Analyse: Baumberger Serie: Die Arbeit zahlt sich aus

Analyse : Baumberger Serie: Die Arbeit zahlt sich aus

Der Fußball-Oberligist ist noch immer gefährdet, kann die Klasse aber inzwischen wieder aus eigener Kraft halten. Auf dem Platz sind klarere Strukturen erkennbar. Und Trainer Markus Kurth kann personell besser variieren. Der Abstiegskampf geht beim TuS Bösinghoven weiter.

Wunder gibt es im Fußball eher selten bis gar nicht. Aber der Oberligist SF Baumberg (SFB) ist gerade drauf und dran, zumindest ein größeres Kunststück auf die Beine zu stellen. Es war der 2. Februar, als die Elf von Trainer Markus Kurth mit einem 0:3 gegen den Tabellenführer SV Hönnepel-Niedermörmter ins neue Jahr startete. Die Welt sah damals im Kampf um den Klassenerhalt trüb aus, weil Baumberg sieben Zähler hinter dem rettenden Ufer lag und mit Platz 17 einen definitiv zum Abstieg führenden Rang einnahm. Anschließend begann dann eine Serie, an die seinerzeit nicht mal die kühnsten Optimisten gedacht hätten. Acht Spiele sind seitdem vergangen, in denen es fünf Siege und drei Unentschieden gab. Das heißt: Baumberg ist zurück im Geschäft und kann sein Saisonziel aus eigener Kraft erreichen.

Den einen ganz großen Grund für den Umschwung sieht Kurth nicht - wohl aber Puzzleteile. Es beginnt mit den personellen Änderungen zur Winterpause. Neuzugang Daniel Somuah (vorher SSVg. Velbert) ist für jede gegnerische Abwehrreihe eine Gefahrenquelle. Der Stürmer bot etwa beim 3:1 über den Wuppertaler SV eine überragende Partie und war am Mittwochabend beim 4:0 über den VfB Speldorf an vielen guten Szenen beteiligt. Somuah erzielte einen Treffer selbst und holte den Strafstoß heraus, den Erkan Ari zum entscheidenden 3:0 verwertete. Zweiter Punkt: Die Mannschaft hat auf dem Platz inzwischen klarere Strukturen und in Kapitän Hayreddin Maslar einen klassischen Führungsspieler. Dritter Pluspunkt: Von der Bank kommt inzwischen mehr Druck als früher. Gegen Speldorf saßen etwa Ali Daour (nach längerer Verletzungspause erst auf dem Weg zu alter Stärke) oder Feintechniker Sebastian Schweers draußen. Dafür konnte Baumberg in Necati Ergül, der sich durch erstklassige Leistungen im Training aufgedrängt hatte, als zweiten echten Angreifer bringen. Ergül verdiente sich den Vertrauens-Vorschuss nachträglich durch eine sehr engagierte Vorstellung.

Der Stürmer, der seinen ersten Startelf-Einsatz in dieser Saison hatte, dient zudem als guter Beleg fürs Baumberger Anforderungsprofil. "Es geht immer um die Einstellung", betont Trainer Kurth, "ich nehme den Jungs nicht übel, wenn sie mal schlecht spielen." Daraus ergibt sich seine "Taktik" für die weiteren Aufgaben: "Wenn jeder alles reinschmeißt, wird es schwierig, uns zu schlagen. Und ich bin mir sicher, dass wir unseren Weg weitergehen." Die nächste Bewährungsprobe in diesem Zusammenhang wartet bereits am Sonntag (15 Uhr) auf die Sportfreunde, denn es steht die Partie beim Elften TuS Bösinghoven auf dem Programm — der zu jenen Kontrahenten gehört, an die sich die Sportfreunde herangerobbt haben.

"Für beide geht es um sehr viel. Ich erwarte ein sehr intensives Spiel auf Augenhöhe", sagt Kurth, dessen Ziel klar ist: "Ich will, dass unsere Serie hält." Dafür müssen die Sportfreunde unter anderem Bösinghovens Torjäger Kevin Dauser in den Griff bekommen, der bereits 23 Saisontore erzielt hat. Im Vergleich dazu nehmen sich die jeweils acht Treffer der erfolgreichsten Baumberger Louis Klotz und Erkan Ari fast bescheiden aus. Auf der anderen Seite sind die Sportfreunde dadurch kaum auszurechnen. Hier liegt ein weiterer Grund dafür, dass Kurths Team so gut unterwegs ist.

(RP)
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