Handball: Bei der Borussia: SGL macht sich keinen Stress

Handball : Bei der Borussia: SGL macht sich keinen Stress

Der Handball-Oberligist Langenfeld kann das Spitzenspiel heute Abend beim Tabellenzweiten Mönchengladbach gelassen angehen.

Die Tabelle weist diese Aufgabe für den Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) eindeutig als Spitzenspiel aus. Schließlich tritt das Team um Trainer Leszek Hoft heute Abend (19.45 Uhr) als Dritter beim Zweiten Borussia Mönchengladbach an. "Wir haben überhaupt keinen Stress. Wir werden uns sehr gut vorbereiten, aber wir können das ganz locker angehen", betont Hoft. Seine Mannschaft sieht sich schließlich ganz und gar nicht als Anwärter auf den Titel, den sich nach Ansicht des SGL-Trainers mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin der Spitzenreiter SG Ratingen 2011 sichern wird. Daraus leitet der Coach eine klare Schlussfolgerung ab: "Mönchengladbach hat viel mehr Druck. Die müssen gewinnen."

Ganz stressfrei wird die Angelegenheit jedoch bestimmt nicht über die Bühne gehen, weil sich Langenfeld erst mal einen Weg durch den abendlich Berufsverkehr nach Mönchengladbach suchen muss. Darunter könnte die letzte Vorbereitung vor dem Spiel dann doch leiden — und der SGL-Trainer Hoft hofft sehr, dass alle nach ihren Verpflichtungen in Beruf und Studium pünktlich an Ort und Stelle sein werden. Im Gepäck werden die Langenfelder immerhin die Erkenntnisse einer sorgfältigen Video-Analyse haben. Die Borussia (13:3 Punkte) steht zwar für die bisherigen Aufgaben im Jahr 2014 bei einer besseren Bilanz als Langenfeld (12:6), scheint allerdings nicht unverwundbar zu sein. Mit der 29:31-Niederlage am 21. Februar bei der DJK Adler Königshof büßte die Borussia wichtige Punkte im Kampf um den ersten Platz ein.

Beim Rückblick aufs Treffen aus der Hinrunde ärgern sich die Langenfelder heute noch — weil sie sich vor fast vier Monaten beim 23:25 am 27. November 2013 in der entscheidenden Phase verpfiffen fühlten. Nach der 11:8-Pausenführung büßte die SGL den sicher wirkenden Vorsprung wieder ein — 17:13 (41.), 17:17 (49.). Auf der Zielgeraden gerieten die Gastgeber wenig später sogar entscheidend ins Hintertreffen — 20:23 (55.). Hoft: "Wir hatten die Partie über weite Strecken im Griff. Die Schiedsrichter haben das Spiel mit entschieden."

Erfolgreichster Werfer war Linkshänder Christian Majeres, der damals sieben Treffer erzielte — und jetzt wegen seiner Fußverletzung erneut ausfällt. Linkshänder-Kollege Sven Kniesche, der zuletzt zweimal hintereinander eigens aus der Schweiz angereist war (dort beruflich beschäftigt), steht für ein Spiel mitten in der Woche naturgemäß nicht zur Verfügung. Daraus ergibt sich, dass die SGL auf der rechten Seite im Rückraum erneut improvisieren muss. Um zumindest ein bisschen variieren zu können, rückt Niklas Körner aus der zweiten Mannschaft hoch. Körner, der in den beiden ersten Oberliga-Jahren ohnehin zum Kader der Ersten gehörte, wies erst kürzlich seine Qualitäten nach, indem er zum 37:29 der SGL-Zweiten gegen die Bergischen Panther II zehn Treffer beisteuerte.

Die Spielweise der SGL ergibt sich ein bisschen von selbst, denn sie wird gegen die kompakte Abwehr der Hausherren das höchste mögliche Tempo wählen müssen. Den dafür erforderlichen Aufwand kann Langenfeld aufbringen — weil die Mannschaft am vergangenen Wochenende nicht im Einsatz war und auch am kommenden zusehen darf, was die Konkurrenz anstellt. Das Saisonfinale aus noch drei Etappen geht für Langenfeld erst am 30. März (11.15 Uhr) beim Elften MTV Rheinwacht Dinslaken weiter.

(RP)
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