Fußball: Baumberger stecken in der Zwickmühle

Fußball : Baumberger stecken in der Zwickmühle

Der Fußball-Oberligist freut sich auf den Niederrheinpokal und RW Essen. Die Partie gegen Sonsbeck ist aber sportlich wichtiger.

Im Hinterkopf dürfte sich vielleicht schon der Abend des 21. November beim Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) festsetzen. Dann tritt die Mannschaft von Trainer Marc Schweiger schließlich im Viertelfinale des Niederrheinpokals gegen den Regionalligisten RW Essen an. Und zumindest auf dem Papier haben die Baumberger für die attraktive Partie immer noch Heimrecht - was ja die Auslosung auch so festgelegt hatte. Weil die Partie aber als Risikospiel eingestuft wurde, hätten die Sportfreunde erstens ein größeres Ausweich-Stadion suchen und zweitens nicht unerheblich in Sicherheits-Auflagen investieren müssen. Deshalb einigten sie sich mit Essen nach einigen Gesprächen auf eine andere Lösung: Die Partie geht jetzt am 21. November um 19.30 Uhr im Stadion an der Hafenstraße über die Bühne. Essen, an größere Zuschauerzahlen gewöhnt, übernimmt die komplette Organisation. Für Baumberg bleibt am Ende die Hälfte des Erlöses aus den Zuschauer-Einnahmen übrig, die im Pokal geteilt werden.

Redouan Yota, der Sportliche Leiter der Sportfreunde, ist mit dieser Entwicklung vollauf einverstanden. "Wir wollten dieses Flutlichtspiel unbedingt. Das wird ein Highlight." Rein atmosphärisch sieht das Trainer Schweiger genauso: "Ich habe früher die Heimspiele unter Flutlicht geliebt." Der Coach muss besonders gut wissen, dass sich dann eine einzigartige Atmosphäre ergibt, weil er vor 20 Jahren selbst als Spieler in Essen unterwegs war. Seiner Einschätzung nach ist es gut möglich, dass mindestens 5000 Zuschauer kommen, um die "Gastgeber" anzufeuern. Zumindest in diesem Punkt werden die Baumberger wenig entgegenzusetzen haben.

Grundsätzlich hat der Verein allerdings andere Sorgen, die momentan die ganze Kraft beanspruchen. Baumberg, zumindest theoretisch mit einem fußballerisch starken Kader für etwas höhere Ansprüche ausgestattet, kommt seit dem ersten Spieltag nicht aus dem Tabellenkeller heraus. Zuletzt gab es eine 2:5-Niederlage beim ebenfalls gefährdeten TuS Bösinghoven. Anstatt die durch das 1:0 gegen den starken 1. FC Bocholt entstandene zarte Pflanze Hoffnung zu stützen, ließ sich Schweigers Elf von beherzt zupackenden Hausherren letztlich die Butter vom Brot nehmen. "Ich habe es vermisst, dass da ein Ruck durch die Mannschaft geht", meinte Yotla. Dahinter verbirgt sich ein Problem der Sportfreunde, denn die Mannschaft kann offensichtlich mit Rückständen nicht besonders gut umgehen. Gerät das Team ins Hintertreffen, gehen die Punkte in der Regel an den Gegner.

Das Fehlen an Konstanz mag unter anderem damit zu tun haben, dass immer wieder wichtige Spieler nicht zur Verfügung stehen. Trainer Schweiger redet davon trotzdem ungerne: "Natürlich muss man sehen, wie viele Leute uns manchmal gefehlt haben. Aber ich will das nicht immer erwähnen, weil es sich nach einer Ausrede anhört." Die aktuell schmerzhafteste Lücke entsteht sicher durch den Ausfall von Marcel Löber (Blinddarm-Operation), der als Linksverteidiger wohl kaum zu ersetzen ist.

Der SV Sonsbeck wird auf Baumberger Nöte allerdings kaum besonders viel Rücksicht nehmen, weil es ihm auf dem vorletzten Platz sportlich sogar schlechter geht. "Das wird ein harter Fight", glaubt der SFB-Coach, "Sonsbeck ist keine Laufkundschaft und hat schon gute Ergebnisse eingefahren." Trotzdem hilft den Sportfreunden ebenfalls nur ein Sieg weiter. Im ungünstigsten Fall müsste sich Baumberg schließlich noch intensiver mit dem Gedanken an den drohenden Abstieg befassen - trotz eines Kaders, der für ganz andere Regionen der Tabelle reichen sollte. Die Sportfreunde müssen gewinnen, um festeren Boden unter den Füßen zu haben. Und nur dann dürfen sie wieder ein paar Gedanken uns Flutlicht-Spiel in Essen verschwenden.

(RP)