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Auf Gut Langfort hat ein Pferd die Druse

Rheinische Meisterschaften : Pferd infiziert – Meisterschaften verschoben

Kurzfristig schlechte Nachrichten für die Rheinischen Meisterschaften: Auf Gut Langfort hat eines der Tiere die hochansteckende Pferdekrankheit Druse. Das Turnier soll nun Anfang September steigen.

Nach einem mehr als anstrengenden Jahr hatte sich der Pferdesportverband Rheinland (PSVR) dank sinkender Inzidenz und zahlreicher Lockerungen gefreut, diesen Monat wieder die Rheinischen Meisterschaften in einem etwas größeren Rahmen austragen zu können. Die Vorbereitungen für das mehrtägige Turnier, das im Kleinen auch schon im Sommer 2020 unter Pandemiebedingungen durchgeführt worden war und dessen neueste Auflage nun diese Woche starten sollte, liefen bereits auf Hochtouren, berichtete Organisatorin Stephanie Ruske. Rund 700 Reiter hatten sich für die einzelnen Prüfungen und Wettbewerbe über die vier Turniertage angemeldet. „Für alle anderen Interessierten wird das Turnier online live übertragen“, erzählte Ruske noch am Freitag-Vormittag zufrieden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verband auf Eintrittsgelder verzichtet, um in einer solchen Situation jedem, der Interesse am Pferdesport hat, die Gelegenheit zu geben, kostenlos zuzuschauen. „Das hatte im vergangenen Jahr gut funktioniert, und das wollen wir auch dieses Jahr beibehalten.“ Wobei in der aktuellen Situation zeitgleich jeweils 100 Zuschauer bei den Dressur- und Springprüfungen hätten dabei sein dürfen.

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Doch daraus wird jetzt erst einmal nichts, wie André Kolmann, Vorstandsvorsitzender des PSVR, nur wenige Stunden nach dem Gespräch mit Stephanie Ruske überraschend verkündete. „Wir müssen die Rheinische Meisterschaften leider kurzfristig absagen und verschieben.“ Seit vergangenem Montag nämlich sei eines der Pferde von Gut Langfort in der Klinik gewesen, und nun stünde die Diagnose fest: „Es hat die hochansteckende Infektionskrankheit Druse. Wo es sich die Krankheit eingefangen hat, wissen wir nicht“, sagte Kolmann.

Derzeit sei kein weiteres der insgesamt 120 Pferde der Langenfelder Landes-, Reit- und Fahrschule davon betroffen. Dennoch, betonte Kolmann, wolle man kein Risiko eingehen. „Bei Druse gibt es eine Inkubationszeit von zehn Tagen, das fällt genau in den Beginn der Rheinischen Meisterschaften. Aus Verantwortung auch den anderen Teilnehmern gegenüber haben wir uns zu diesem schweren Schritt entschieden.“ Es wäre ein enormer Imageverlust, wenn sich auf den Rheinischen Meisterschaften ein Pferd mit Druse infizieren würde, urteilte Kolmann, abgesehen davon, dass es auch für die Tiere gefährlich sein kann, wenn die Infektion nicht früh genug erkannt und behandelt wird. Dem betroffenen Pferd von Gut Langfort, beruhigt Kolmann, „geht es den Umständen entsprechend gut“.

Die Organisation der Rheinischen Meisterschaften als angesehenes Turnier unter Pandemiebedingungen und den nahezu täglichen Veränderungen seien ein großer Kraftakt für den Verband gewesen. Doch sowohl Reiter als auch Vereine sehnten sich wieder nach einem solchen Ereignis, und der Pferdesportverband Rheinland wollte liefern. Das werde er auch, betonte der Vorstandsvorsitzende zuversichtlich. Am ersten Septemberwochenende möchte er mit seinem Team die Rheinischen Meisterschaften nachholen. „Die Organisation steht, das Rahmenprogramm werden wir minimal ändern müssen, und wir hoffen ja, dass bis September auch die Pandemie vorbei ist und wir dann wieder mehr Gäste und Reiter als vor der Pandemie bei uns empfangen können“, so Kolmann.