1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld: So hält die Feuerwehr den Fuhrpark fit

Langenfeld : So hält die Feuerwehr den Fuhrpark fit

Die Einsatzwagen umrunden pro Jahr zusammengerechnet sechseinhalb Mal die Erde. Da fällt viel Reparaturbedarf an.

Eine Gong ertönt, die großen Tore öffnen sich, nach wenigen Sekunden steigen Feuerwehrleute in die Fahrzeuge und düsen los. Eindrucksvoll demonstriert der Start eines alltäglichen Einsatzes die perfekte Organisation der Langenfelder Feuerwehr. Damit ihre Wagen jederzeit einsatzbereit sind, müssen sie und die darauf befindlichen Gerätschaften regelmäßig überprüft werden. "Das kann bis zu anderthalb Stunden dauern", erklärt Christian Kaese von der hauptamtlichen Wache, zuständig für Ausbildung und Beschaffung.

 Oberbrandmeister Markus Alp prüft den Spreizer, mit dem Menschen aus Fahrzeugen befreit werden können.
Oberbrandmeister Markus Alp prüft den Spreizer, mit dem Menschen aus Fahrzeugen befreit werden können. Foto: MATZERATH

32 Autos gehören zur Langenfelder Feuerwehr, sechs davon stehen in Gerätehäusern in Reusrath, Richrath und Wiescheid. Der Rest parkt in der fünf Jahre alten Feuerwache in Langfort. Blitzsauber und brandneu steht das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) in den Hallen an der Lindberghstraße 72. Etwa 390 000 Euro hat das speziell auf die Bedürfnisse der Langenfelder Feuerwehr zugeschnittene Fahrzeug gekostet. Das HLF 20 lief im April 2013 von Band, ist somit das jüngste Fahrzeug im Fuhrpark. Doch auch der signalorangefarbene Neuling ist nicht vor kleineren Störungen gefeit. "Die LED-Beleuchtung funktioniert nicht", stellt Kaese fest. Bereits wenige Minuten später machen sich seine Kollegen daran, das Problem zu beheben. "Die Autos werden jeden Tag bei Schichtwechsel überprüft", erklärt Kaese. Drehleiter, Lichtmast, Spreizer – fast alle Bestandteile der Fahrzeuge werden getestet. "Die Löschmannschaften arbeiten eine Checkliste an ihren Fahrzeugen ab. Die meisten Teile haben wir, auch wenn kein Einsatz ist, jeden Tag in der Hand." Zusätzlich würden alle Teile nach einem Einsatz überprüft und gegebenenfalls gereinigt und repariert.

  • Die Langenfelder Aaron Winter (am Ball)
    Handball, Regionalliga : „interaktiv Handball“ müht sich gegen SGL
  • Monheims Kapitän Tim Kosmala (r.) und
    Fußball, Oberliga : Monheims Derbysieg ist kein Zufallsprodukt
  • Maurice Grünewald (re.) vergab eine gute
    Fußball, Landesliga : SC Reurath punktet und ärgert sich über das Unentschieden

Die roten Lösch- und Gerätewagen durchlaufen alle zwei Jahre die normale Untersuchung des Technischen Überwachungsvereins (TÜV). Alle anderen Wartungsarbeiten nehmen die Werkstätten der Feuerwehr vor. "Wir haben zehn eigene Werkstätten, die sich um Fahrzeuge und Ausrüstung kümmern", sagt Kaese. Darunter seien beispielsweise eine Schlosserei, eine Schlauch- und eine Kfz-Werkstatt.

Die Feuerwehrleute sind zusätzlich zu ihrer feuerwehrtechnischen Ausbildung Handwerker. Ausgebildete Schlosser können so zum Beispiel für die speziellen Gerätschaften fortgebildet und in der hauseigenen Schlosserei eingesetzt werden. "Atemgeräte können wir in der Regel am zweiten Tag nach Nutzung wieder in Betrieb nehmen." Nach Säuberung und Desinfektion seien sie wieder voll einsatzbereit. "Wir haben aber natürlich alle Geräte mehrfach vor Ort. So nehmen die Wartungen keinen Einfluss auf die Einsatzbereitschaft."

An Bord des imposanten HLF 20 sind auch eine Wasserpumpe und eine Ausstattung für die medizinische Erstversorgung. Über lange, von der Decke hängende Kabel werden den Fahrzeugen permanent Strom und Druckluft zugeführt. "Wir gewährleisten so, dass wir sofort losfahren können", sagt Kaese. Natürlich sind auch die Tanks der Löschfahrzeuge gefüllt. "Leer kehren sie aber nicht hierhin zurück. An den Einsatzstellen wird wieder Wasser zugeführt, um für einen Folgeeinsatz bereit zu sein."

In der Hauptwache an der Lindberghstraße sind auch einige Fahrzeuge der freiwilligen Feuerwehr (Löschzug 1) stationiert. "Um die Fahrzeuge kümmern sich ehrenamtliche Einsatzkräfte, die ihre Freizeit für die Fahrzeug- und Gerätepflege aufwenden." Einschließlich Rettungsdienst legten die Feuerwehr- und Rettungswagen im Jahr 2013 etwa 269 000 Kilometer zurück. Damit ginge es sechseinhalb Mal um die Erde. "Zum Glück sind da viele Rettungsdienstfahren und Fehlalarme dabei", sagt Feuerwehrchef Heinz-Josef Brand. "Sonst läge Langenfeld ja schon in Schutt und Asche."

(jim)