Monheim: SPD ärgert sich über Bauruine in der Altstadt

Monheim : SPD ärgert sich über Bauruine in der Altstadt

In der Schildgesgasse steht ein unfertiges Haus, das Grundstück ist vermüllt. Die SPD macht dies zum Gegenstand einer Anfrage. In Baumberg startet die Vermarktung der Villen auf dem Uebber-Gelände.

Der Bauzaun vor dem Grundstück an der Schildgesgasse hängt windschief in den Angeln. Das Erdgeschoss ist bis zu den Fensterlaibungen gemauert, eine Decke wurde indes nie gegossen. Auf dem Grundstück liegt ein bemooster Whirlpool, verrotten Baumaterialien. Die Bauruine steht dort bereits seit Jahren. "Seit etwa 2006 passiert dort nichts mehr", sagt Lars Parlaska. Die Anwohner empfinden den Anblick als sehr störend. Da die Schildgesgasse aber nur von den Anliegern frequentiert wird, liegt sie außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung.

Kürzlich allerdings kam zufällig der SPD-Ortsverein bei einer Altstadtbesichtigung mit einer Delegation aus Wiener Neustadt an der Ruine vorbei. "Da versuchen wir, die Altstadt attraktiver hinzubekommen und dann so etwas", sagt Werner Goller, der auch im Gestaltungsbeirat sitzt. "Das kann man nicht hinnehmen." Die SPD-Fraktion nimmt dies zu Anlass für eine Anfrage in der nächsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses. Sie will wissen, ob für das Gebäude eine Baugenehmigung vorliegt und ob die Verwaltung eine Beseitigung der Bauruine erzwingen kann.

Rein rechtlich hat die Stadt kaum eine Handhabe, sagt Joachim Spiegel von der Bauaufsicht der Stadt Langenfeld. Seine Monheimer Kollegin, an die die Anfrage weitergeleitet wurde, ist derzeit erkrankt. Die Stadt könne weder einen Weiterbau noch einen Abriss erzwingen. "Schließlich wäre das ein Eingriff in privates Eigentum". Aus datenschutztechnischen Gründen werde man die Anfrage im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung beantworten, sagt Stadtplaner Thomas Waters. Eingriffsmöglichkeiten habe die Stadt nur, wenn etwa die Standsicherheit der Gebäudeteile gefährdet wäre, so dass die Verkehrssicherheit der Passanten berührt ist.

Ein anderes, längst aufgegebenes Gebäude in Baumberg wird wohl endlich in diesem Jahr abgerissen werden: die Aalräucherei der Familie Uebber. Seit zehn Tagen ragt dort ein großes Werbeschild des Langenfelder Immobilienmaklers von Poll in den Himmel. Mit "the view" — puristischer Luxus mit spektakulärem Rheinpanorama" wird für die drei Villen in direkter Rheinuferlage geworben. Nach sechseinhalb Jahren Vorarbeit ist Projektentwickler Mohammed Montazem froh, dass er "mit seinem Baby" endlich in den Vertrieb gehen kann. Erst nachdem im Oktober der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 53B "Klappertorstraße" erfolgt ist, habe er mit den Banken die Finanzierung des Projektes klären können. Die Bauanträge werde er jeweils für die individuell geplanten Villen einreichen. Während er diese auf jeden Fall selber entwerfen möchte, würde er die drei in zweiter Reihe liegenden Grundstücke auch an Bauherren verkaufen, die mit eigenen Architekten bauen wollen. Weil unter anderem die geplante Tiefgarage für das Hochwasserschutzkonzept maßgeblich ist, kann er die Bauarbeiten für die drei Villen aber nur gemeinsam angehen. "Ich muss also warten, bis alle drei Objekte verkauft sind", sagt Montazem. Bei einer Topausstattung können die 200-Quadratmeter-Objekte bis zu 1,3 Millionen Euro kosten. Um die Belästigung für die Anwohner möglichst gering zu halten, sollen Abriss und Neubau kompakt über die Bühne gehen, insgesamt wird das zwei Jahren dauern.

(RP)
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