Fußball: Baumberg sucht den Knopf für den Neustart

Fußball : Baumberg sucht den Knopf für den Neustart

Der Fußball-Oberligist will bei der Heimpremiere gegen Krefeld-Fischeln auch eine Wiedergutmachung fürs 0:5 in Duisburg betreiben.

Der Schock saß tief beim Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB), der das derbe 0:5 vom Saisonstart bei der U 23 des MSV Duisburg zuerst gar nicht einordnen konnte. Der neue Trainer Marc Schweiger versuchte draußen an der Linie alles - und musste machtlos zusehen, dass sein Team nichts auf die Beine stellte. Inzwischen hofft er vor allem, dass die Pleite ein einmaliger Unfall war. Das Motto: "Lieber einmal 0:5 verlieren als fünfmal 0:1." Darüber hinaus setzt der 45-Jährige vor der Saison-Heimpremiere am Sonntag (15 Uhr, MEGA-Stadion, Sandstraße) gegen den VfR Krefeld-Fischeln auf die Lernfähigkeit seiner Spieler: "Vielleicht war das ein Schuss vor den Bug, der uns aufgeweckt hat."

Alleine beim Prinzip Hoffnung wollte es der Coach allerdings nicht belassen. So gab es im Training die zum Teil relativ laute Aufarbeitung des Gesehenen - mit den Schwerpunkten Einsatz und Laufbereitschaft. "Beides haben wir ja komplett vermissen lassen", urteilt der Team-Manager und Obmann Redouan Yotla. Vor allem eins fand er bemerkenswert: "Einige Spieler sind von alleine zu Gesprächen gekommen." Kapitän Hayreddin Maslar hatte bereits nach der Pleite in Duisburg angedeutet, dass die Baumberger selbstkritisch sein wollen: "Ich bin sicher, wir zeigen eine Reaktion. Diese Mannschaft ist besser als in der vergangenen Saison."

Der Blick zurück in die Serie 2013/2014 zeigt ansonsten Parallelen. Damals sollte etwa Trainer Markus Kurth mit den Sportfreunden so schnell wie möglich die für den sicheren Klassenerhalt notwendigen Punkte sammeln. Daraus wurde nichts - und Baumberg musste bis zum Ende zittern, ehe durch drei Siege in Folge der Sprung ans rettende Ufer gelang. Außerdem wollte der Oberligist defensiv stabil stehen - was ihm seinerzeit beim Saisonstart ebenfalls komplett misslang. Damals kassierte er ein 0:3 gegen den SC Kapellen/Erft und ein 0:2 beim SV Hönnepel-Niedermörmter. Zum ersten Sieg reichte es erst am achten Spieltag (2:0 in Rhede).

Durch den Fehlstart ist der Druck auf die Sportfreunde gestiegen, weil sie direkt wieder aufpassen müssen. Einerseits verfügen sie im Kader über das Personal, dass ihnen bei einem guten Verlauf sogar eine Spitzenposition einbringen könnte. Andererseits droht ihnen im umgekehrten Fall möglicherweise der Abstieg - und hinterher weiß dann niemand, wie es so weit kommen konnte. Trainer Schweiger bevorzugt die optimistischere Variante und geht davon aus, dass seine Spieler den Neustart schaffen: "Ich habe nach wie vor volles Vertrauen in die Mannschaft." Obmann Yotla mag das 0:5 am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen: "Für uns beginnt die Saison gegen Rhede. Das ist für uns wie der erste Spieltag."

Es spricht für die Verantwortlichen, dass sie die lange Liste der aus verschiedenen Gründen fehlenden Akteure nicht als Entschuldigung für den schwachen Auftakt anführen. "Aber natürlich macht sich das bemerkbar, wenn sieben wichtige Spieler ausfallen. Dann wird es schwer", sagt Schweiger. Die Urlauber Louis Klotz und Nils Esslinger werden jetzt immerhin wieder im Lande sein. Daneben dürfte Marcel Löber (in Duisburg erkrankt ausgefallen) seinen Platz links in der Viererkette finden. Unwahrscheinlich ist das Mitwirken von Ivan Pusic, der wichtige private Dinge in Kroatien zu erledigen hat. Und die Spielberechtigung des aus der Türkei von Eyüpspor gekommenen Emrah Eyüboglu ist offensichtlich eine komplizierte Angelegenheit. Den Schuss vor den Bug sollten die Sportfreunde trotzdem gespürt haben.

(RP)