Handball : Abheben streng verboten

Handball-Oberligist SG Langenfeld bleibt auf dem Teppich und sieht seine beiden Auftaktsiege "nur" als Basis für den Klassenerhalt. Für die Partie heute bei der SG Solingen BHC 06 II rechnet sich der Aufsteiger trotzdem was aus.

Richtig ist, dass der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) ohne große Eingewöhnungs-Probleme in der höheren Klasse angekommen ist. Der 24:14-Auftaktsieg bei der HSG Düsseldorf II und das 34:28 über den MTV Rheinwacht Dinslaken stützen diese Tatsache auch. Falsch ist allerdings, aus der Tabellenführung das Potenzial für mehr abzuleiten. Weil am Ende der Saison immerhin vier Teams absteigen werden, gelten die 4:0 Punkte vor allem als sehr solider Grundstock im Kampf um den Klassenerhalt. Genau der geht für die Langenfelder heute Abend (19.15 Uhr, Klingenhalle) beim Nachbarn SG Solingen BHC 06 II weiter.

Langenfeld kann sich momentan immer nur bruchstückhaft vorbereiten, weil die Liste an ausfallenden Kräften nicht kleiner wird. Matthias Herff (Kreuzbandriss) und Alexander Klimke (Rücken) sind zurzeit wegen langwieriger Verletzungen sowieso kein Thema. Auch Rückraumspieler Fabian Düllberg (Muskelfaserriss) muss pausieren – obwohl er gegen seinen früheren Verein liebend gerne an Bord wäre. Unverändert starke Beschwerden hat Stefan Wagener (Bauchmuskel-Zerrung). Fabrice Voigt (Knie, Rücken) und Kai Wille (Leiste) gehören ebenfalls zu den deutlich angeschlagenen Spielern.

Ein schwieriges Studium

"Wir müssen improvisieren", sagt SGL-Trainer Heino Kirchhoff, "im Moment ist bei uns alles sehr eingeschränkt." Weil sich vor allen Dingen die offensiven Abläufe mit einem dezimierten Kader kaum richtig einstudieren lassen, wird sehr wahrscheinlich erneut der Abwehrverband die Hauptlast der Arbeit tragen müssen.

Das funktionierte zum Auftakt vorzüglich und im folgenden Heimspiel für etwa 40 Minuten lang gar nicht. Weil die richtige Einstellung fehlte, lag Langenfeld gegen Dinslaken zur Pause mit 18:21 hinten. Kirchhoff: "Die zweite Halbzeit war dann so, wie ich die Jungs kenne." Fürs Geschehen davor will er allerdings noch einmal ebenso deutliche wie vorbeugende Worte finden.

Gefährliche Rückraum-Achse

Solingen mit seinem Spielertrainer Sebastian Hinze hat bis jetzt das 33:33-Unentschieden gegen den TV Lobberich und das 28:36 bei der DJK Adler Königshof auf dem Konto. Daraus errechnen sich 1:3 Punkte und Platz zwölf, den die Hausherren sicher so bald wie möglich abgeben möchten. Kirchhoff hat ohnehin Respekt vor dem Kontrahenten. "Die spielen ganz schön und sehr beweglich. Und sie haben eine gefährliche Rückraum-Achse", findet der SGL-Coach, der aber der eigenen Mannschaft ebenfalls eine Menge zutraut: "Trotzdem ist es unser Ziel, dort zu gewinnen." Gelingt das, wäre der Grundstock für den Klassenerhalt nicht nur solide, sondern geradezu glänzend.

(RP)