Baumberg und Monheim bieten irres Spektakel

Fußball : Baumberg und Monheim bieten irres Spektakel

Im Lokalderby der beiden Fußball-Oberligisten gab es beim 3:3-Unentschieden keinen Sieger. Gewinner waren aber die 700 Zuschauer.

Eigentlich waren die Akkus der beiden Kontrahenten schon vor dem Anpfiff ziemlich leer, weil sowohl der FC Monheim (FCM), als auch und erst recht die Sportfreunde Baumberg (SFB) anstrengende Niederrheinpokalspiele in den Knochen hatten. Trotzdem boten die Lokalrivalen den rund 700 ins Rheinstadion gepilgerten Zuschauern bei besten äußereren Bedingungen phasenweise ein echtes Oberliga-Spektakel – 3:3 (2:3). Baumberg belegt nach dem siebten Meisterschafts-Spiel hintereinander ohne Niederlage den dritten Rang (22 Punkte), der FCM hat weiter eine Position im gesicherten Mittelfeld (Zehnter/16 Zähler).

Die Gäste, die drei Tage zuvor im Achtelfinale des Niederrheinpokals erst nach einer Verlängerung gegen den Drittligisten KFC Uerdingen verloren hatten (2:3), schienen die Partie vielleicht auch im Wissen um ihre begrenzten körperlichen Reserven früh in die eigene Richtung lenken zu wollen – und so läutete Baumberg eine mitreißende Anfangsphase ein. Bei der ersten Gelegenheit ging der Versuch Alon Abelski knapp daneben (3.), ehe Roberto Guirino kurz darauf nach einer schönen Einzelleistung nicht aufzuhalten war – 1:0 (5.). Die Antwort der Hausherren kam schnell, denn nach einer Ecke von Oguzhan Coruk schraubte sich Kapitän Tim Kosmala in die Höhe und köpfte zum 1:1 (8.) ein.

Dann waren wieder die Sportfreunde an der Reihe: Ballgewinn in der eigenen Hälfte, schnörkelloses Pass-Spiel in hohem Tempo. Schließlich stand Robin Hömig frei, legte den Ball an FCM-Keeper Johannes Kultscher vorbei und besorgte problemlos das 2:1 (11.). Monheim komplettierte die irre Anfangsviertelstunde, als Baumberg selbst einen Freistoß aus dem Halbfeld zu Nikola Aleksic verlängerte – 2:2 (13.).

Nun gönnten sich die Widersacher einen Moment des Durchschnaufens. „Wir waren nach der Partie am Mittwoch stehend k. o. und hätten nach fünf Minuten bereits einige Male auswechseln können“, sagte Baumbergs Trainer Redouan Yotla, der in der zweiten Halbzeit Maximilian Nadidai und Kosi Saka mit muskulären Problemen vom Platz nehmen musste. Gegen defensiv teils ungeordnete Monheimer wussten die Sportfreunde dennoch ihre Offensivstärke auszuspielen.

Guirino fand beim Distanzschuss in Kultscher seinen Meister (21.), aber wenig später war der FCM-Keeper machtlos: Auf der rechten Seite entzogen sich die Baumberger mit einer Kurzpass-Kombination dem Monheimer Pressing und plötzlich war sehr viel Platz für Robin Hömig da, der in den Strafraum eindrang und mit seinem zehnten Saisontreffer das 3:2 (23.) besorgte. Jetzt beruhigte sich die Partie endgültig, denn Erwähnenswertes ereignete sich erst wieder nach dem Seitenwechsel.

„Wir haben es in der ersten Halbzeit vor allem nach hinten nicht so gut gemacht, in der zweiten Halbzeit war es deutlich besser“, fand Kosmala. Der FCM-Kapitän wurde endgültig zum Monheimer „Matchwinner“, als er in der 53. Minute nach einer Ecke sein zweites Kopfballtor erzielte – 3:3. „Wir wussten, dass wir Qualitäten bei Standard-Situationen haben und dass das vielleicht eine Achillesferse beim Gegner ist“, meinte Ruess.

Das wird schon: Die Baumberger Trainer Francisco Carrasco (rechts) und Redouan Yotla litten über 90 Minuten mit ihrer Mannschaft. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)
Drin ist er! Monheim hatte im Derby dreimal die Gelegenheit, sich nach einem Rückstand jeweils noch über den Ausgeich zu freuen. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Und obwohl keine weiteren Tore fielen, blieb die Partie kurzweilig. Zunächst waren Guirino (50.) und Hömig (53.) nah dran an der erneuten Führung für die Sportfreunde, bevor sich den Hausherren mit zunehmender Spieldauer durch Jan Nosel ebenfalls große Gelegenheiten boten (81./86.). „Ab der 70. Minute hat man den Baumbergern das Spiel gegen Krefeld angemerkt. Wenn wir danach in Führung gehen, dann gewinnen wir wahrscheinlich sogar. Aber mit einem Unentschieden gegen die individuell vielleicht beste Mannschaft der Liga sind wir sehr zufrieden“, betonte Ruess. Unter dem Strich wurde die Partie ohnehin dem Prädikat gerecht, etwas Besonderes zu sein – obwohl die Akkus der Kontrahenten eigentlich schon vor dem Anpfiff einigermaßen leer waren.

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