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Monheim investiert 6,6 Millionen Euro: Sport macht Monheim attraktiver

Monheim investiert 6,6 Millionen Euro : Sport macht Monheim attraktiver

Insgesamt 6,6 Millionen Euro will die Stadt Monheim in den nächsten Jahren in den Sport investieren. Als so genannter "weicher Standortfaktor" erhöht dieser die Attraktivität der Stadt.

Beim 1. FC Monheim läuft es im Moment einfach rund. Die erste Mannschaft feierte vor kurzem endlich den Aufstieg in die Landesliga und die Reserve steht kurz vor dem Klassenerhalt in ihrer ersten Saison in der Bezirksliga. Entsprechend optimistisch sieht der Vorsitzende Werner Geser die Zukunft. Das liegt neben den sportlichen Erfolgen auch an dem neuen Kunstrasenfeld, das noch in diesem Sommer in Rheinstadion als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Ascheplatz gebaut werden soll. "Die Stadt tut viel für den Sport", sagt der 55-Jährige. "Gerade im Kinder- und Jugendbereich wird der neue Platz neue Kapazitäten schaffen."

Insgesamt habe sich das Rheinstadion in den vergangenen Jahren in "ein kleines Schmuckstück" verwandelt — und das sei auch gut für den Sportstandort Monheim. Eigentlich hätte das zweite Kunstrasenfeld erst 2014 verlegt werden sollen, aber die Pläne wurden nach Bitten des Vereins und angesichts der positiven Entwicklung im städtischen Haushalt vorgezogen. Ende September sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Knapp 560 000 Euro nimmt die Stadt dafür in die Hand. 2014 folgt ein großer Parkplatz. "Gemessen an der Einwohnerzahl sind wir in Monheim aus sportlicher Sicht gut aufgestellt", meint André Zierul. Bei ihm laufen im Rathaus alle Fäden in Sachen Sport zusammen. Außerdem ist der 54-Jährige Geschäftsführer des Mona Mare. 14 Sporthallen und sieben Sportplätze unterhält die Stadt. Hinzu kommen das Mona Mare und einige kleinere Anlagen wie beispielsweise das Bootshaus des Ruderclubs.

"Das ist eine teure Angelegenheit", betont Zierul. Personal, Instandhaltung und Betrieb treiben die Kosten in die Höhe. Rund 700 000 Euro gibt die Stadt alleine pro Jahr für die Sportplätze aus. Für die Hallen lässt sich das nicht eindeutig aufschlüsseln, weil einige der Anlagen in Schulkomplexe integriert sind. "Da kommt jedes Jahr ein guter siebenstelliger Betrag zusammen", sagt Zierul. Daher dürfe man den finanziellen Aufwand nicht unterschätzen. "Die Folgekosten sind über die Jahre hinweg betrachtet weit höher als die Baukosten."

Vorausschauende Planung sei daher erforderlich. "Wir können trotz der sprudelnden Einnahmen nicht jeden Wunsch erfüllen." Abgesehen davon seien Sportanlagen auch ein "weicher Standortfaktor", der die Attraktivität einer Stadt "deutlich erhöht." Rund 30 Sportvereine mit etwa 7000 Mitgliedern sind im Stadtsportverband organisiert. Der Vorsitzende Karl-Heinz Göbel lobt die Zusammenarbeit mit der Verwaltung — auch wenn man nicht immer einer Meinung sei. In regelmäßigen Gesprächsrunden diskutieren Vereine, Verwaltung und Bürgermeister über den Sport in Monheim.

"Wir haben volles Mitspracherecht", freut sich Göbel, der auch Vorsitzender der SG Monheim (SGM) und CDU-Ratsherr ist. Ein Punkt auf seiner Agenda sind die städtischen Zuschüsse für die Kinder- und Jugendarbeit. 30 000 Euro gibt es Pauschal für alle Vereine mit Jugendabteilungen. Das sind je nach Altersgruppe 6,25 bis 7,25 Euro pro Kopf. "Das ist angesichts der steigenden Kosten nicht genug", meint Göbel. "Der Betrag wurde 1976 festgelegt und seitdem hat sich viel geändert." Inzwischen werde aber immerhin eine dezente stufenweise Anhebung der Zuschüsse diskutiert. "Man darf dabei nicht vergessen, dass sich viele Vereine auch im Schulsport engagieren oder integrative Angebote schaffen." Ein Beispiel sei das Angebot der SGM für muslimische Frauen mit Kinderbetreuung: "Die Nachfrage ist riesig."

(dora)