Handball: Auf Langenfeld wartet der Härtetest

Handball : Auf Langenfeld wartet der Härtetest

Handball-Oberligist steht in den kommenden Wochen vor ein paar besonders schwierigen Aufgaben. Deshalb will er das Heimspiel gegen den TV Vorst erst recht gewinnen. Echte Sorgen macht aber die Schulterverletzung von Andreas Nelte.

Die Saison geht bereits ins letzte Drittel für den Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL), der mit dem zweiten Platz blendend leben kann. In erster Linie muss das Team von Trainer Leszek Hoft jetzt das überflüssige 24:25 vom vergangenen Wochenende beim TV Jahn Hiesfeld überwinden. Dort gab es derart viele chaotische Szenen, dass Hoft ausnahmsweise mal auf die intensive Analyse verzichtete. "Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigt", sagt der erfahrene Coach vor dem Heimspiel heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den TV Vorst. Der Blick geht aber über diese Partie hinaus. Es warten weitere sehr anspruchsvolle Aufgaben. Und es kommen größere personelle Probleme auf Langenfeld zu.

Ausgerechnet der erfahrenste Spieler im Kader steht jetzt neu auf der Sorgenliste — und wird dort im ungünstigsten Fall länger zu finden sein. Andreas Nelte, gleichermaßen als Chef der Abwehr und Kreisläufer wichtig, hat seit einiger Zeit Schulterprobleme. Die Beschwerden sind inzwischen so stark geworden, dass der 31-Jährige einen Trainingsversuch abbrechen musste.

Langenfeld gehört mit seinen 29:11 Punkten immer noch zu den Spitzenteams der Klasse. Besser ist lediglich der Erste SG Ratingen 2011 (27:9 Zähler), während der Dritte HG Remscheid gleichauf liegt (25:11). Ein heißer Kandidat für den Thron ist neuerdings wieder der Vierte Borussia Mönchengladbach (24:8), der mit zwei Spielen im Rückstand liegt. Wie lange die SGL den direkten Kontakt halten wird, hängt erstens vom Resultat gegen Vorst ab. Hoft hat eine klare Vorstellung: "Natürlich müssen wir dieses Heimspiel gewinnen." Gleichzeitig begegnet er dem Kontrahenten mit viel Respekt, zumal die Gäste ein paar sehr ordentliche Ergebnisse mitbringen — wie das 32:32 gegen Ratingen oder das 31:32 gegen Mönchengladbach.

Die SGL steht außerdem für den Rest des Monats vor hohen Hürden. Am 15. Februar (18 Uhr) geht es zum Spitzenreiter Ratingen, ehe am 22. Februar (17.30 Uhr) das Spiel gegen den Sechsten Bergische Panther folgt. Da fehlt dann Rückraumspieler Dawid Rosiak (Urlaub). Zusammen mit der Verletzung von Abwehrchef Nelte und dem Auslands-Aufenthalt des Linkshänders Sven Kniesche (bis zum Saisonende) ergibt sich daraus eine komplizierte Lage. Sollte es in Ratingen und gegen die Panther nicht reichen, wäre die Hoffnung auf ein Top-Resultat endgültig zu den Akten zu legen.

Das Abschneiden der ersten Mannschaft hängt dabei direkt zusammen mit dem Stand der SGL-Zweiten, die aktuell in der Landesliga bei 28:0 Punkten steht. Klar: Das Team von Trainer Dennis Werkmeister soll den Aufstieg in die Verbandsliga schaffen. Darum sind Leihgaben nach unten denkbar — wie zuletzt, als der 19 Jahre junge André Boelken aus dem Oberliga-Kader zehn Treffer zum 35:31 beim TB Wülfrath II beisteuerte. "Das haben wir so abgemacht. Und dabei bleibt es", verspricht Leszek Hoft.

Hier will er zur Not sogar Nachteile fürs Oberliga-Team in Kauf nehmen. Ob es beim zweiten Platz bleibt oder letztlich doch Rang fünf wird, betrachtet der Coach fast als nebensächlich. Dass er trotzdem wenig gegen einen Heimsieg hätte, liegt am Terminplan. Danach gibt es in dieser Saison in eigener Halle nur noch die drei Auftritte gegen Vorst, die Bergischen Panther und den Bergischen HC II (5. April). Die weiteren fünf Aufgaben sind auswärts angesetzt. Das letzte Drittel der Saison hat es eben in sich.

(RP)
Mehr von RP ONLINE