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Langenfeld: Spiel verbindet Kinder und Senioren

Langenfeld : Spiel verbindet Kinder und Senioren

2012 wurde die Quartiersentwicklung in Langenfeld praktisch auf den Weg gebracht. Stadt und die Kooperationspartner – Caritas Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT) und Arbeiterwohlfahrt – ziehen eine Bilanz der Startphase.

2012 wurde die Quartiersentwicklung in Langenfeld praktisch auf den Weg gebracht. Stadt und die Kooperationspartner — Caritas Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT) und Arbeiterwohlfahrt — ziehen eine Bilanz der Startphase.

Tamino (7) sitzt konzentriert am Tisch, würfelt und schiebt seine Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Figur vier Felder weiter. Der Fröbelschüler hat das Brettspiel auch zu Hause in seinem Kinderzimmer und wetteifert dort regelmäßig mit Eltern und Geschwistern um den Sieg. Gestern war er und einige andere Kinder, die während der Ferien die Ogata-Betreuung beim Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) besuchen, im CBT-Wohnhaus an der Eichenfeldstraße, um dort mit Senioren zu spielen.

Was derzeit noch spontan in den Ferien gemacht wird, soll sich im Rahmen des nachbarschaftlichen Miteinanders bald etablieren. Das CBT-Haus St. Franziskus in Stadtmitte nimmt ebenso wie die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Immigrath seit 2012 an dem von der Stadtverwaltung personell und finanziell unterstützten Projekt "Quartiersentwicklungen" teil. Cordula Mauracher begleitet die Prozesse in den Stadtteilen.

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Inzwischen hat die Beigeordnete Marion Prell eine Bilanz der Startphase gezogen. Was bisher geschehen sei, ist "demografische Entwicklung zum Anfassen. Das ist Quartiersentwicklung für den Bürger, mit dem Bürger." Ziel sei es, die Angebote in den Stadtteilen so aufzubauen, dass alle Generationen möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. Der Schwerpunkt werde derzeit auf die Zielgruppe 55 Jahre und älter gelegt. Die Pilotprojekte in Stadtmitte und Immigrath seien auf einem guten Weg. Hauptaufgabe sei die Vernetzung aller Angebote, und dass sie vielen zugänglich gemacht werden.

Beide Verbände beschreiten dabei unterschiedliche Wege: Die Awo in Immigrath kooperiert mit der Landesinstitution "Zwischen Arbeit und Ruhestand" (ZWAR). Die Zentrale berät beispielsweise Kommunen, Vereine und Verbände bei der Gestaltung zukunftsorientierter Seniorenarbeit. Jung und Alt sollen in Kontakt kommen. Es gibt viele Ansätze, die mittelfristig umgesetzt werden sollen. So sei beispielsweise an eine Hausaufgabenbetreuung und an Kurse für den Umgang mit Smartphones gedacht. Bereits gut angenommen würden die regelmäßigen Zwar-Treffen, die alle 14 Tage stattfinden, sagt Susanne Labudda, bei der Awo für die Koordination zuständig. 40 bis 50 Interessierte seien regelmäßig dabei. Es stießen auch fortwährend neue Teilnehmer dazu. "Interessant ist, dass sich zu diesem Projekt insbesondere Menschen zusammengefunden haben, die nicht in Langenfeld geboren sind, beziehungsweise schon lange dort leben", sagt Marion Prell. Die Kontaktaufnahme und das Kennenlernen stehen also bei Gesprächen und Ausflügen per Rad oder Paddelboot im Mittelpunkt. "Damit erreichen wir genau die Zielgruppe, die wir ansprechen wollen", folgert die Beigeordnete. "Also diejenigen, die noch Sozialkontakte aufbauen möchten." Die Organisation der Treffen sei eigenverantwortlich. Der nächste Termin ist am 19. August ab 18.30 Uhr in der Awo-Begegnungsstätte Café am Wald, Langfort 3.

In Langenfeld-Mitte installierte die CBT mit Ulrike Kniep einen festen Ansprechpartner für die Quartiersentwicklung. Das Projekt wurde dort auf drei Säulen gestellt. So gibt es einerseits den regelmäßig alle sechs Wochen stattfindenden Treff an der Eichenfeldstraße 21, der mit Vorträgen (am 14. September geht es um das Thema Tagespflege) und Ausflügen angereichert wird. 20 bis 27 Teilnehmer sind immer dabei. Zweites Standbein ist die intergenerative Arbeit. "Dafür kooperieren wir mit vielen Trägern, beispielsweise mit dem Kinderschutzbund gleich nebenan", sagt Kniep. Die Koordinatorin kann auf eine gute Zusammenarbeit mit Christine Klann verweisen. So gab es beispielsweise ein mehrmonatiges gemeinsames Malprojekt für Kinder und Senioren im Kunsthaus Wiescheid. "Das ergänzt sich hervorragend", sagt Klann. "Viele Kinder haben keine Großeltern mehr, oder zumindest keine, die in Langenfeld wohnen. Und die Senioren warten immer schon mit Vorfreude auf das Zusammentreffen mit den Mädchen und Jungen." Drittes Standbein ist die Stärkung der Nachbarschaft in Langenfeld-Mitte. "Wir helfen dabei und wollen exemplarisch im Frühjahr 2014 gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Nachbarschaftsfest organisieren", freut sich Ulrike Kniep. Alle drei Säulen befänden sich derzeit in unterschiedlichen Stadien. "Alles, was intergenerativ ist, läuft super", sagt die Mitarbeiterin für das Quartiersprojekt. Die Nachbarschaftspflege bedürfe hingegen noch einiger Anstöße. "Deshalb planen wir auch das Straßenfest." Marion Prell würde sich "freuen, wenn noch mehr Menschen auf den Zug aufspringen und gemeinsam an der Zukunft der Stadt und an der eigenen bauen."

(RP)