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Turnen: Beim Jugendturnen kommt es auch auf Leistung an

Turnen : Beim Jugendturnen kommt es auch auf Leistung an

Fleißig üben die Turnerinnen des Richrather SV 08 (RSV 08) Salto und Flickflack am Schwebebalken. In der Turnhalle Götscher Weg bereiten sich die Leistungsriegen (Klassen I bis III) auf kommende Wettkämpfe vor.

Mädchen im Alter von acht bis 13 Jahren treffen sich jeweils dienstags (16.30 bis 19 Uhr) und donnerstags (16.45 Uhr bis 18.30 Uhr) zum Training. "Spaß ist bei uns wichtig. Aber in unseren Leistungsriegen geht es hauptsächlich darum, sich weiterzuentwickeln", sagt Heike Machenbach, die die Mädchen trainiert und früher selber aktiv geturnt hat.

Dass die Einheiten größtenteils sehr intensiv sind, ist sicher nachvollziehbar. Schließlich sind die Anforderungen in diesem Sport hoch: Eine gute Turnerin muss Athletik, Beweglichkeit und Körperspannung aufweisen. "Turnen ist eine sehr komplette Sportart. Wer erfolgreich sein will, muss hart arbeiten", erklärt die Trainerin, deren Schützlinge einzelne Küren erlernen. Die Vorträge beinhalten Pflichtelemente - wie etwa Handstände. Das Kampfgericht bewertet dann bei Wettkämpfen die Leistung der Turnerin. Rund fünf- bis siebenmal pro Jahr präsentieren die Turnerinnen des RSV 08 ihr Können. Zunächst können sie sich bei Turnwettkämpfen des Niederbergischen Turngaus messen, die vor allem in Solingen zu Hause sind. Die Besten qualifizieren sich wiederum für Wettkämpfe des Rheinischen Turnerbundes. Dort gibt es zum Beispiel Landesfinals.

In jüngster Zeit gelang es dem Richrather SV 08 bereits dreimal, in ein solches Landesfinale einzuziehen. Anna Mertes (Jahrgang 2010) Marie Schuler (2011) und Lotta Jakobs (2012) turnten sich jeweils bis in die Schlussrunde durch. Zwei seiner vielversprechenden Nachwuchs-Turnerinnen konnte der Verein allerdings nicht dauerhaft halten, denn sowohl Marie Schuler als auch Lotta Jakobs zog es zur SG Langenfeld (SGL). "Ihr Abgang ist sehr ärgerlich", sagt Machenbach, "denn wir hätten sie natürlich am liebsten noch lange bei uns gesehen. Heute turnen sie bei der Konkurrenz. Auch gegen die SGL treten wir bei den Wettkämpfen an." Die beiden Turnerinnen seien vor allem deshalb gewechselt, weil die "SGL ein größerer Verein als wir ist. Bei ihnen gibt es mehr Teilnehmerinnen in den Trainingsgruppen".

Trotzdem kann der Richrather SV 08 einen ganz eigenen Charme vorweisen. Er besticht durch ein familiäres Umfeld und übersichtliche Strukturen. Machenbach: "Ganz klar: Ich bin in Richrath groß geworden und will unsere Leistungsriege nicht missen. Heutzutage kann ich bei den Mädels feststellen, dass sie sich hier sehr wohlfühlen und mit viel Spaß bei der Sache sind. Das ist ein wichtiger Faktor, der einigen anderen Klubs fehlt. Gemeinsam haben wir noch viel vor."

Deshalb arbeitet die Übungsleiterin akribisch weiter - und die sportlichen Erfolge bleiben nicht aus. Im Jahr 2013 holte der RSV 08 bei einem Mischwettkampf mit Leichtathleten und Geräteturnern in Solingen immerhin fünf Goldmedaillen. Damit solche Lichtblicke in Zukunft nicht ausbleiben, werden die Turnerinnen nicht nur am Schwebebalken noch viele Stunden üben.

(fas)