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Langenfeld: So läuft eine echte englische "Tea Time"

Langenfeld : So läuft eine echte englische "Tea Time"

Der typisch britische Nachmittagstee wird auch in Deutschland immer beliebter, sagt Barbara Adam - und gibt Tipps für den richtigen Ablauf des genüsslichen Rituals von der Insel.

An ihre erste richtige Teezeit nach britischer Art kann sich Barbara Adam noch genau erinnern. Vor etwa neun Jahren war sie in London. In ihrem Hotel gehörte der nachmittägliche Teegenuss einfach mit dazu. Es gab, stilecht in einer Etagere serviert, Sandwiches, kleine Milchbrötchen, Gebäck sowie Pralinen - und natürlich reichlich schwarzen Tee.

"Das war nicht nur sehr lecker, sondern auch interessant", meint die 52-Jährige. Besonders gut habe ihr das Ritual rund um die "Tea Time" gefallen. "Das ist echte Tee-Kultur", sagt sie. "Man nimmt sich Zeit, hält ein bisschen inne und genießt einfach nur. Für mich hat das einen besonderen Charme - gerade auch im oft hektischen Alltag." Auch in Deutschland erfreue sich die typisch englische Tradition immer größerer Beliebtheit, meint Adam. Mit ihrem Mann Reiner betreibt sie seit 2005 das Fachgeschäft "Teespresso" am Marktplatz 13. Neben Zubehör für Tee- und Kaffeegenuss umfasst das Angebot auch Feinkost und Wohnaccessoires.

"Ich bin leidenschaftliche Teetrinkerin", sagt die Geschäftsfrau. "Es gibt unzählige Aromen und Teesorten können zudem beruhigend, erfrischend oder anregend sein." Das Teetrinken gehört zur britschen Lebensart und wird zelebriert - vor allem beim klassischen "Five O´Clock Tea", der traditionell zwischen 15 und 17 Uhr eingenommen wird. Die RP zeigt, was bei einer englischen Teezeit nicht fehlen darf.

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Tee Typischerweise kommt am Nachmittag ein schwarzer "Assam-Tee" in die Tasse. Namensgebend ist die Anbauregion in Indien. Die Sorte zeichnet sich durch kräftigen Geschmack aus. Die Zubereitung ist in zwei Varianten denkbar: Entweder die Teeblätter verbleiben in der Kanne, was zum Abgießen ein Sieb erfordert und das Aroma immer stärker werden lässt, oder der Tee wird klassisch im Sieb drei bis fünf Minuten ziehen gelassen - bei einer Wassertemperatur von etwa 70 Grad. Ganz wichtig: brauner Zucker.

Die Frage, ob zuerst Tee oder Milch eingegossen wird, ist heikel. Es gibt die Prinzipien "Milk-in-first" (Mif) und "Tea-in-first (Tif). Queen Elisabeth II. soll Ersteres favorisieren, aber gesichert ist diese Erkenntnis nicht. Geschmacklich macht es kaum keinen Unterschied.

Sandwiches Zur britischen Teezeit gehören die Sandwiches. Das Weißbrot ist oft belegt mit Salatgurken, Ei und Lachs. Als Butterersatz dient Sauerrahm ("sour cream"). Auch Kresse, Schinken oder Cheddar sind als Belag denkbar. Wichtig ist, dass die Ränder des Brotes abgeschnitten und die Sandwiches in dreieckige Form gebracht werden. Ob das Brot getoastet ist oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.

Scones Ebenfalls nicht fehlen dürfen die kleinen Milchbrötchen, die meist mit Erdbeermarmelade und Streichrahm serviert werden. Im Handel sind sie nur schwer zu kriegen. "Selber backen" ist daher die Devise. Ebenfalls selten im Supermarktregal zu finden ist "clotted cream". Sie wird aus roher Kuhmilch hergestellt, die erhitzt und für mehrere Stunden stehen gelassen wird. Dabei sammelt sich der Rahm an der Oberfläche und bildet Klümpchen ("clots"). Als Alternative dazu gibt es auch auf Rahm basierende Brotaufstriche.

Gebäck Ohne "Shortbread" ist eine Teezeit unvollständig. Das süße Mürbegebäck gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Typisch sind Zimt oder Orange. Der Teig besteht in der Regel aus einem Teil Zucker, zwei Teilen Butter und drei Teilen Mehl und ist daher sehr gehaltvoll. Die am weitesten verbreitete Form ist rechteckig, schmal und etwa fingerlang.

Süßes Kleine, aber feine Pralinen gehören auch dazu, wenn der nachmittägliche Tee kredenzt wird - oder kleine Teebrote, die aus Hefeteig bestehen und von malzig bis fruchtig verschiedene Geschmäcker bieten können. "In dem Bereich sind viele Varianten denkbar", sagt Adam.

(dora)