Langenfeld: Solinger Straße: Umbau drückt Umsätze

Langenfeld : Solinger Straße: Umbau drückt Umsätze

Seit November wird die Ein- und Ausfallstraße umgestaltet. Die Großbaustelle macht ansässigen Ladeninhabern zu schaffen.

Für rund 2,5 Millionen Euro wird die Solinger Straße auf 800 Meter Länge aufwändig umgestaltet. Die vor einem halben Jahr begonnenen Bauarbeiten machen ansässigen Ladeninhabern und Gastwirten zu schaffen.

Seit November ist die Solinger Straße eine Großbaustelle. Von der Rathauskreuzung her sind die Pflasterarbeiten auf der Südseite in Richtung Bahnunterführung jetzt in Höhe der Polizeiwache angelangt. Während sich die Autos an Engstellen knubbeln, haben Fußgänger und Anlieger auf den ersten beiden von insgesamt sechs Bauabschnitten schon einen Eindruck. Bürgersteig und Parkstreifen sind neu gepflastert, neue Straßenlaternen ragen in die Höhe. Rund 2,5 Millionen Euro sind für die Umgestaltung der wichtigen Ein- und Ausfallstraße bis September veranschlagt. "Wir sind im Zeitplan", sagt der städtische Bauleiter Denis Kynast. "Und nach unserer Ansicht wird die Umgestaltung von den Bürgern gut angenommen."

Klaus Kaselofsky freut sich über die neue Optik vor dem Awo-Haus. Foto: Stephan Meisel

Doch es brodelt auch entlang der Solinger Straße. Vor allem ansässigen Ladeninhabern und Gastwirten macht die seit einem halben Jahr laufende Großbaustelle schwer zu schaffen. "Unsere Umsätze sind seither um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen", klagt Frank Rettkowski vom gleichnamigen Hifi-Laden. Dabei haben die Arbeiten direkt vor seiner Geschäftstür noch gar nicht begonnen, weil der Bürgersteig auf der Nordseite der Solinger Straße erst im Sommer neu gepflastert wird. Der Kundenrückgang ist für Rettkowski gleichwohl seit November spürbar. "Diese lange Bauzeit trifft uns wirklich hart, zumal auf unserer Seite auch noch neue Gebäude errichtet wurden." Gleichwohl erkennt der Ladeninhaber die zu erwartende optische Aufwertung der Solinger Straße an. "Für uns kommt sie nur 20 Jahre zu spät."

Dass die Straße erkennbar schöner wird, streitet auch Gastwirtin Monika Balascakova vom Hotel-Restaurant "Immigrather Hof" nicht ab. Doch stimmt sie ebenfalls ins Klagelied ein. Vor allem, als der Boden vor ihrem Hauseingang aufgerissen war, habe es Umsatzeinbußen gegeben, die immer noch anhalten. "Ich habe von vielen Gästen gehört, dass sie eigentlich zu uns wollten, aber wegen der Baustelle dann doch weitergefahren sind."

Matthias Bartels vom "Sellmaier"-Laden äußerte sich skeptisch. Foto: Stephan Meisel

Matthias Bartels vom Wein-, Spirituosen- und Zeitschriftenladen "Sellmaier" hofft, dass mit dem gerade vor dem Geschäft gepflasterten Parkstreifen und Gehweg die Kundschaft wieder zunimmt. Indes sei er auch skeptisch, ob der Verkehr auf der von täglich 20.000 Autos genutzten Solinger Straße nach dem Umbau gut rollt. "Ich hoffe, dass es weniger Staus geben wird als ich befürchte."

Für Fahrzeuge gesperrt ist wegen der Pflasterarbeiten seit fast zwei Wochen die Einmündung der Lessingstraße. Nach Angaben des städtischen Verkehrsplaners Franz Frank wird diese Sperrung am 9. Mai wieder aufgehoben. Der aktuell dritte Bauabschnitt erstreckt sich bis zur Abzweigung der Solinger Straße in Richtung Immigrather Platz. Wegen des Baus einer neuen Verkehrsinsel an dieser Stelle wird Frank zufolge ab dem 14. Mai eine Baustellenampel die Autos in beiden Richtungen abwechselnd passieren lassen. Diese Einschränkung werde bis zu fünf Wochen lang anhalten. In dieser Zeit wechseln dann die Pflasterarbeiten auf die Nordseite. So wie gegenüber wird dann der Fußweg ohne Bordstein gestaltet, so dass er fast ebenerdig mit der Fahrbahn abschließt. Frank: "Asphaltiert wird auf der gesamten Länge von 800 Metern erst gegen Ende der Umgestaltung - voraussichtlich in den Sommerferien." Zusätzlich zu den heutigen Ampelübergängen wird es auf der ganzen Strecke insgesamt vier Verkehrsinseln geben. Die ersten von insgesamt rund 60 neuen Straßenlaternen mit LED-Beleuchtung stehen schon, werden nach Franks Angaben noch anthrazitfarben gestrichen. Die heute über der Fahrbahn hängende Beleuchtung wird dann verschwinden.

Mechthild Berger gefällt der Gehweg. Foto: Stephan Meisel

"Ich hoffe, dass die neuen Laternen den Fußweg gut ausleuchten", sagt Passantin Mechthild Berger. Sie ist froh, dass nach dem Umbau Radfahrer nicht mehr auf dem Bürgersteig fahren werden, sondern gemeinsam mit den Autos und durch einen markierten Angebotsstreifen geschützt auf dem Asphalt. Über mehr Platz für Fußgänger vor dem Siegfried-Dißmann-Haus der Arbeiterwohlfahrt freut sich der Awo-Ortsvorsitzende Klaus Kaslofsky. "So kommt auch unser öffentlicher Bücherschrank in der gelben Telefonzelle besser zur Geltung."

(mei)
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