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Fußball: Baumberg trennt sich von Schweiger

Fußball : Baumberg trennt sich von Schweiger

Einen Tag vor dem Beginn der Rückrunden-Vorbereitung steht der abstiegsbedrohte Oberligist ohne Chefcoach da. Der Zeitpunkt ist doch etwas überraschend. Zunächst werden die Assistenztrainer die Mannschaft betreuen.

Nicht wenige verbinden ein neues Jahr mit einem Neuanfang. Der Fußball-Oberligist SF Baumberg (SFB) gehört seit gestern offiziell dazu. Dieser teilte nämlich die sofortige Trennung von seinem Trainer mit. "Die Sportfreunde Baumberg und Chef-Trainer Marc Schweiger beenden mit sofortiger Wirkung ihre sportliche Zusammenarbeit und gehen somit ab sofort getrennte Wege. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Hinrunde und der momentanen sportlichen Situation", heißt es in der offiziellen Mitteilung der abstiegsbedrohten Monheimer.

Das Ende der Zusammenarbeit soll somit angeblich auf keiner Entlassung basieren. Schweiger hatte erst im vergangenen Sommer die sportliche Verantwortung der Mannschaft übernommen.

Wer das abstiegsbedrohte Team, das morgen in seine Rückrunden-Vorbereitung starten möchte, von nun an übernehmen und vor dem Abstieg bewahren soll, steht noch nicht fest. Co-Trainer Christian Ovelhey und Torwart-Trainer Sascha Polensky werden als Interimstrainer einspringen.

Rein sportlich betrachtet ist der Schnitt zur Winterpause nachvollziehbar. Lediglich der Zeitpunkt überrascht dann doch etwas - zu diesem Schluss hätten die Verantwortlichen auch direkt nach dem letzten Hinrundenspiel kommen können. Lediglich vier Siege aus 17 Spielen sind wahrlich keine Bilanz, die unbedingt Werbung für die bisherige Leistung der Mannschaft macht. Seit Anfang November warten die Baumberger auf einen Dreier in der Liga. Dort belegen sie aktuell den 16. Rang, der den Gang in die Landesliga bedeuten würde. Wo genau die Gründe für die schwachen Darbietungen liegen, lässt sich nur schwer festmachen. Auch in Baumberg ist der Trainer das schwächste Glied in dieser Kette.

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"Wir haben uns zusammengesetzt und lange Zeit hin und her überlegt. Nach und nach kristallisierte sich dann das Beenden unserer Zusammenarbeit als die beste Lösung heraus", berichtet Schweiger, der die Baumberger laut eigener Aussage im Guten verlässt. Zufrieden dürfte der Coach mit seiner Zeit in Monheim jedoch nicht sein. "Ich bin damals nicht nach Baumberg gekommen, um nach einem halben Jahr wieder zu gehen", sagt der 45-Jährige. Ohne Zweifel wird der ehemalige Profifußballer noch eine Zeit brauchen, um das turbulente halbe Jahr zu verdauen.

Dieses war vor allen Dingen von "Aufs" und "Abs" geprägt. Die Sportfreunde fanden nie wirklich eine klare Linie in der Saison. Auf bessere Spiele folgten wieder mehrere schwächere und auch intern bewarf man sich nicht immer nur mit Rosen. Ihren Höhepunkt fanden die Unruhen mit dem durch den 1. Vorsitzenden, Jürgen Schick, verhängten Maulkorb. Dieser erteilte Trainer Schweiger und allen Spielern Ende November ein Redeverbot, um für mehr Ruhe innerhalb seines Vereins zu sorgen. "Wer sich nicht daran hält, bekommt ein Problem", hieß es. Der Effekt: gleich Null.

Mit dem neuen Jahr und dem noch unbekannten neuen Trainer soll nun aber wieder alles besser werden. In der knappen Mitteilung nimmt der Baumberger Vorstand die Mannschaft in die Pflicht. "Der Verein möchte zudem damit der Mannschaft jegliches Alibi nehmen und alle Spieler vor der bevorstehenden schweren Rückrunde noch einmal wachrütteln." In der Theorie bestimmt kein schlechter Plan, wie die Praxis aussieht, steht aber auf einem ganz anderem Blatt.

(RP)