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Fußball: Baumberg plötzlich eine große Partymeile

Fußball : Baumberg plötzlich eine große Partymeile

Fußball-Oberligist nahm am bedeutungslosen letzten Spieltag beim 7:1 den FC Kray auseinander.

Jetzt geht Salah El Halimi als Rekord-Trainer in die Geschichte des Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) ein. Vor zweieinhalb Wochen hatte der Verein seinem damaligen Co-Trainer nach der Beurlaubung seines Cheftrainers Markus Kurth die Verantwortung übertragen. El Halimi begann mit einem 5:3 bei Ratingen 04/19 und schaffte dann mit dem Team ein 1:0 beim einstigen Dritten MSV Duisburg U 23 - das schon gleichbedeutend mit dem sicheren Klassenerhalt war. Gestern nahmen die Baumberger zum Saison-Abschluss den indisponierten Vizemeister FC Kray auseinander. Baumberg steigerte sich dabei vorübergehend in einen Rausch, landete einen 7:1 (2:0)-Erfolg und beendete die Serie 2013/2014 dadurch auf dem 14. Tabellenplatz.

Das sonst eher beschauliche Stadion an der Sandstraße ähnelte plötzlich einer großen Partymeile. Die Chancen für Necati Ergül (18./25.) und Ali Daour (28.) untermauerten zunächst, dass Baumberg die klar engagiertere Elf war. Mit dem 1:0 (31.) durch Nils Esllinger und dem 2:0 (33.) kaum 90 Sekunden später durch Louis Klotz stieg das Stimmungsbarometer weiter in die Höhe. Draußen stellten die lautstarken Fans der Gäste ihr Liedgut, das zunächst die eigene Mannschaft zum Deutschen Meister machen sollte, spontan um: "Gegen Baumberg kann man mal verlieren."

Dann traf vor dem Stadion plötzlich ein Bus ein - mit den Baumberger Landesliga-Fußballerinnen, die nach einem 1:0-Sieg beim SV Schaephuysen die Landesliga-Meisterschaft und den Aufstieg zur Niederrheinliga im Gepäck hatten. Zur prächtigen Laune leistete dann Keeper Jan Conradi einen Beitrag, als er den von Kapitän Hayreddin Maslar verursachten Elfmeter des Krayer Torjägers Timur Karagülmez reaktionsschnell zur Ecke abwehrte (44.).

Die sehenswerten Tore zum 3:0 (61.) von Ali Daour und zum 4:0 (64.) von Ergül entschieden die Partie bereits, ehe die Sportfreunde auch den einzigen Gästetreffer erzielten. Esslinger überwand Schlussmann Conradi per Eigentor - 4:1 (65.). Größere Folgeschäden ergaben sich daraus nicht, weil der Angriff des FC (88 Tore/Bestwert in der Liga) bis auf ein oder zwei starke Szenen wenig Wirkung erzielte. Und weil die Hausherren auf der anderen Seite richtig auf den Geschmack gekommen waren, drückte sie bis zum Abpfiff aufs Tempo. Der Lohn waren das 5:1 (77.) von Erkan Ari sowie das 6:1 (79.) und 7:1 (88.) von Marcel Kalski. Als die Mannschaft auf dem Platz zur finalen Besprechung einen Kreis bildete, fand El Halimi eine griffige Formulierung: "Ein geiler Abschluss." Wenig später formulierte er es ruhiger, aber genauso treffend; "Ich hatte der Mannschaft gesagt, dass wir einen vernünftigen Abschluss wollen. Das ist uns gelungen. Jetzt gehen wir mit einem guten Gefühl in die Pause." Und er selbst ganz nebenbei als Rekordtrainer mit neun Punkten und 13:4 Toren aus drei Meisterschaftsspielen.

(RP)