Fußball: Baumberg erleidet einen herben Rückschlag

Fußball : Baumberg erleidet einen herben Rückschlag

Der Fußball-Oberligist, der schon auf dem richtigen Weg zu sein schien, verlor beim ebenfalls gefährdeten TuS Bösinghoven mit 2:5.

Es bleibt dabei. Die größte Konstante beim Fußball-Oberligisten SF Baumberg (SFB) ist der gravierende Mangel an Konstanz. Das Team von Trainer Marc Schweiger wähnte sich in den vergangenen Wochen schon auf dem richtigen Weg, weil es im Achtelfinale des Niederrheinpokals und in der Meisterschaft zweimal mit 1:0 gegen den Klassenkonkurrenten 1. FC Bocholt gewonnen hatte. Weil dort viel Leidenschaft und der Wille erkennbar waren, bis an die Schmerzgrenze zu gehen, schien der Weg ans rettende Ufer für die kommenden Wochen zum Greifen nahe zu sein. Gestern bewiesen die Sportfreunde allerdings erneut, dass sie vermutlich am liebsten doch über sich selbst stolpern. Das 2:5 (1:2) beim ebenfalls gefährdeten TuS Bösinghoven warf die Sportfreunde im Kampf um den Klassenerhalt wieder zurück. "Ich kann der Mannschaft irgendwie keinen richtigen Vorwurf machen", sagte Schweiger, "wir haben ja noch viel versucht. Trotzdem bin ich sehr enttäuscht. Mich stört vor allem die Höhe des Ergebnisses."

Die Sportfreunde ließen zu, dass ihr zuletzt durchaus stabiles System mit einer stimmigen Waage aus Offensive und Defensive schon früh nicht mehr besonders viel wert war. Beim Konter passte Bösinghovens Daniel Klinger präzise auf Takehiro Kubo - 1:0 für den TuS (11.). Der Treffer machte es den Baumbergern noch deutlich schwerer, weil sich die Hausherren fortan ganz auf die Absicherung nach hinten und schnelle Gegen-Angriffe konzentrieren durften. "Die haben sich hinten reingestellt", urteilte Schweiger, dessen Mannschaft durch den Kopfball des ziemlich freien Ivan Pusic den 1:1-Ausgleich hätte erzielen müssen (33.).

Dass Baumberg auch nach dem Wechsel optische Vorteile hatte, sah hübsch aus - und war zugleich trotz vorhandener Möglichkeiten uneffektiv. Die Hausherren machten es hier mit dem 2:0 (43.) durch Kevin Dauser deutlich besser. Bezeichnend für sämtliche Bemühungen der Sportfreunde: Das 1:2 (45.) ganz kurz vor der Pause erzielte Sven Steinfort. Der Außenverteidiger gilt zwar als offensivstark und schaltet sich auch sehr gerne ins Spiel nach vorne ein, ist aber nicht in erster Linie für die SFB-Treffer zuständig.

"Ich hatte da natürlich die Hoffnung, dass wir das Ding in der zweiten Halbzeit drehen können", meinte Schweiger, doch die Hoffnungen der Gäste hielten im Grunde nur bis zur 74. Minute - weil hier Enes Öz zum 3:1 für den TuS vollendete. Klar: Um etwas zu retten, wählten die Sportfreunde jetzt das höhere Risiko, stellten hinten ihre Viererkette um und brachte frische Kräfte in die Partie. In der Schlussphase erntete Schweigers Mannschaft auch den Lohn dafür, denn sie verkürzte auf 2:3 (86.). Dass der Torschütze erneut Verteidiger Steinfort war, war fast keine Überraschung mehr. Dass die Sportfreunde im Bemühen um eine Schadensbegrenzung auf der Zielgeraden das 2:4 (90.) hinnehmen mussten, nahm ihnen der Coach nicht übel - wohl aber den 2:5-Endstand in der Nachspielzeit (90.+3). "Das musste nicht sein", urteilte Schweiger, "da hat sich die Mannschaft hängen lassen."

Auch sein Gesamturteil fiel letztlich nicht gerade schmeichelhaft für die eigene Mannschaft aus: "Man hat trotzdem gesehen, dass Bösinghoven galliger auf den Sieg war. Uns haben im Vergleich dazu ein paar Promille gefehlt." Den Ausfall der beiden Stammkräfte Nils Esslinger (verletzt) und Marcel Löber (Blinddarm-Operation) mochte der SFB-Coach nicht als Entschuldigung für die Niederlage anführen. Baumbergs größte Konstante bleibt sowieso der Mangel an Konstanz.

(RP)