Langenfeld/Monheim: Spitzenwerte beim Wasserverbrauch

Langenfeld/Monheim : Spitzenwerte beim Wasserverbrauch

40 Prozent mehr als an normalen Tagen flossen in Langenfeld und Monheim am Montag durch die Leitungen.

Ergiebig prasselten gestern Nachmittag dicke Regentropfen auf die ausgedörrten Blumen, Büsche und Bäume in Langenfeld und Monheim. Gartenbesitzer konnten sich nach anstrengenden Wochen entspannt zurück-lehnen, brauchten weder Gießkannen zu schleppen noch Gartenschläuche auszurollen. "Der vergangene Montag war mit 21 000 Kubikmetern Wasserverbrauch bisher der Spitzentag im ganzen Jahr", rechnete Rudolf Gärtner, Bereichsleiter Technik bei den Langenfelder Stadtwerken – die auch Monheim beliefern – aus. "Das sind 40 Prozent mehr als an einem normalen Tag."

Für die Versorgung der beiden Städte mit Trinkwasser sind solche Größenordnungen unproblematisch. Vor zehn Jahren wurde deutlich mehr verbraucht als heutzutage. Damals, so erinnert sich Gärtner, seien im Sommer durchaus Tage mit 25 000 Kubikmetern registriert worden. "Die Menschen sind sparsamer geworden." So ließen Hobbygärtner ihren Rasen auch schon mal braun werden. In den 70er Jahren sei bei Sonnenschein sofort der Sprenger angestellt worden.

Deutlich spürbar sind die Sommerferien. Wären nicht so viele Leute im Urlaub, würde natürlich mehr Wasser durch die Leitungen fließen. Außerdem lasse sich an den Schwankungen im Laufe des Tages ein regelrechter Urlaubs-Rhythmus ablesen. An normalen Werktagen gibt es gegen sechs Uhr in der Frühe eine Verbrauchsspitze. Die hat sich mit Ferienbeginn auf sieben Uhr verschoben. Anschließend tendiert der Verbrauch wieder nach unten. Die zweite Spitze gegen 20 Uhr sei sogar noch höher als es die morgendlichen Messwerte sind. "Dann wässern die Hausbesitzer ihre Gartenpflanzen und duschen anschließend."

Täglich gegossen werden müssten im Hochsommer eigentlich nur Balkonkästen ohne Wasserreservoir, sagt Jacqueline van Paridon-Starcke vom gleichnamigen Blumencenter an der B 8. Auch Hortensien bräuchten extrem viel Wasser. Ein mattes Blattgrün signalisiere schnell, ob der Pflanze Feuchtigkeit zugeführt werden müsse. Dabei solle man die Mittagshitze meiden, stattdessen lieber am frühen Morgen oder abends, wenn die Sonne untergeht, das Wasser anstellen. Große Kübel und Büsche vertrügen durchaus eine kleine Durststrecke. "Viele Leute gießen zu viel", glaubt die Expertin. "Dann ersaufen die Pflanzen, das Wasser wird abgeschwemmt." Besonders wichtig sei es jetzt im Hochsommer, ausreichend Dünger aufzubringen. "Die Pflanzen haben Halbzeit, sind gestresst, weil im Boden Nährstoffe fehlen." Wer mit dem Gießen beispielsweise auf dem Friedhof einmal nicht nachgekommen ist, sollte beim nächsten Besuch das Erdreich gut einnässen und vertrocknete Pflanzenteile zurückschneiden. Robust und schön anzusehen seien Geranien, die eigneten sich als Grabbepflanzung ebenso wie als prächtige Hängeampeln auf Terrasse und Balkon.

Doch nicht nur Blumen brauchen das lebensspendende Nass. Rudolf Gärtner rät, bei extremer Hitze viel davon zu trinken. "Unser Wasser kommt zu 75 Prozent aus eigenen Brunnen im Knipprather Wald, ist mittelhart und hat viele Mineralstoffe." Für einen Cent bekomme man vier Liter Wasser guter Qualität, wirbt er für das örtliche Grundnahrungsmittel.

(RP)
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