Langenfeld/Monheim: Sie sind Botschafter ihrer Städte

Langenfeld/Monheim: Sie sind Botschafter ihrer Städte

Gänseliesel und Spielmann, Christel von der Post und Postillon lieben alte Traditionen.

Gänseliesel und Spielmann, Christel von der Post und Postillon lieben alte Traditionen. Erstere sind in Monheim unterwegs, die anderen Beiden in der Posthornstadt. Wo sonst. Beide Paare sind in der fünften Jahreszeit unterwegs.

Foto: Gromoka

Die Traditionspaare in Langenfeld und Monheim repräsentieren auf eine ganz eigene Art und Weise ihre Stadt. Die Langenfelder als Postillon und Christel von der Post, in Monheim als Gänseliesel und Spielmann. Ein Ehrenamt, das nicht nur viel Zeit in Anspruch nimmt, sondern auch voller Überzeugung und Herzblut verkörpert wird.

Josef und Heidi Felbor sind seit zwei Jahren Langenfelds Traditionspaar und wenn der 68-jährige und seine Frau Heidi (63) - seit 40 Jahren verheiratet - über ihr Ehrenamt erzählen, dann geht ihnen das Herz auf. "Es macht uns einfach unfassbar viel Spaß", wiederholt die 63-Jährige immer wieder. Als Postillon Josef I und Christel von der Post Heidi I repräsentiert das Ehepaar die Stadt, in ihren auffälligen Uniformen der Königlich Hannoverschen Post Anno 1820. Maßanfertigungen, die sie im Sommer ganz schön ins Schwitzen bringen. "Unter den Hüten und mit den Rollis unter den Uniformen wird es manchmal ganz schön heiß", gesteht Heidi Felbor und muss lachen, als sie sich an den ersten Auftritt in voller Montur erinnert: "Da fielen bei meinem Mann nach und nach die Knöpfe ab und meine Tochter musste sie während unseres Auftritts immer wieder annähen." Seitdem führt die gelernte Hauswirtschafterin immer ein kleines Nähunfallset mit sich.

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In Langenfeld war die alte Thurn- und Taxissche Poststation. Daran erinnert das Posthorn im Stadtwappen und das Traditionspaar, das mal den Bürgermeister oder das Prinzenpaar begleitet, mal aber auch alleine die Stadt repräsentiert. Bis zu 100 Auftritte absolvieren die beiden im Jahr.

In Monheim konzentrieren sich die Auftritte des Traditionspaares eher auf die Karnevalssession. Die Gänseliesel, die im Monheimer Stadtwappen verewigt ist, und Ziehtochter des Monheimer Vogts Johann Peter Aschenbroich von 1695 war, repräsentiert die Stadt auf Festen und eröffnet jedes Jahr den Gänselieselmarkt. Gemeinsam mit dem Spielmann, ein Straßenmusiker der der Sage nach jedes Jahr zur Sommerkirmes den Rhein bis nach Monheim überquerte, begleitet die Gänseliesel, und ist vor allem im Karneval präsent. Jeantine Pietrzik (20) und Sebastian Wadenpohl (31) zogen in der vergangenen Session als Gänseliesel und Spielmann durch die Monheimer Karnevalssitzungen. Und auch wenn die 20-Jährige vor ihrem Amt nur wenig mit der närrischen Zeit zu tun hatte, sagt sie jetzt: "Es hat immer Spaß gemacht" und überlegt sogar einem Karnevalsverein beizutreten. Sebastian Wadenpohl ist kein unbekannter Karnevalist in Monheim. Seit neun Jahren gehört er der Prinzengarde an, den Spielmann verkörperte er bereits von 2008 bis 2010 und nun in der vergangenen Session. Das Besondere ist für ihn immer noch der Zusammenhalt der Truppe: "Und es macht einfach einen riesigen Spaß, wenn man in die strahlenden Augen der Leute schaut." Besonders die Damensitzung heben beide heraus. Wadenpohl: "Für mich als Mann ist es ein besonderes Highlight vor den Damen das Wappenlied zu singen."

(RP)