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Monheim: So sollen die Altstadtplätze attraktiver werden

Monheim : So sollen die Altstadtplätze attraktiver werden

Neugestaltung von Alter Markt und Kradepohl: Die Anwohner wollen auch genügend Parkraum.

Obwohl es bei dem Workshop zur Umgestaltung von Altem Markt und Kradepohl immerhin um zwei zentrale Altstadtplätze ging, nahmen kürzlich vor allem Anlieger und Eigentümer an der Diskussion im Ratsaal teil: Sie trieb offenkundig die Sorge an, dass ihr unmittelbares Wohnumfeld jetzt vollständig umgeräumt werde, der Parkplatz vor der Haustür wegfalle und sie auch noch dafür bezahlen müssten. Da es sich aber um eine reine Verschönerungsmaßnahme handele, trage die Stadt die Kosten, versicherte Bürgermeister Daniel Zimmermann. Wie die RP berichtete, hatte die Stadtverwaltung die Büros MWM aus Aachen, Fischer Landschaftsarchitekten aus Bonn und die Planergruppe Oberhausen eingeladen, Vorschläge für beide Plätze zu liefern. Die Bürger konnten weitere Ideen oder Bedenken vorbringen.

 Viel Straßenraum und parkende Autos prägen den Kradepohl derzeit.
Viel Straßenraum und parkende Autos prägen den Kradepohl derzeit. Foto: MATZERATH

Alter Markt: Alle Büros beanstandeten, dass der zentrale Altstadtplatz derzeit ein Schattendasein führe, in der Gesamtstruktur der Stadt Monheim untergehe. Allein die Hinterhofsituation des Zollhauses sei der Entreefunktion des Zugangs Kapellenstraße abträglich. Alle Büros plädierten dafür, die kleine Lindenallee zu entfernen, weil der Raum besser durch die schönen Häuserfassaden begrenzt werde und sie die Sichtbeziehungen zur Rheinaue störten. Dies wurde von den Anwohnern zwiespältig gesehen. Während MWM den Platz für die Außengastronomie zentral in einem Dreieck anlegen würde, wobei der Verkehr außen herumgeführt wird, sieht Gunter Fischer den Platz ringförmig, wobei ihn jedoch der Kreuzungspunkt Freiheit/Franz-Boehm-Straße stört. Die geschützte Zone wäre nur durch einen Rinnenformstein abgetrennt, die restliche Fläche müssten sich alle Verkehrsteilnehmer teilen. Die Planergruppe Oberhausen schlägt vor, den Verkehr an der Nordseite des Platzes vorbeizulenken und die Außengastronomie auf der Südseite in Anbindung an die Lokale zu konzentrieren.

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Diskutiert wurde in den Workshops vor allem die Verkehrsführung: Verworfen wurde in der Fischer-Gruppe der Vorschlag, die Turmstraße gegen die Kapellenstraße abzuschotten. Auch eine Einbahnregelung scheitere derzeit an der Lage der geplanten Verkehrsinsel genau gegenüber der Einmündung Turmstraße. Das Parken würde man gerne in die Nebenstraßen abdrängen. Eine Abbindung der Franz-Boehm-Straße wäre problematisch, weil dort eine neue Kita entsteht und keine Wendemöglichkeit vorhanden ist.

Kradepohl: Wichtigstes Planungsziel für den von evangelischer Kirche, dem Gedenkstein für die Opfer der Judenverfolgung und der Insel mit Eiche, Brunnen und Traditionsbaum geprägten Platz ist, die Verkehrsfläche zugunsten von Aufenthaltsraum für Fußgänger und Ruhesuchende zu verringern. MWM führt den von der Kirchstraße kommenden Verkehr stark abknickend über die östliche Platzseite zur Grabenstraße, um an der Westseite mehr Aufenthaltsfläche zu gewinnen. Da Eiche, Brunnen und Vereinsbaum als Ensemble nicht funktionierten, schlägt Bernd Niedermeier (MWM) vor, den Baum mit einer Rundbank zu versehen und den Brunnen in Anspielung auf den ehemaligen Löschteich "neu zu interpretieren" - also durch Wasserspiele für Kinder zu ersetzen. Dies rief die Bürgerinitiative auf den Plan, die den Brunnen einst gestiftet hatte. Landschaftsarchitekt Fischer indessen will den Verkehr im Westen des Platzes bündeln, um die Eiche und den Park um den Gedenkstein zu einer Grünfläche zusammenzuführen. Den einstigen Straßenraum nimmt dann ein durchgehend blühendes Staudenbeet ein, wobei zwischen Park und Beet eine Sitzmauer verläuft, die sich unterbrochen von der Kirchstraße bis zur Kirche fortsetzt, die ebenfalls eine Grünfläche als Vorplatz erhält.

Die Planergruppe Oberhausen verlegt den Verkehr ebenfalls an den südwestlichen Rand, um die bisherige Aufenthaltsfläche mit dem Park zu vereinen. Auch dieses Büro würd den Brunnen gerne zugunsten moderner Wasserspiele opfern. Insgesamt mussten die Architekten feststellen, dass sie zu wenig den Parkdruck berücksichtigt hatten, der bei Gottesdiensten und bei Spielen des FC Monheim auf dem Platz lastet - zumindest bis der FC-Parkplatz fertig ist. Auch das große Festzelt zum Schürefest, der Rosenmontagszug sowie die Bedürfnisse des DRK und der Kirche nach ungestörter Zufahrt kollidierten mit ihren Plänen.

(RP)