Baumberg bangt um Lebens-Versicherung

Fußball : Baumberg bangt um „Lebensversicherung“

Neben einige anderen Stammkräften droht beim Fußball-Oberligisten auch Top-Torschütze Robin Hömig auszufallen.

Die Jagd hat begonnen. In der vergangenen Saison setzten die Sportfreunde Baumberg (SFB) mitten in der Hinrunde zu einer Serie an, die sie später zu einem Meisterschafts-Kandidaten machte. Nach dem 3:0 bei TuRU Düsseldorf am 19. Spieltag ging das Team des damaligen Trainers Salah El Halimi mit 34 Punkten als Spitzenreiter in die Winterpause. Nach den Gesetzen der Mathematik sind die Baumberger mittlerweile sogar noch besser unterwegs. Der damalige Schnitt lag bei 1,78 Zählern pro Partie, während er jetzt genau 2,00 Punkte beträgt. Unterschied: Baumberg ist nach sieben Spielen in Folge ohne Niederlage mit 22 Punkten aus elf Partien „nur“ Dritter hinter dem ungeschlagenen VfB Homberg (31) und dem 1. FC Bocholt (22).

Machen die Sportfreunde so weiter wie zuletzt, könnten sie ihre Winter-Bilanz von 2017/2018 erreichen – oder übertreffen. Ob sie damit näher an den Spitzenreiter heranrücken, ist allerdings eine andere Frage. Auf dem weiteren Weg warten schließlich einige hohe Hindernisse. Der erste dicke Brocken wird das Heimspiel am Sonntag (15 Uhr, Sandstraße) gegen den Fünften SpVg. Schonnebeck (19 Punkte).

Das Thema Meisterschaft steht in Baumberg ohnehin auf dem Index – also auf einer Liste von Begriffen, über die am besten nicht zu sprechen ist. Redouan Yotla, der Sportliche Leiter und zusammen mit Francisco Carrasco als Trainer für die Mannschaft verantwortlich, drückt die Ambitionen so aus: „Natürlich wollen wir Homberg Druck machen. Es ist unser Anspruch, alle Spiele zu gewinnen. Wir wollen ins obere Drittel.“ Dort befindet sich das mühsam in der Saison gestartete Team als Dritter bereits. Maßstäbe setzen die Sportfreunde in der Offensive, die auf einen Durchschnittswert von fast drei Treffern pro Spiel kommt (30). Luft nach oben bietet dagegen die gesamte Defensive, die bereits 21 Gegentore zugelassen hat. Mehr sind nur beim Zwölften VfB Hilden (25) und den vier Teams auf den Abstiegsplätzen zu erkennen.

Personell geht der Oberligist dafür nach dem Ritt durch die jüngere Vergangenheit am Stock. Deshalb gab Trainer Carrasco der Mannschaft nach dem 3:3 in Monheim ein paar Tage frei. Bei einigen verletzten/kranken Spielern reicht die Pause trotzdem nicht zum Comeback: So ist der Einsatz von Kosi Saka, Louis Klotz, Ali Daour, Dominik Oehlers oder Tim Knetsch kein Thema. Obwohl beim Training am Donnerstag nur zwölf gesunde Kräfte zur Verfügung standen, will Carrasco die angespannte Lage nicht als Ausrede anführen: „Wir müssen eben noch enger zusammenrücken. Außerdem können sich jetzt die anderen beweisen.“

Zu den Spielern, die eigentlich nicht zu ersetzen sind, gehört Robin Hömig. Er hat größere Wadenprobleme und droht ebenfalls auszufallen – was für Baumberg eine mittlere Katastrophe wäre. „Er ist unsere Lebensversicherung“, sagt SFB-Trainer Carrasco, dessen Meinung viele teilen dürften. 2015/2016 war der offensive Mittelfeldspieler Hömig mit 19 Toren am Wieder-Aufstieg in die Landesliga beteiligt, ehe er in der Oberliga 27 (2016/2017) und 21 Treffer (2017/2018) folgen ließ. Momentan ist der 26-Jährige bereits bei zehn Toren angekommen, obwohl er in den beiden ersten Saisonspielen gar nicht an Bord war.

Vor dem kommenden Gegner aus Essen, der immerhin mehr als die Hälfte seiner 19 Zähler in Auswärtsspielen holte (10) und definitiv zu den Top-Teams der Klasse gehört, hat Baumberg eine Menge Respekt. In der vergangenen Saison war Schonnebeck am Ende Vizemeister – und anderem deshalb, weil es in Baumberg ein 2:2 holte und zu Hause am letzten Spieltag gegen personell geschwächte Gäste mit 3:0 gewann. Die Sportfreunde hätten wenig dagegen, dass sich an dieser Bilanz grundlegend etwas ändert. Die Jagd hat ja gerade erst begonnen.

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