Handball : Allgemeine Ratlosigkeit

Handball-Oberligist SG Langenfeld war beim verdienten 21:28 gegen den Tabellenführer DJK Adler Königshof insgesamt chancenlos. Nach der Pause hatte der Aufsteiger überhaupt keine Ideen mehr und auch nichts zuzusetzen.

Die große Begeisterung ist abhandengekommen und der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) als Aufsteiger endgültig in der Normalität zu Hause. Trotzdem war das 21:28 (12:12) gegen den Tabellenführer DJK Adler Königshof schmerzhaft — weil das Team von Trainer Heino Kirchhoff bei allem Bemühen vornehmlich in der zweiten Hälfte immer wieder gegen die Wand lief und oft erstaunlich ratlos wirkte.

Allein gegen alle: Spielmacher André Eich (Mitte) musste bisweilen eine Lücke nehmen, die im Grunde überhaupt nicht vorhanden war. Foto: Matzerath

"Am Willen lag es nicht", sagte Kirchhoff, "aber wir hatten keine Ideen mehr und auch konditionell nichts zuzusetzen. Da waren die Adler einfach stärker." Auf jeden Fall entpuppten sich alle Träume davon, dem Spitzenreiter wie beim 36:33 aus der Hinrunde ein Bein stellen zu können, als pure Illusion.

Siebenmeter viel zu wenig

Die allgemeine Anfangsflaute beendeten Christian Majeres (6.) und Andreas Nelte (7.) mit dem 2:0 für Langenfeld, das trotz zahlreicher verschenkter Angriffe im Spiel blieb — 6:6 (16.), 7:7 (18.), 8:8 (21.). Hier deuteten die ersten besonders wilden Minuten bereits das spätere Unheil an, weil der SGL bei einer Dreier-Überzahl (drei Zeitstrafen kurz hintereinander gegen die Gäste) nur der Siebenmeter von Dawid Rosiak zum 9:8 (23.) gelang. Kurz darauf leistete sich Rosiak ein heftiges Stürmerfoul gegen vier Königshofer und durfte folgerichtig selbst für zwei Minuten auf die Bank (24.).

Dass Langenfeld zur Pause noch theoretische Möglichkeiten hatte, lag in erster Linie an Keeper Fabian Bremer und André Eich. Der Torhüter zeigte viele glänzende Paraden, während Eich vorn für die Impulse zuständig war. Neben drei eigenen Treffern gabs sehenswerte Anspiele etwa auf Kreisläufer Nelte. Beide ließen jedoch in der zweiten Hälfte nach, sodass selbst das 13:12 und 14:12 (jeweils 32.) am Ende so gut wie nichts wert waren.

Nach dem 16:17 (38.) glich Vinzenz Preissegger mit dem 17:17 (39.) letztmals aus, bevor die Gastgeber in Ratlosigkeit erstarrten. Bis zum 18:20 (46.) von Tobias Justen versickerten sechs Minuten und bis 19:23 (55.) von Rosiak weitere neun. Anders addiert: Innerhalb einer Viertelstunde gelangen den Hausherren, deren Rückraum bisweilen höchstens auf dem Papier existierte, dürftige zwei Tore.

Rote Karte gegen Düllberg

Auf der anderen Seite zeigten die Adler Fabian Bednarzik (zwölf Treffer/sechs Siebenmeter), Faher Marhan und Nils Wallrath (jeweils drei), wie flexibles Offensivspiel aussieht. Und als die SGL gegen Ende die Deckung öffnete, um verzweifelt irgendwie was zu ändern, ging der Schuss erst recht nach hinten los.

Passend zum Abend: Langenfelds Fabian Düllberg war da nicht mehr an Bord. Der Rückraumspieler, der momentan meilenweit unter seinem Potenzial spielt, kassierte nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte (54.) und durfte fortan zusehen. Die große Begeisterung war da allerdings längst abhandengekommen.

SGL: Bremer, Hanke — Majeres (2), Rosiak (5/2), Preissegger (4), Justen (2), Eich (3), Düllberg (1), Wagener, Felder (1), Voigt, Nelte (3).

(RP)