Langenfeld: So schont der Frühjahrsputz die Umwelt

Langenfeld: So schont der Frühjahrsputz die Umwelt

Mikrofasertücher und Allzweckreiniger reichen, sagt die Verbraucherzentrale. Desinfektion ist im Haushalt überflüssig.

Die Sonne, wenn sie denn mal scheint, bringt an den Tag, was uns in düstrigen Wintermonaten oft entgangen ist: schmierige Fensterscheiben und Fliesen, Böden und Armaturen, die eine Auffrischung gebrauchen können, Wände, die entstaubt werden und Gardinen, die gewaschen werden müssen. Und schon sind wir auf dem Weg zum Frühjahrsputz. Den kann man durchaus umweltfreundlich gestalten, wie Elisabeth Schoemakers von der Langenfelder Verbraucherzentrale und ihr Düsseldorfer Kollege, Philip Heldt, Umwelt-Experte für Ressourcenschutz, erklären.

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Als erstes: "Der Einsatz von antibakteriellen Reinigungsmitteln ist unnötig und meist auch teuer, außerdem schädlich für die eigene Gesundheit und die Umwelt", sagt Schoemakers. Viele Produkte mit Keimfrei-Faktor seien problematisch für die Haut und förderten Allergien. "Desinfizierende Mittel gehören in Krankenhäuser und nur in Ausnahmefällen in private Haushalte - wenn beispielsweise ein Familienmitglied ansteckend erkrankt ist", sagen die Experten. In der Natur sind die Keimkiller nur schwer abbaubar.

Philip Heldt und Schoemakers empfehlen ein umweltfreundliches Trio für den Hausputz: Allzweck- oder Neutralreiniger gegen Schmutz und Fett auf Fußböden und den meisten Oberflächen. Zitronensäure und Essig gegen Kalkablagerungen und Harnstein. "Sehr gut sind Mikrofasertücher, weil sie wenig Wasser und Putzmittel brauchen und sehr gut Schmutz aufnehmen und festhalten. Statt aggressiver Sprays für die Fliesen sollte man hartnäckige Spritzer und Flecken mit Stahlwolle oder Topfschwamm abschrubben. Auch Putzsteine sind erlaubt, mit fein gemahlenem Pulver wirken sie mechanisch auf Verschmutzungen. Für streifenfreie Fenster reichen Wasser und Abzieher so wie Mikrofasertücher zum Nachpolieren. Auf Klarspüler kann man laut Experten komplett verzichten.

Wer darüber hinaus die Umwelt schonen will, sollte auf Duftstoffe in Putzmitteln verzichten. "Denn sie sind nur komplex abbaubar", sagt Heldt. Klosteine gehen laut Experten überhaupt nicht, weil sie eh nur den Geruch übertünchen. Viel besser sind da alte Hausmittel wie Soda und Natron. Abflüsse bekommt man frei mit Backpulver und Essig. Auch das ist besser als ätzende Rohrreiniger. "Mir genügt auch die Kraft des Pömpels gegen verstopfte Abflüsse", sagt Heldt.

Kühlschrank und Mülleimer können zu bakteriell verseuchten Zonen werden. Sie sollten regelmäßig mit Allzweckreiniger gesäubert werden. Eine Tasse Natron im Kühlschrankt verhindert die Geruchsbildung. Schwämme und Spültücher müssen regelmäßig ersetzt oder gewaschen werden. Eine 60-Grad-Wäsche reicht.

Wer darüber hinaus noch Putz- oder Waschmittel mit den Siegeln Euro-Blume oder Blauer Engel verwendet, ist umwelttechnisch auf der sicheren Seite.

(RP)