Fußball : Aufbruch ins Ungewisse

Der HSV Langenfeld steht nach dem Abstieg aus der Fußball-Landesliga vor einem echten Umbruch. Viele Spieler verlassen den Verein. Trainer Oliver Fecker will ein bezirksligataugliches Team aus jungen Leuten zusammenstellen.

Als Oliver Fecker vor einem Jahr die erste Vorbereitung als Trainer des HSV Langenfeld anging, musste er schon einige Abgänge verkraften. Eine Saison später gabs dann für den Fußball-Landesligisten den Abstieg — und jetzt ist die Aufgabe sogar ein echter Umbruch. Mindestens zwölf Akteure verlassen den HSV. Doch wer seine Zusage zum Bleiben gegeben hat, muss deswegen noch keineswegs fest dabei sein. "Man sieht immer wieder, was solche Zusagen wert sind. Aber solche Spieler kann ich dann nicht gebrauchen. Dann mache ich lieber mit jungen Leuten aus der Kreisliga einen Neuanfang", meint Fecker.

Ortsveränderung: Alessandro Petri stellte seine Schnelligkeit ab jetzt in den Dienst des Bezirksliga-Nachbarn FC Monheim. Foto: Matzerath (ARCHIV)

Keine Klassentauglichkeit

Darauf wird es aller Voraussicht nach hinauslaufen. In der vergangenen Spielzeit war der Langenfelder Kader dünn und bloß auf dem Papier klassentauglich. Die Trainingsbeteiligung blieb über weite Strecken ziemlich dürftig und ein eingespieltes Team kam so selten auf den Platz. Deshalb trudelte Feckers Mannschaft nach dem perfekten Saisonbeginn (zwei Siege) langsam, aber sicher dem Abstieg entgegen. Am Ende war der Gang nach unten sogar eine klare Sache und die Landesliga-Zeit des HSV nach vier Jahren vorbei. Weil sich viele trotzdem zu höheren Aufgaben berufen fühlen, verlassen jetzt zahlreiche Spieler den Verein.

Neuzugänge kommen aus unteren Klassen — oder den eigenen Reihen. Bestes Beispiel ist hier die Torhüterposition. Normen Litschko (TSV Eller 04) und Daniel Nellen (TuSpo Richrath) sind weg. Die entstandene Lücke wird wahrscheinlich Oliver Wölkert (eigene zweite Mannschaft) füllen. Im Rest des Teams wird es ganz ähnlich aussehen. "Wir wollen eine bezirksligataugliche Mannschaft auf die Beine stellen. Das Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Ich will nicht wieder so eine Saison wie im letzten Jahr erleben", meint Fecker. Auf Christian Engels wird der Coach dabei ebenfalls verzichten müssen. Der Stürmer, der ursprünglich mit nach Eller wechseln wollte, leidet unter einer langwierigen Lungenerkrankung. Jetzt bleibt Engels zwar an der Burgstraße, doch an Sport ist erst einmal nicht zu denken.

"Die schwerere Gruppe"

Dass die Aufgaben durch den Abstieg nicht zwingend einfacher werden, weiß Fecker. Der HSV ist gemeinsam mit dem SSV Berghausen und dem FC Monheim II in der Bezirksliga Gruppe 1 mit Mannschaften aus dem Düsseldorfer Raum eingeteilt. Die weiteren Lokalrivalen FC Monheim und SC Reusrath sind dagegen in der Gruppe 2 unterwegs (Bergisches Land). "Ich denke, dass unsere Gruppe die schwerere ist. Aber man kann es sich nicht aussuchen", weiß Fecker. So oder so ist seine Aufgabe jetzt ein echter Umbruch.

(rod-)