Fußball : Aus dem Nichts nach oben

Die Trainer Uwe Frantz und Andreas Vollmer schafften mit TuSpo Richrath II ein Fußball-Wunder. Als sie im Winter kamen, ging es um Schadensbegrenzung. Dann gabs einen Neustart – und am Ende noch den Aufstieg zur Kreisliga A.

Letztendlich half auch das Glück dem Tüchtigen. Nach einer nahezu unglaublichen Aufholjagd hatten die Fußballer von TuSpo Richrath II den lange souverän führenden BV Gräfrath II bei den Punkten eingeholt (beide 58). Die Richrather lagen jedoch wegen des um vier Treffer schlechteren Torverhältnisses nur auf dem zweiten Platz – und wäre damit nicht aus der Kreisliga B in die Kreisliga A aufgestiegen. Nun sprang TuSpo das Regelwerk zur Seite. Der Verband Niederrhein hatte nach den Erfahrungen der Vergangenheit mit zum Teil sehr erstaunlichen Ergebnissen beschlossen, dass in der Kreisliga B bei Punktgleichheit das Torverhältnis nicht zählt – sondern ein Entscheidungsspiel folgen muss. Dieses Finale gewannen die Richrather auf einem neutralen Platz (GSV Langenfeld) mit 3:2 und konnten dadurch eine brillante Rückserie doch noch mit dem Aufstieg krönen.

Nur noch sieben Spieler da

Ein halbes Jahr vorher wären darauf nicht einmal die größten Optimisten gekommen. Nach der Hinrunde lag TuSpo auf Rang fünf – zehn Punkte hinter Gräfrath II und acht hinter dem VfB Langenfeld. Und alles schien noch schlimmer zu kommen, als der bisherige Trainer Andreas Billetter plötzlich mit der halben Stammbelegschaft zum FC Union Solingen wechselte. Andreas Vollmer und Uwe Frantz, die das Ruder neu übernahmen, fanden gerade mal sieben Spieler vor und bekamen vom Vorstand vor allem den Auftrag, die Saison irgendwie vernünftig zu Ende zu bringen.

"Es war nicht mal eine spielfähige Mannschaft da", sagt Frantz (vorher beim BSC Aufderhöhe in der Bezirksliga tätig). Am Ende wurde der Kader durch ganz viel Überzeugungsarbeit wieder größer. Frantz und Vollmer brachten Salvatore "Toto" Dabir, der gegen Gräfrath zwei Treffer erzielte, Andreas Henschel und Marius Kübler mit. Kapitän Oskar Streubel und Keeper Denis Kynast konnten einige Spieler zurückholen, die unter Billetter keine Rolle mehr gespielt hatten. Richraths Sportlicher Leiter Jörg Broch leistete ebenfalls einen wichtigen Beitrag, indem er beispielsweise in Max Schneider einen ehemaligen Landesliga-Fußballer für die Zweite gewann. Schneider studiert in München und weilt immer nur am Wochenende in Langenfeld.

"Beeindruckende Rückserie"

Nach dem einen oder anderen ein wenig glücklichen Sieg entwickelte sich langsam eine Eigendynamik und später rollte der TuSpo-Express unaufhaltsam. Gegen die Sportfreunde Baumberg III gab es ein überflüssiges 3:3 und in den übrigen Partien ausschließlich Erfolge. Frantz: "Wir haben eine beeindruckende Rückserie hingelegt."

Für die neue Saison hat TuSpo II einiges vor. "Die Vorgabe des Vorstands lautet Klassenerhalt. Aber insgeheim erhofft man sich natürlich immer ein bisschen mehr", meint Frantz, "wir müssen natürlich erstmal gucken. wie die Mannschaft zusammenpasst. Wenn wir einen guten Start erwischen, ist ein einstelliger Tabellenplatz möglich." Das Team zeichne aus, dass es eingespielt und vor allem nach der Rückrunde ein eingeschworener Haufen sei. Richrath sollte künftig allerdings immer ein Auge auf das Torverhältnis richten. In der Kreisliga A zählt die Trefferdifferenz nämlich. Und am Ende dürfte sie ab und zu Gold wert sein.

(mroe)
Mehr von RP ONLINE