Lokalsport: Bayer Giants drehen im Schlussviertel mächtig auf

Lokalsport : Bayer Giants drehen im Schlussviertel mächtig auf

Auch ein 15-Punkte-Rückstand im dritten Viertel kann die Bayer Giants Leverkusen gegen Rhöndorf nicht aufhalten. Die Zweitliga-Basketballer (ProB) gewinnen den Schlussdurchgang 34:13 - und das Match 88:75.

Die stehenden Ovationen und die Sprechchöre in der Ostermann-Arena hatten sich die Bayer Giants verdient. Mit einer nicht mehr für möglich gehaltenen Leistungssteigerung in den letzten elf Minuten der Partie gewannen die Basketballer gegen die bis dahin klar überlegenen Dragons Rhöndorf. Mit dem 88:75-Erfolg setzten die Giants das erhoffte Ausrufezeichen gegen den Tabellenzweiten. "Die Jungs haben zusammengehalten und nicht aufgegeben", sagte Trainer Achim Kuczmann.

In der ersten Hälfte hielten die Gastgeber indes nur selten mit. Nach dem ersten Viertel lagen die Leverkusener 17:22 hinten, kamen mit Ron Mvouika, Alexander Blessig, Michael Kuczmann, Donovon Jack und Götz Twiehoff aber etwas besser ins Spiel. Mvouika traf einen schön herausgespielten Dreier, Jack setzte mit einem Korbleger nach, und Blessig beantwortete den Distanzwurf von Anton Geretzki mit einem ebensolchen. Die 26:25-Führung schien aber die letzte Führung des gesamten Spiels gewesen zu sein.

Ein Personalwechsel brachte Sand ins Getriebe. Trainer Achim Kuczmann brachte Marvin Heckel, Tim Schönborn, Calvin Oldham und Bruce Beckford. Jack traf nach einer schönen Einzelaktion, doch gute Versuche erarbeiteten sich die Hausherren kaum noch. So nahm Beckford ohne Not einen Dreier gegen die Hand, was nicht von Erfolg gekrönt war. Heckel war bei seinen Durchstößen Richtung Korb glücklos. Der Aufbauspieler setzte sich mehrere Male schön durch, brachte die Kugel aber nicht im Ring unter.

Bestraft wurde die Mannschaft jeweils umgehend. Teilweise agierten die Rhöndorfer mit bemerkenswerter Sicherheit. Spitzenspieler Kameron Taylor überragte erneut. Der beste Werfer der gesamten ProB war von der Abwehr der Giants nicht zu stoppen. Die Gäste setzten sie so aggressiv unter Druck, dass die zeitweise gar nicht mehr aus der eigenen Deckung herauskamen - haarsträubende Pässe inklusive.

Beim 35:44 zur Halbzeit war freilich noch nichts entschieden. Leverkusen mühte sich, dran zu bleiben, hatte dabei aber vorerst nur mäßigen Erfolg. Mehrere Male führte der Tabellenzweite mit 15 Punkten Unterschied. Die Hausherren schafften es lediglich, in Schlagdistanz zu bleiben - und hofften, das Momentum auf ihre Seite zu bekommen. Die Chance kam kurz vor Ende des dritten Viertels. Tim Schönborn wurde beim Drei-Punkte-Versuch gefoult. Er traf dennoch, und der zusätzliche Freiwurf saß ebenfalls: Calvin Oldham verkürzte auf 54:62.

Den Schwung nahmen die Giants mit in den Schlussdurchgang. Oldham, Schönborn und Blessig brachten die Arena zum kochen. Plötzlich lagen die zuvor in allen Belangen unterlegenen Bayer-Basketballer nur noch mit fünf Punkten hinten. Wenig später platze auch bei Heckel der Knoten. Aus der Distanz machte er seine ersten Punkte. Der starke Rhöndorfer Viktor Frankl-Maus vergab zwei Freiwürfe, was den Giants die Chance zum Ausgleich ermöglichte. Mvouika nahm einen Dreier in Bedrängnis und traf zum 72:72. Die Gäste wirkten anschließend beeindruckt und vergaben gleich mehrere Korbleger.

In der Halle hielt es keinen mehr auf seinem Sitz, als sich Heckel den Ball schnappte und aus der Distanz das 77:72 markierte. Die Giants hatten es nun in der Hand - und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

(RP)
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