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Motorsport: Angstfrei: Tim Bergmeister in Japan

Motorsport : Angstfrei: Tim Bergmeister in Japan

Zwei Jahre nach seinem schweren Unfall kehrte der Langenfelder Motorsportler in der Serie Super GT auf die Strecke von Fuji zurück. Das Rennen war schwierig - aber nur sportlich. In der Pirelli Word Challenge läuft es etwas besser.

Tim Bergmeister bevorzugte seine eigene Art, mit den Ereignissen von damals umzugehen - sehr offensiv. Im Mai 2012 hatte der Motorsportler in einem Rennen der Serie Super GT in Japan einen heftigen Unfall und danach teilweise lebensgefährliche Verletzungen. Kein Wunder: Bergmeisters Porsche 911 GT 3 R des damaligen Teams Art Taste krachte bei Höchstgeschwindigkeit wegen eines technischen Defekts (Reifen geplatzt) in die Streckenbegrenzung. Bergmeister, der nie an ein Ende der Karriere dachte, kämpfte sich zäh auf die Rennstrecken dieser Welt zurück. Und jetzt kletterte er in der Saison 2014 ausgerechnet am Jahrestag des Unfalls wieder in Fuji in einen Porsche.

"Die Streifen auf dem Boden sind immer noch da", berichtete Bergmeister, der sich in Fuji nicht nur einen Besuch beim früheren Team, sondern vor dem Rennen auch eine Streckenbesichtigung gönnte. Spätfolgen trug der Langenfelder aber sowieso nicht mit sich herum: "Es war kein Problem für mich, dort zu fahren." Größere Schwierigkeiten hatten Tim Bergmeister und sein japanischer Teamkollege Akihiro Tsuzuki trotzdem zu bewältigen, weil sportlich auch im zweiten Rennen der Saison 2014 mit dem Porsche 911 GT 3 R längst nicht alles nach Wunsch lief. "Die Performance im Rennen war ganz gut", berichtete Bergmeister, "da haben wir uns mit unseren Zeiten unter den besten fünf bewegt." Erstes Handicap war allerdings das Qualifying (Zeittraining/entscheidet über die Startaufstellung), in dem das Team "PUMA KRH Porsche" keine Zeit anbieten konnte - und deshalb das Rennen von ganz hinten beginnen musste.

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Die Chancen auf ein vorzeigbares Resultat sanken jedoch erst auf der Strecke gegen den Nullpunkt, als die meisten Konkurrenten ihren Boxenstopp in einer Safety-Car-Phase absolvieren konnten. Für Bergmeister/Tsuzuki kam der Halt erst in der 27. Runde - als der Rest des Feldes draußen weiter sehr zügig unterwegs war. "Der Boxenstopp hat uns besiegt", sagte Bergmeister, der sich letztlich wie beim Saison-Auftakt in Okoyama (April) mit dem 17. Platz begnügen musste. Weil es Meisterschaftspunkte nur für die ersten zehn Plätze gibt, ist das Konto demnach bislang völlig leer.

Etwas besser sieht es für Bergmeister beim zweiten Arbeitsplatz aus, denn bei den Rennen vier und fünf der Pirelli World Challenge 2014 im "Barber Motorspors Park" (Birmingham/Alabama) konnte er zweimal Punkte sammeln. "Das war im Prinzip ein Schritt nach vorne", fand der 39-Jährige, "von den Rundenzeiten her waren wir wesentlich dichter dran als bisher." Nach Rang sieben aus dem ersten Rennen hatte er zudem gehofft, sogar noch ein Stück weiter vorne zu landen, musste sich allerdings mit Platz neun begnügen. "Wir haben fürs zweite Rennen ein bisschen in die falsche Richtung gearbeitet", erklärte Bergmeister, der sich hartnäckig für weitere Fortschritte einsetzen will.

Das Ziel sind schließlich für diese Saison im Dienst des texanischen Teams "EFFORT Racing" Top-Platzierungen, sodass die bisherigen Ergebnisse (Zehnter, Achter, Siebter, Neunter) nicht zu den hohen Erwartungen des Langenfelders passen wollen. Einiges verspricht er sich im Rahmen der "Balance of Performance) von einem größeren Luftmengenbegrenzer, der sich positiv auf die Leistung des Porsche 911 GT 3 auswirken wird. Außerdem will "EFFORT Racing" das ABS-System der Bremsen zu lösen versuchen. Die beiden Rennen am 31. Mai und 1. Juni in Detroit (Michigan) werden zeigen, wie Wunsch und Wirklichkeit zueinander passen.

(RP)