Monheim/Langenfeld: Smart: Wo Laternen miteinander reden

Monheim/Langenfeld: Smart: Wo Laternen miteinander reden

Die Stadt Monheim vernetzt ihre Straßenbeleuchtung, so dass die Lampen punktuell gesteuert werden können.

Dass Laternen als Standort für W-Lan-Hotspots dienen - wie an der Hauptstraße in Baumberg - ist smart. Und es passt in das Projekt Smart City, das die Stadt Monheim vorantreibt. Für "Smart Lightning", Teil des Gesamtprojekts, reicht allein ein W-Lan-Hotspot nicht. "Hierzu braucht man eine andere, sichere Kommunikationsebene, damit Smart Lightning mehr kann, als nur Licht an- oder auszuknipsen", sagt Markus Nesseler, bei der Stadt für die Beleuchtung zuständig. Intelligentes Licht sei darüber hinaus steuerbar.

Die smarten Leuchten in der Altstadt sollen auch in verschiedenen Farbtönen straheln. Foto: Ralph matzerath

So sind die neuen Leuchten in der Altstadt mit zwei verschiedenen Weißtönen ausgestattet. Sie können warm oder kalt scheinen. "In diesem Jahr werden wir auch versuchen, sie in buntem Licht erstrahlen zu lassen. Etwa zu Altstadtfesten", hat Nesseler auf dem Zettel. Darüber hinaus sind die smarten Leuchten in der Altstadt untereinander vernetzt, so dass sie im Meshnet miteinander kommunizieren können und bei einem Ausfall entweder in der Lage sind, sich selbst zu reparieren oder eine Meldung an die Interneplattform zu senden.

Ein oder zwei kleine Antennen am Fuß der Laternen machen's möglich. Das Rüstzeug würde es zudem ermöglichen, eine CO2-Messstelle, einen Bewegungsmelder oder auch eine Videokamera zu installieren. "Doch das ist noch Zukunftsmusik", sagt Nesseler und betont, dass gerade erst einmal die Testphase läuft - mit dem Partner T-Systems, der den Aufbau der Internetplattform, dem "Internet of Things" (IOT), betreut. Ist die Plattform da, kann vom PC im Rathaus oder der Mega aus die Beleuchtung gesteuert werden.

In der Altstadt, wo beim Umbau auch zugleich die Verkabelung der Laternen erneuert worden ist, sind die Rahmenbedingungen optimal für weiter Nutzungsmöglichkeiten. "Nicht alle Kabel im Stadtgebiet sind für eine 24-Stunden-Nutzung ausgelegt", weiß Nesseler. Deshalb stehe eine Erneuerung an. Bei den jüngsten Baustellen der vergangenen drei Jahre habe man bereits kilometerlange Leerrohre verlegt, um später neue Kabelstränge einziehen zu können. Das sei auch mit Blick auf Stromtankstellen so.

In diesem Jahr sollen überdies der Rathauseingang und der Schelmenturm eine neue, steuerbare Beleuchtung bekommen. Für die Straße am Heerweg sind zwölf smarte Leuchten geplant. "Dabei kann man Dimmphasen festlegen oder etwa bei einer Nachtabschaltung in abgelegenen Gebieten Bewegungssensoren so schalten, dass sie bei Bedarf den Impuls geben, die Beleuchtung hochzufahren", sagt Nesseler. Damit wirke die Stadt der oft kritisierten Lichtverschmutzung entgegen. Sollte das in der Testphase gut funktionieren, könne man im nächsten Schritt auch Parks, Grünanlagen oder andere, abgelegenere Gebiete damit ausstatten.

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Insgesamt sind derzeit 1000 Lichtpunkte in der Stadt "smartfähig". Sie müssten bloß mit Sensoren ausgerüstet werden. 160 Leuchten in Altstadt und Musikantenviertel sind bereits miteinander vernetzt und im Testbetrieb. Wie viele Möglichkeiten, die sich durch Smart Lightning ergeben, tatsächlich umgesetzt werden, müsse die Auswertung ergeben. Messbar sei etwa der Stromverbrauch, der Wartungsbedarf.

Bis 2020/21 werden zunächst moderne LED-Leuchten in allen Wohnstraßen eingesetzt, sagt Nesseler. Ein erstes Großprojekt im 4.0-Smart-City-Programm, das stadtweite W-Lan Netz, werde Ende dieses Jahres im Echtbetrieb laufen, ergänzt dazu Monheims IT-Experte Oliver Hilscher. Damit wäre Monheim landesweit beispielhaft. Das schnelle Internet mit Leistung bis ein Gigabit soll bis Ende 2018 verlegt, die Zahl der Hotspots (W-Lan) dann auf 500 gestiegen sein.

Langenfeld startet ebenfalls mit der intelligenten Beleuchtung. Im Zuge des Umbaus Solinger Straße sollen bis September die ersten 60 Leuchten zwischen Richrather Straße und Unterführung Hardt aufgestellt werden, erläutert Referatsleiter Franz Frank. Diese würden dann so vorbereitet, dass sie steuerbar sind und mittelfristig mit Sensoren, etwa für das Messen des Verkehrsaufkommens, nachgerüstet werden können.

Partner sind die Stadtwerke Langenfeld, die auch die dazu benötigte Internetplattform betreiben sollen, so Frank. Anschließend würde das Stück von der Sparkasse bis zur Friedhofstraße in Angriff genommen. Auch der Konrad-Adenauer-Platz, der 2019 umgebaut wird, soll smart beleuchtet werden.

(og)