Lokalsport: Baumberg und Regionalliga: Passt das?

Lokalsport : Baumberg und Regionalliga: Passt das?

Der Spitzenreiter der Fußball-Oberliga ist zwölf Spiele in Folge unbesiegt. Sportlich wäre ein Aufstieg kein Wunder mehr.

Es ist immer noch die kalte Jahreszeit, aber zumindest beim Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) laufen die Dinge gerade richtig heiß. Die Mannschaft spielt die beste Saison in der Vereinsgeschichte und ist als Tabellenführer ein Meisterschafts-Kandidat - nicht erst seit gestern, nicht aus Zufall und nicht, weil jemand Woche für Woche ein Füllhorn an Glück ausgießt. Seit dem vergangenen Sonntag hat das Team von Trainer Salah El Halimi als Spitzenreiter bei 44 Zählern vier Punkte mehr als der SV Straelen (40) auf Rang zwei und das Thema Regionalliga liegt damit ernsthafter als jemals zuvor auf dem Tisch. Ob die Sportfreunde dieses Polster in den restlichen 13 Spielen halten können, ist eine spannende Frage - ohne jede Garantie auf eine positive Antwort. Ganz sicher wartet ein Berg an Arbeit auf Spieler und Trainerteam. Auch die Partie morgen (15 Uhr) bei der SSVg. Velbert ist eine Herkules-Aufgabe. "Wir konzentrieren uns komplett auf den sportlichen Teil", betont Trainer El Halimi, "alles andere können wir nicht beeinflussen." Gemeint ist das riesige Paket an Anforderungen, das neben dem fußballerischen Teil auf den Verein zukommt.

Klar ist bisher immerhin, dass der Verein Post vom Verband bekommen hat. Inhalt: Bewerbung für die Regionalliga. Klar ist auch, dass in vier Wochen die Klappe fällt für den Antrag. Weil der 31. März auf einem Samstag liegt, bleiben den Vereinen zwei Tage mehr Zeit - bis zum Montagabend, 2. April. Der Forderungskatalog ist äußerst umfangreich, denn er reicht von einer zu hinterlegenden Bankbürgschaft bis zu deutlich höheren Kosten für die Abwicklung von Spieltagen. Der SFB-Vorsitzende Jürgen Schick sieht das größte Problem in der zu suchenden Spielstätte, weil die Anlage an der Sandstraße keinerlei Anforderungen für die Regionalliga genügt. "Ganz Monheim hat kein solches Stadion vorzuweisen", sagt Schick, "das Thema ist in Bearbeitung und wir führen noch Gespräche, auch mit Sponsoren." Das ist weder ein klares Bekenntnis noch eine deutliche Absage. "Wir sagen jetzt nicht Ja und wir sagen jetzt nicht Nein", bestätigt Schick, der als Chef der Baumberger "Sonder-Kommission Regionalliga" ein Ausweich-Stadion präsentieren müsste.

Denkbar wären wegen der räumlichen Nähe etwa Benrath oder Langenfeld mit dem Stadion an der Jahnstraße - das in der Blütezeit des VfB Langenfeld vor ungefähr 30 Jahren vor ein paar tausend Zuschauern etwa ein Oberliga-Spiel gegen den MSV Duisburg mühelos beherbergte. Der Faktor Zeit dürfte dabei nur eins der vielen Probleme sein, das Baumberg lösen müsste. In rund zwei Wochen soll endgültig feststehen, ob sich der Verein für die Regionalliga bewirbt - oder ob er es wie der aktuelle Vierte TV Jahn Hiesfeld macht, der in dieser Woche seinen Verzicht erklärte. Offizielle Begründung: "Die Fußballabteilung sieht sich nicht der Lage, die personellen und finanziellen Voraussetzungen für ein Spielen in der Regionalliga West zu schaffen."

Trainer Salah El Halimi und seine Spieler wollen ihren Traum von der Meisterschaft unbeeindruckt von äußeren Einflüssen weiterträumen. Die Serie, die zum ersten Tabellenplatz geführt hat, hält nun schon seit dem 8. Oktober 2017. Sie führte vom 1:1 beim Letzten DSC 99 Düsseldorf bis zum 4:0 am vergangenen Wochenende gegen den Vorletzten VfR Krefeld-Fischeln. In der Addition ergeben sich daraus zwölf Spiele hintereinander ohne Niederlage - bei 30 Punkten und 35:12 Toren. Baumberg ist auf dem Weg, den Rekord der SpVg. Schonnebeck einzustellen, die kürzlich 13 Mal in Folge ungeschlagen vom Platz ging - allerdings bei "nur" 29 Zählern und 25:11 Toren. Diese Serie riss erst vor zwei Wochen mit einem 0:1. Ort des Geschehens: Velbert. Damit steht fest, dass Baumberg für ein gutes Resultat vermutlich wieder eine außergewöhnliche Leistung abliefern muss. "Wir stehen in Velbert vor einer großen Herausforderung", sagt Coach El Halimi, der auch noch mal ans schmerzhafte 0:4 aus der Hinrunde erinnert. Dass sich ein ähnliches Ergebnis wiederholt, gilt aber als unwahrscheinlich, obwohl alle Baumberger wissen, dass es sie irgendwann wieder erwischen wird. Den Zeitpunkt wollen sie dafür so lange wie möglich hinausschieben. Gelingt das in Velbert erneut, laufen die Dinge weiter richtig heiß.

(RP)
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