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Lokalsport: Badminton: Wenn der Vater mit dem Sohne

Lokalsport : Badminton: Wenn der Vater mit dem Sohne

Oliver Pongratz hat als Nationaltrainer von Österreich viel zu tun. Der zehn Jahre alte Luis gewann erstmals ein Masters-Turnier U 11.

Er kennt das ja aus seiner aktiven Karriere und hat kein Problem damit, schnell zwischen zwei Orten zu pendeln. Trotzdem genießt Oliver Pongratz das, was im schönsten neuen Deutsch "Home Office" heißt. Der 43-Jährige, einst mit dem Titel "Mister Badminton" geadelt, ist für eine Woche zurück in Langenfeld. Hier arbeitet er auf, was inzwischen bei seiner neuen Dienststelle als Nationaltrainer von Österreich passiert ist, und bereitet vor, was noch passieren soll. Trainingspläne, Setzlisten-Vorschläge für die nationalen Meisterschaften, E-Mails, Telefonate - wenig ist nicht zu tun. Der 43-Jährige zieht ein erstes Fazit: "Ich habe diesen Schritt bis jetzt nicht bereut - im Gegenteil."

Hinter ihm liegt der erste Teil des neuen Lebensabschnitts und die vergangenen Wochen waren alleine logistisch eine echte Herausforderung. Ende Dezember machte sich Pongratz mit seiner Familie auf den Weg nach Wien, erlebte in der Metropole den Jahreswechsel und begab sich dann in der Halle an die Arbeit. Jetzt kehrte der in Mindelheim (Unterallgäu/Bayern) geborene Ex-Profi nach knapp drei Wochen per Flugzeug ins Rheinland zurück. Bereits am Tag darauf war er erneut als Trainer im Einsatz - aber nicht fürs österreichische Nationalteam, sondern für seinen Sohn Luis. Der Zehnjährige, der für den STC BW Solingen spielt, ist gleichfalls mit dem Virus Badminton infiziert und bringt zudem viel Talent mit. Die Bahnreise mit dem ICE lief perfekt, ehe Luis in Augsburg auch beim Turnier der Serie "German Masters" für die Altersklasse U 11 ein hohes Tempo vorlegte.

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Kurz nach dem eher durchwachsenen Auftritt bei den Westdeutschen Meisterschaften in Mülheim (Dritter) zeigte Luis Pongratz beim Masters-Turnier, was in ihm steckt. In der Gruppe gewann er dreimal ohne Satzverlust - 11:6, 12:10, 12:10 gegen Felix Ma (SSV Waghäusel), 11:2, 11:1, 11:2 gegen Leon Lin (TSV Nürnberg), 11:2, 11:3, 11:2 gegen Sascha Rifert (TSV Aichach). Im Hauptturnier folgten klare Siege über Felix Hartmann (TV Unterdürrbach/11:2, 11:7, 11:2) und Nils Hahn (SG Gittersee/11:6, 11:4, 11:2), bevor im Halbfinale gegen Shaunak Kulkami (TSV Neubiberg/11:9, 6:11, 11:4, 11:8) der einzige Satzverlust passierte. Das Finale gegen den Solinger Teamkollegen Rafe Kanji Braach war wieder nach drei Durchgängen vorbei (11:6, 11:6, 11:6).

"Das hat er sehr gut hinbekommen", lobt Oliver Pongratz, "Luis ist weiter, als ich es in seinem Alter war." Die Saison 2016/2017 könnte auf jeden Fall ein voller Erfolg werden und beim letzten der zwölf Masters-Turniere will Luis Pongratz am 11./12. Februar in Berlin das Ergebnis von Augsburg bestätigen, um sich so vielleicht auf Platz vier vorzuschieben (jetzt Fünfter). Die U-11-Rangliste entscheidet am Ende über die Setzplätze fürs Masters-Finale am 4./5. März in Mülheim.

In der kommenden Woche arbeitet Oliver Pongratz wieder in Wien, wo er sehr gut aufgenommen wurde. Kurz-Einschätzung: "Es ist Potenzial vorhanden. Österreich ist sicher im Badminton noch keine Top-Nation. Aber die Aufgabe reizt mich unheimlich." Erster Höhepunkt sind die nationalen Meisterschaften vom 3. bis 5. Februar. Anschließend kümmert sich der Langenfelder im Rahmen eines Trainings-Austausches um eine Delegation aus China, ehe vom 22. bis zum 25. Februar die Austrian Open auf dem Programm stehen. Möglicherweise taucht dann für Oliver Pongratz, seine Frau Malene sowie die Kinder Luis (10), Lucas (7) und Lou (gutes halbes Jahr) irgendwann ernsthaft die Frage auf, den gesamten Lebensmittelpunkt nach Österreich zu verlegen. Bis die Zeit reif für eine Entscheidung ist, dauert es allerdings noch etwas. Außerdem hat Pongratz ja kein Problem damit, schnell zu pendeln. Und was im schönsten Neu-Deutsch "Home Office" heißt, hat auch Vorzüge.

(RP)