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Benjamin Schütz überzeugt beim 1. FC Monheim in der Fußball-Oberliga

Porträt Benjamin Schütz : Umsichtiges Vorbild mit Torgefahr

Der 29-jährige Benjamin Schütz ist eine Säule beim Fußball-Oberligisten 1. FC Monheim. Der Aufstieg in die Regionalliga reizt ihn. „Benny hat eine brutale Erfahrung und ist vor dem Tor eiskalt“, lobt sein Trainer Dennis Ruess.

Im Februar hat Benjamin Schütz Größe gezeigt. Kurz vor der wichtigen Partie beim TVD Velbert suchte der Mittelfeldmann des Fußball-Oberligisten FC Monheim (FCM) den Kontakt zu seinem Trainer Dennis Ruess. Obwohl Schütz seinen Platz in der Startelf sicher hatte, nahm er sich kurzfristig zurück. Aufgrund einer Erkältung ließ er seinen Mitspielern den Vortritt, um den Erfolg nicht zu gefährden. „Man kann Benny für solche Aktionen nur danken“, lobt Ruess.

Der Coach nahm die Entscheidung von Schütz als exemplarisches Handeln in seine Besprechung mit auf. Die Mannschaft schätzte Schütz’ Verhalten – und bedachte ihn mit lautem Klatschen. „Für die jungen Spieler ist Benny ein Vorbild, das den Lernprozess vorantreibt“, sagt Ruess. Erst in der letzten halben Stunde wurde Schütz eingewechselt – und sicherte den Punktgewinn beim 1:1. Wie gewohnt stand er im folgenden Spiel gegen die SSVg. Velbert wieder in der Startelf.

Vor drei Jahren wechselte der Mittelfeldmann vom Liga-Rivalen Turu Düsseldorf ins Rheinstadion. Weil er sich direkt pudelwohl fühlte, hat er die Entscheidung nicht bereut. „Ich hatte noch nie so viele Freunde in einer Mannschaft wie hier“, stellt Schütz fest. „Unseren Torwart Johannes Kultscher habe ich erst hier kennengelernt, und vor zwei Jahren war er gleich mein Trauzeuge. Tobias Lippold kannte ich bereits von Turu, und ich habe meinen Beitrag dazu geleistet, dass er hierhin gewechselt ist. Bald wird er der Patenonkel meines Sohnes sein.“ Wenn die Corona-Pandemie abgeflacht ist, lässt Schütz seinen acht Monate jungen Sohn taufen.

Für den 29-jährigen Führungsspieler ist jeder Spieler wichtig, um erfolgreich zu sein. Dass er vor dem Spiel bei TVD Velbert kürzertrat, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit: „Die Mannschaft steht immer im Vordergrund. Natürlich liest man hin und wieder gerne ein paar Zeilen über seine eigene Person, aber das ist auch bei jedem so. Wer in einer bestimmten Phase nicht 90 Minuten spielen kann und das nicht kommuniziert, ist hingegen egoistisch.“

Durch seine Ballsicherheit ist Schütz auf vielen Positionen einsetzbar – als Sechser, Achter, Zehner oder sogar als Mittelstürmer. In mehr als 200 Oberliga-Spielen hat der gelernte Außenhandelskaufmann des Versicherungswesens bereits rund 100 Treffer erzielt. Ruess ist beeindruckt: „Benny hat eine brutale Erfahrung und ist vor dem Tor eiskalt. Ich bin mir sicher, dass er dieses Jahr wieder mit einer zweistelligen Zahl getroffen hätte, wenn die Corona-Pandemie nicht gewesen wäre. Er war unglaublich gut in Form.“ Neben seiner guten Technik verfügt der 1,85 Meter große Schütz auch über eine erhebliche Kopfballstärke. Allerdings will er insbesondere mit seinem linken Fuß noch gefährlicher werden.

Bereits seit rund zehn Jahren ist Schütz in der Oberliga zu Hause. Nach seiner fußballerischen Ausbildung beim SC Kapellen-Erft ging er in dessen Erster Mannschaft einige Schritte in seiner Entwicklung voran. In der Saison 2013/2014 wagte er das Abenteuer bei Turu und setzte sich auch hier durch, bevor es zurück nach Kapellen ging. 2016 wechselte er abermals zu Turu, wo er indes nicht mehr an seine alten Leistungen anknüpfen konnte: „Ich habe mir zweimal den Hüftbeugermuskel angerissen. Deshalb war es nicht die tollste Saison.“

Nachdem Schütz 2017 ins Rheinstadion gewechselt war, konnte er sich nochmals steigern. Gleich in seiner Premierensaison erreichte er eine herausragende Bilanz mit 19 Treffern und vier Vorlagen. „In besonderer Weise zeichnet sich Benny dadurch aus, dass er kontinuierlich an sich weiterarbeitet. Er übernimmt sowohl für sich als auch für die gesamte Mannschaft Verantwortung“, lobt Ruess.

Um auch mit 29 Jahren weiterhin seinen Stammplatz zu verteidigen, schiebt Schütz regelmäßig Extra-Schichten. Auch medizinische Angebote wie Ostheopathie nutzt der Familienvater regelmäßig, um kleinere Blessuren schneller auszukurieren. Nach dem zweiten Platz aus der vergangenen Saison will Schütz nicht stagnieren: „Im neuen Jahr wird die Liga so ausgeglichen sein wie noch nie. Fünf oder sechs Teams rechnen sich den Aufstieg aus. Zwar kann man schnell auf einen Mittelfeld-Platz abrutschen, aber wir wollen weiter oben mitspielen. Die Regionalliga wäre schon eine tolle Erfahrung. “ Bis dahin will Schütz seine Größe weiter unter Beweis stellen.