Baumbergs Trainerfrage zieht sich endlos

Fußball: Baumbergs Trainerfrage zieht sich endlos

Der Fußball-Oberligist, der in Duisburg antritt, hat auch nach vier Spielen ohne Niederlage noch keinen Chefcoach.

Die Angelegenheit zieht sich hin wie ein alter Kaugummi, der längst keinen Geschmack mehr hat. Beim Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) ist jedenfalls offiziell immer noch keine Entscheidung darüber gefallen, wer denn das Amt des mitten in der Vorbereitung zurückgetretenen Cheftrainers Andreas Franke übernehmen könne – der eigentlich der Nachfolger von Salah El Halimi werden sollte. Baumbergs Erfolgscoach hatte in der Endphase der vergangenen Serie erklärt, aus privaten und beruflichen Gründen eine Pause vom Fußball einzulegen. Seit dem Franke-Aus ist nun in erster Linie Co-Trainer Francisco Carrasco für die Mannschaft verantwortlich. Dessen „Regierungszeit“ existiert mittlerweile in der Meisterschaft seit dem 12. August – also seit mehr als einen Monat. Nach einem schleppenden Start sind die Baumberger inzwischen offensichtlich auf dem Weg, die Folgen der Katastrophen-Vorbereitung mit wenig Personal aufzuarbeiten. Beleg: Die vergangenen vier Partien brachten acht Punkte. Baumberg ist jetzt Neunter (neun Punkte) und steht vor dem Spiel beim Letzten FSV Duisburg (Sonntag, 15 Uhr).

Eine Entscheidung in der offenen Trainerfrage wird erst fallen, wenn der Vorsitzende Jürgen Schick aus dem Urlaub zurück ist. Dann müssen sich die Sportfreunde zugleich intensiv mit dem Los beschäftigen, dass ihnen für die dritte Runde (Achtelfinale) des Niederrheinpokals den Drittligisten KFC Uerdingen beschert hat. Der Sportliche Leiter Redouan Yotla legt sich darauf fest, dass die Sportreunde das Duell an der Sandstraße austragen sollten – und nicht wieder nach einer Ausweich-Möglichkeit suchen. „Wir sind als Verein gefordert, das als echtes Heimspiel hinzukriegen“, betont Yotla.

Die Gegenwart ist das Haupt-Thema von Francisco Carrasco, der die einem Eiertanz ähnelnde Trainer-Hängepartie äußerlich gelassen sieht. „Ich habe einfach Bock darauf, mit der Mannschaft zu arbeiten“, sagt Carrasco, „wir ziehen unser Programm einfach voll durch.“ Das aktuelle Leistungsvermögen des Teams sieht er inzwischen bei ungefähr 80 Prozent – was deutlich mehr als vor einem Monat ist und auf der anderen Seite einige Luft nach oben lässt. Ein gutes Beispiel: Robin Hömig. Der Mittelfeldmann, in zwei Jahren in Folge jeweils Baumbergs erfolgreichster Torschütze, verpasste die beiden ersten Saisonspiele – und rückte direkt nach der Rückkehr in den Urlaub in die Startformation. Nach dem 2:2 in Hiesfeld und dem 0:0 gegen SW Essen ohne einen Treffer von Hömig ging es bergauf. Zum 3:2 bei Ratingen 04/19 steuerte er zwei verwandelte Elfmeter bei, ehe das 4:2 gegen den SC Düsseldorf-West mit drei Toren manchmal an die guten alten Zeiten erinnerte.

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Die guten Ergebnisse haben sich aufs allgemeine Klima ausgewirkt. „Die Euphorie in der Mannschaft ist gewachsen“, findet Trainer Carrasco, „alles geht ein bisschen einfacher.“ Das richtige Maß an Spannung brauchen die Sportfreunde trotzdem am Sonntag in Duisburg, das als Aufsteiger bei null Punkten mit dem Rücken zur Wand steht und mit viel Kampf vermutlich sehr gerne etwas Zählbares holen will.

Baumberg hat die Chance und die Mannschaft die Verantwortung, eine seriöse Leistung und ein weiteres Argument für die Klärung der Trainerfrage abzuliefern. Alles andere wäre sowieso nicht nachzuvollziehen bei einem Team, das sich gerade erst aus dem Gröbsten herausgearbeitet hat.