Langenfeld: So kümmert sich der Hegering um die Natur

Langenfeld : So kümmert sich der Hegering um die Natur

Stefan Sühs ist Leiter des Hegerings Langenfeld, Claus Petzel ist sein Stellvertreter. Im RP-Redaktionsgespräch berichteten beide über ihre Aufgaben rund um den heimischen Wald und die dort lebenden Tiere.

Tauben seien aus seiner Sicht ein Riesenproblem, sagt Stefan Sühs. "Die gehen an Rüben, Erdbeeren und Gemüse." Der Leiter des Hegerings Langenfeld hält es daher für gut, dass Tauben unter bestimmten Umständen getötet werden dürfen. "Unsere Aufgabe ist es zu sagen, wann die Tauben bejagt werden dürfen", skizziert Sühs einen Teil des eigenen Tätigkeitsspektrums. Zusammen mit seinem Stellvertreter Claus Petzel war er zum Gespräch in die Räume der Langenfelder RP-Lokalredaktion gekommen.

Ein Hegering ist eine Untergliederung der Jägerschaften auf lokaler Ebene, und damit nach Landesjagdverband und Kreisjägerschaft die kleinste Organisationseinheit im Deutschen Jagdverband. Die Kreisjägerschaft Düsseldorf und Mettmann (KJS) umfasst die zur Landeshauptstadt und zum Landkreis gehörenden Flächen. Sie ist Mitglied im Landesjagdverband Nordrhein Westfalen (LJV NW), der wiederum dem Deutschen Jagdschutzverband (DJV) angehört.

Sühs ist 54 Jahre alt und Gärtner. Den Hegering betreuen er und sein Stellvertreter Petzel ehrenamtlich. Eine wichtige Aufgabe sei gerade im Frühjahr der Schutz der Rehe und Kitze, die sich gerne ins Feld zurückziehen. "Bevor ein Bauer auf seinem Feld die Ernte einfährt, muss er es absuchen", erklärt Sühs. "Und dann soll er von innen nach außen mähen, damit die Tiere sich woanders verstecken können."

Weiterhin gehört es zum Job der Hegeringleiter, Unfallwild - etwa auf Landstraßen - wegzuräumen. Diese und andere Aufgaben der Öffentlichkeit zu vermitteln, ist den beiden Redaktionsbesuchern nach eigenen Worten ein großes Anliegen. So hat Sühs selber eine rollende Waldschule zusammengestellt mit ausgestopften Tieren der Heimat. "Etwa 25 Schulklassen im Jahr besuchen wir mit dieser mobilen Schule."

Dabei erläutert Sühs auf spielerische Weise die Rechte und Pflichten eines Waldbesuchers. "Warum darf ich zum Beispiel keinen Nagel in einen Baum schlagen?", frage bei dieser Gelegenheit die Kinder. "Weil der Baum dann verletzt ist und anfällig für Pilzbefall." Sehr gut sei auch die eigene Nistkasten-Aktion angekommen: Die Hegering-Mitarbeiter ließen Kinder die vorgefertigten Teile von Vogelhäusern zusammen nageln. "Wenn nur die Hälfte dieser Nistkästen aufgehängt worden sind, haben wir der Vogelwelt schon einen großen Gefallen getan", so Sühs.

Ein weiteres Thema sind Hunde und Katzen. Schätzungsweise zwei Millionen herrenlose Katzen sollen in Deutschland umherstreunen und Vögel, Amphibien sowie kleinere Säugetiere erheblich dezimieren. "Wildernde Katzen gefährden massiv den Bestand einiger Tierarten", sagt Sühs. Gerade jetzt im Frühjahr seien Jungtiere in der Natur besonders gefährdet. "Wir bitten deshalb alle Tierhalter, Katzen und Hunde in der freien Natur nicht unbeaufsichtigt streunen und wildern zu lassen." Eine streunende Katze könne pro Jahr bis zu 1000 Vögel, Kleinsäuger und Amphibien erbeuten. Sühs ist dafür, solche Katzen kastrieren zu lassen. Dennoch kommt es selten vor, dass auf Langenfelder Gebiet eine streunende Katze abgeschossen wird. "Und davon, dass ein Hund erlegt worden ist, habe ich noch nie gehört", ergänzt Petzel.

(RP)
Mehr von RP ONLINE