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Motorsport: Austin eine echte Qual für Bergmeister

Motorsport : Austin eine echte Qual für Bergmeister

Der Porsche-Werksfahrer hatte sich auf seinen Doppel-Einsatz beim Renn-Wochenende in Texas gefreut. Dann aber erwischte ihn eine Grippe-Erkrankung, die den Start sogar stark gefährdete. Auch rein sportlich war viel Pech dabei.

Von Hause aus ist Jörg Bergmeister ja verrückt nach Motorsport. Wann immer es etwas zu fahren gibt, steigt der 38-Jährige ein. Deshalb schien es für den Porsche-Werksfahrer kein Problem zu sein, auf dem "Circuit of The Americas" in Austin (Texas) eine Doppelschicht zu übernehmen. Bergmeister, für seinen Arbeitgeber in diesem Jahr vor allen Dingen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft unterwegs (World Endurance Championship/WEC), sollte als Leihgabe das Team "Porsche North America" unterstützen, das fürs Werk in der Tudor United SportsCar Championship um die Meisterschaft kämpft - und nicht zuletzt in der Markenwertung triumphieren will. Was niemand ahnen konnte: Der Langenfelder, ohnehin bereits angeschlagen angereist, musste sich mit einer heftigen Grippe-Erkrankung durch die Veranstaltung schleppen - die einen Start beinahe verhindert hätte. "Das war nicht besonders angenehm", sagt Bergmeister, "wir hatten da 32 Grad Lufttemperatur und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit." Nur dank intensiver ärztlicher Unterstützung war er dann in der Lage, wenigstens seine Pflichtzeiten im Porsche 911 RSR abzuarbeiten.

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Das sportliche Abschneiden war ebenfalls nicht geeignet, den Gesundungsprozess zu beschleunigen. Bergmeister und der Brite Nick Tandy, der den größten Teil des Einsatzes über 2:45 Stunden bestritt, hatten zuerst das Glück auf ihrer Seite - weil sie im richtigen Moment die richtige Taktik wählten. Später schlug das Pendel allerdings in die andere Richtung aus, denn rund 20 Minuten vor dem Ende durchkreuzte eine defekte Antriebswelle sämtliche Träume vom Sieg.

Jörg Bergmeister bekam von diesem Pech sogar wenig mit, weil er bereits am frühen Nachmittag beinah die komplette Zeit außerhalb des Autos im Bett verbrachte, um sich wenigstens ein bisschen für den nächsten Einsatz zu erholen. Der sollte es am Abend tatsächlich noch mal richtig in sich haben. Wieder mischten Tandy/Bergmeister im Werksauto für das "Porsche Team Manthey" ganz weit vorne mit, obwohl der Langenfelder insgesamt gerade mal auf die geforderten zwei Stunden des Sechs-Stunden-Rennens kam. Die Startflagge sahen die Fahrer bei schwül-heißem Wetter, ehe mit der hereinbrechenden Dunkelheit ein sintflutartiger Regen einsetzte und das Rennen für 45 Minute unterbrochen werden musste. Als es im Dunkeln unter teilweise abenteuerlichen Sichtverhältnissen weiterging, übernahm Tandy sogar die Führung - bis zum letzten Boxenstopp. Da sprang der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 91 wegen eines Elektronik-Problems nicht direkt wieder an. Obwohl die Manthey-Crew fieberhaft im Einsatz war, vergingen fast fünf Minuten, ehe der Dienstwagen zurück auf die Strecke konnte. Klar: Die Konkurrenz draußen hatte nicht gewartet. Am Ende reichte es für Bergmeister und Tandy zu Platz vier.

Jörg Bergmeister erholt sich derzeit in Langenfeld, um so bald wie möglich wieder fit zu sein. Der nächste feststehende Einsatz führt den Weltreisenden in Sachen Motorsport am 12. Oktober nach Fuji in Japan - und da will er nicht nur ein Mitfahrer sein. Bergmeister, der seine Leistung in Austin als bescheiden bezeichnete, ist schließlich auch super-ehrgeizig. Richtig Spaß macht die Arbeit erst, wenn er selbst wesentlich zu Top-Platzierungen seines Teams beitragen kann.

(RP)