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Handball: Arbeitssieg: Weniger Qualität, mehr Glück

Handball : Arbeitssieg: Weniger Qualität, mehr Glück

Handball-Oberligist SG Langenfeld kam in der zähen Partie gegen den TV Jahn Hiesfeld erst auf der Zielgeraden zum 28:25-Erfolg.

Irgendwann und irgendwie gleicht sich eben doch alles aus und diesmal hatten die Oberliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) das bessere Ende für sich. Vor einer Woche hatte das Team um Trainer Leszek Hoft gegen den TV Aldekerk eine großartige Leistung abgeliefert – und mit 31:34 verloren. Jetzt bot Langenfeld im Heimspiel gegen den TV Jahn Hiesfeld nicht annähernd viel Qualität gewann aber mit 28:25 (15:15). "Wir haben gewonnen und bleiben weiter oben dabei", fand Hoft, "und das ist gut. Aber wir haben nicht gut gespielt. Wir haben nicht viel von dem gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten." Der Spannungsfaktor war immerhin wieder beachtlich, denn die Partie stand bis in die Schlussphase auf der Kippe. Dass die SGL die Oberhand behielt, lag an ein paar zentralen Punkten.

Erstens: Christian Majeres, in der Vergangenheit vor allem ein Garant für ständig schwankende Leistungen, war erneut der beste Werfer seines Teams. Durch die acht Treffer gegen Hiesfeld schraubte er das persönliche Konto auf 35 Tore. Daraus ergibt sich ein Schnitt von sieben Treffern pro Begegnung. Der Rückraumspieler stand dabei fast immer durchgehend auf dem Feld. Als er jetzt sechs Minuten vor Schluss seinen Platz räumte, war er mit den Kräften am Ende – kein Wunder.

Zweitens: Die Einwechslung von Vinzenz Preissegger für Majeres erwies sich als Volltreffer. Preissegger, der gesundheitlich angeschlagen war und deshalb lange auf der Bank saß, übernahm die Position im rechten Rückraum – obwohl er sonst im Angriff als Linksaußen unterwegs ist. Wie Preissegger im höchsten Tempo durch die Abwehr der Gäste rauschte, hatte Klasse. Die Tore zum 24:23 (56.), 25:23 (57./im Nachsetzen) und 27:25 (59.) machten das Happy End mit möglich.

Drittens: Torhüter Tobias Geske sollte den Posten zwischen den Pfosten alleine übernehmen, um beim angeschlagenen Keeper-Kollegen Tobias Hanke kein Risiko einzugehen. Dann lag die SGL allerdings in der zweiten Halbzeit mit 18:19 (42.) zurück. Geske, oft genug ein Garant für Top-Werte bei seinen Aktionen, bekam weniger Bälle zu fassen als üblich. Deshalb kam für die letzten 18 Minuten doch Hanke – und seine 10:6-Bilanz bis zum Abpfiff konnte sich sehen lassen.

Die Partie hatte für die Hausherren viele Wellen, weil es neben konzentrierten Aktionen auch zahlreiche Fehler gab. Hinten passte die SGL bisweilen nicht mehr richtig auf und vorne gingen die Bälle manchmal sehr schnell wieder verloren. Deshalb brachen das 12:9 (23.) und 15:11 (26.) bis zur Pause wieder weg, ehe die zweite Hälfte eine Art Nachlaufen wurde. Beim Stande von 21:22 warf Regisseur André Eich (nicht so wirkungsvoll wie sonst) einen Siebenmeter an den Pfosten und auf einmal hätte Hiesfeld wegziehen können.

Es spricht für die Moral der Langenfelder, dass sie sich nicht aus der Bahn werfen ließen – und gleichzeitig die vermehrt auftretende Hektik bei den Gästen nutzten. Als Jahn 75 Sekunden vor Schluss als letztes Mittel eine offene Manndeckung probierte, behielt Hofts Team ebenfalls die Übersicht und nahm kurz darauf noch eine Auszeit. Bezeichnend: Mit der ersten Aktion danach traf Dustin Thöne zum 28:25 (60.). Irgendwann und irgendwie gleicht sich eben doch alles aus.

SG Langenfeld: Hanke, Geske – Thöne (3), Majeres (8), Wolter, Preissegger (3), Klimke (2), Herff (3), Stolley (1), Eich (5/3), A. Bölken (1), Pake, S. Kniesche, Nelte (2).

(RP)