Baumberger quälen sich zum Punktgewinn

Fußball : Baumberger quälen sich zum Punktgewinn

Der Fußball-Oberligist musste sich zum Saisonstart gegen Nettetal mit einem 2:2 begnügen und weitere Rückschläge verkraften.

Es hätte die große Show des Ivan Pusic werden können. Es war ohnehin zunächst eine Geschichte, die so vielleicht nur beim Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) vorkommt. Pusic ist der Kapitän der Mannschaft und er hält die Fäden in der Hand. Der Haken: Der 33-Jährige hat den ersten Teil der Vorbereitung mitgemacht und den zweiten verpasst, weil er sich zum Heimat-Urlaub in Kroatien aufhielt. Weil es viele personelle Probleme gibt und nach dem Aus des in der vergangenen Woche zurückgetretenen neuen (Ex-) Trainers Andreas Franke auch Unruhe, entwickelten die Sportfreunde ihren Plan B für den Saisonstart gestern gegen den SC Union Nettetal. Pusic, der erst am Samstagabend wieder im Rheinland eingetroffen war, stand direkt in der Startelf. Der Einsatz des Routiniers zahlte sich zunächst aus, doch am Ende mussten sich die Gastgeber mit einem 2:2 (2:0) begnügen.

Den Beteiligten fiel es schwer, das Geschehen einzuordnen. Im Teamkreis auf dem Platz ergriff der Sportliche Leiter Redouan Yotla das Wort: „Es gibt im Moment einige Rückschläge, die wir zu verkraften haben. Jetzt wird sich zeigen, ob wir damit fertig werden oder nicht. Wir haben aber keinen Grund, den Platz mit gesenktem Kopf zu verlassen.“ Yotla, am Nachmittag zuvor aus Marokko in Deutschland gelandet, hatte es anschließend eilig, wieder zum Flughafen zu kommen, um das Flugzeug für den Rückflug zu erreichen (private Gründe). Am Mittwochabend (19.30 Uhr) für die Partie beim VfB Homberg wird er erneut zur Mannschaft stoßen.

Baumberg begann ordentlich und bekam duch Dominik Oehlers bald eine gute Chance zur Führung (8.). Wenig später folgte die spektakulärste Szene von Ivan Pusic, der sich das Spielgerät für einen Schuss mit dem linken Fuß zurechtlegte – und aus 16 Metern Entfernung zum 1:0 (15.) ins linke obere Eck traf. Unglücklich für die Gastgeber: Louis Klotz erlitt beim Kopfballversuch nach dem Tritt eines Nettetalers eine zunächst stark blutende Gesichtsverletzung (20.). Nach einer fünfminütigen Behandlung konnte er weitermachen, ehe er seinen Platz zur zweiten Halbzeit doch räumen musste.

In der Phase der Unordnung hatte der SC durch Stürmer Vensan Klicic die Großchance zum Ausgleich, den SFB-Torhüter Daniel Schwabke verhinderte(25.). Dass sich in Unterzahl auch eigene Torgefahr produzieren lässt, zeigte der zweite Treffer. Klotz war wieder zur Behandlung draußen, als Tim Knetsch den Ball zu Alon Abelski weiterleitete – 2:0 (35.).

Nettetal wehrte sich aber nach dem Wechsel. Die Gelegenheit von Petar Popovic konnte Baumbergs Keeper entschärfen (49.), ehe sich die Waage zu neigen begann. Nach dem Foul von Patrick Jöcks an Dominik Dohmen entschied der Unparteiische Florian Heien (Lüttingen) zwei Dinge: Elfmeter für Nettetal und Rote Karte gegen Jöcks (Notbremse). Nachdem die Gäste den Strafstoß zum 1:2 (52./Michael Enger) verwertet hatten, bekamen sie Oberwasser – während die Sportfreunde plötzlich gedankliche Pausen einlegten. Niemand beachtete den Einwurf von Dennis Homann und niemand störte wenigstens ein bisschen den freien Popovic – 2:2 (55.). Später hatten beiden Seiten nur noch jeweils eine vielversprechende Szene. Schwabke wehrte den Klicic-Versuch ab (71.) und Gäste-Schlussmann Tretbar passte bei der sich gefährlich senkenden Hereingabe von Abelski auf (78.).

Der Arbeitstag von Ivan Pusic begann nach rund einer Stunde zu Ende zu gehen und in der 74. Minute vorbei war „Bis dahin war es in Ordnung“, urteilte der Routinier, „wir hatten abgemacht, dass ich durchhalte, solange es geht.“ Mit gemischten Gefühlen sah Co-Trainer Francisco Carrasco, der aktuell nach dem Franke-Aus die meiste Verantwortung hat, das Resultat „Wir haben bis zur Roten Karte ein anständiges Spiel abgeliefert. In Unterzahl war es natürlich nicht einfacher.“

SF Baumberg: Schwabke, Krone, Saka, Jöcks, Bhaskar, Pusic (75. Horiuchi), Klotz (46. Ilbay), Knetsch, Daour, Abelski, Oehlers (60. Mc Gregor).

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