Langenfeld: So halten es Religionen mit Geld

Langenfeld: So halten es Religionen mit Geld

Christen, Moslems und Buddhisten diskutierten in der Sparkasse.

Geld, Reichtum, Mammon, Kirchensteuer, Almosengabe, Bettelmönchtum, Finanzkrise. Bei einer Veranstaltung des "Rats der Religionen Leverkusen", an dem unter anderen der hiesige Evangelische Kirchenkreis beteiligt ist, sprachen Vertreter von Religionsgemeinschaften über das Geld. Dem Rat der Religionen gehören Christen, Moslems, Juden und Buddhisten an.

Leverkusen katholischer Stadtdechant Heinz-Peter Teller betonte, dass die Kirche verantwortlich mit Geld umzugehen habe. Negativbeispiele wie teure Badewannen im Limburger Bischofssitz sollten nicht davon ablenken, dass die katholische Kirche mit der ihr anvertrauten Kirchensteuer viel Gutes tue, nicht zuletzt durch Hilfswerke in Notgebieten in Südamerika und Afrika.

Auch die Spenden, von denen die Neuapostolische Kirche lebt, seien wichtige Opfer, die die Gläubigen aus Dankbarkeit geben, sagte Priester Stefan Vis aus Opladen. Den Mitgliedern seiner Religionsgemeinschaft sei es wichtig, Geld sozialverträglich zu erwerben und mit Besitz sinnvoll umzugehen.

Muslime sind gewohnt, vor allem im Fastenmonat Ramadan Geld zu spenden, erklärte Ismalj Memishi vom Rat der islamischen Gemeinschaften. Wie alle islamischen Pflichten fördert auch das Almosengeben die Gemeinschaft der Gläubigen und bereitet auf das Leben nach dem Tod vor: "Wir nehmen keinen Cent mit", sagte Imam Muhamed Mermari.

"Arme werden unterstützt mit Geld, das auf vom Koran erlaubte Weise (,halal') verdient wurde." Zinsgeschäfte gehörten nicht dazu.

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Die buddhistische Nonne Ramona RuZan Nolde (Gemeinschaft Zaltho Sangha e. V.) geht einem weltlichen Beruf nach und zahlt wie alle Miete und Busticket. Durch gemeinsame Meditationen und Beschäftigung mit der Lehre Buddhas beschäftigt sie die Frage, was wirklich notwendig zum Leben und wie groß ihre Bereitschaft zum Teilen ist. Sich von der "Anhaftung" des Besitzes zu befreien und selbstlos zu geben sei ein wichtiges Ziel im Buddhismus.

Über den privaten Umgang mit Geld hinaus kritisierte Superintendent Gert-René Loerken den entfesselten Geldmarkt. Der evangelische Pfarrer warnte vor einem Zusammenbruch des Wirtschaftssystems, bei dem Reiche reicher und Arme ärmer werden. Mit dem Vermögen wachse die Verantwortung für ein gerechtes Wirtschaften, das nicht etwa Armut in Entwicklungsländern schafft.

Geld gebe der Kirche die Möglichkeit, diakonisch zu handeln. "Wir leben aus dem Glauben heraus gesellschaftliche Verantwortung." Für Christen sei Geld ein Thema, allein schon, weil sich mehr als 2000 Bibelstellen mit Geld und Besitz beschäftigen, sagte Loerken.

Das Treffen der Vertreter der Religionsgemeinschaften fand bei der Sparkasse in Leverkusen statt. "Wenns um Geld geht", sei die Sparkasse Leverkusen auch für eine interreligiöse Diskussion ein guter Ort, sagte ihr Vorstandsmitglied Markus Grawe.

Grawe lobte auch den Dialog der Religions-Gemeinschaften. Miteinander zu reden sei nun einmal die Basis für ein friedliches Miteinander. Die Besucher quittierten das mit Applaus.

(bine)