar immer noch keine uneinnehmbare Festung, aber die Punkte liegen inzwischen auch nicht mehr zum Mitnehmen bereit. Zuletzt gab es bei drei Versuchen sieben Zähler — 2:1 gegen TuRU Düsseldorf, 1:1 gegen den VfL Rhede, 4:0 gegen den VfB Speldorf. Der Aufsteiger Wesel-Lackhausen konnte auswärts erst einmal gewinnen. Und das 1:0 beim SV Uedesheim stammt zudem aus der Steinzeit der Saison 2013/2014. Damals war es am 28. Juli 2013 der erste Spieltag. Ein Ligarekord sind die 91 Gegentreffer, die der PSV hinnehmen musste, und die 28 erzielten Tore sind der zweitschlechteste Wert aller 20 Mannschaften.

Markus Kurth kennt das Geschäft als Ex-Profi so intensiv, dass er seine Mannschaft trotz allem nachhaltig davor warnt, die Aufgabe auf die etwas leichtere Schulter zu nehmen: "Wir müssen aufpassen. Wesel hat nichts zu verlieren." Ein Beleg dafür war der vergangene Sonntag mit dem 2:1 des Schlusslichts über den ebenfalls stark bedrohten VfB Speldorf. Baumberg wäre im ungünstigsten Fall nicht die erste Mannschaft in der Fußball-Geschichte, die Warnungen ignoriert — und dafür die Strafe kassiert. Darauf wird der SFB-Coach in den Gesprächen vor der Partie hundertprozentig mehrmals intensiv hinweisen.

Rechtzeitig vor der entscheidenden Phase der Saison steht der größte Teil des Personals, das in der Vergangenheit oft dezimiert war, zur Verfügung. In Bösinghoven saßen ausreichend viele Spieler auf der Ersatzbank — darunter offensiv starke Kräfte wie Sebastian Schweers, Necati Ergül oder Ali Daour. Gegen Wesel kehren zudem Uwe Brüggemann und Tolka Tokcan in den Kader zurück. Und das Comeback von Marcel Kalski deutet sich an. Demnach spricht alles für die Sportfreunde. Und eine Portion geballte Enttäuschung reicht den Baumbergern.

(RP)