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Langenfeld: Sie macht Jugendliche fit für die Firmung

Langenfeld : Sie macht Jugendliche fit für die Firmung

Gemeindereferentin Britta Schöllmann hat das Alter für Firmanden herabgesetzt. Die gestiegenen Anmeldezahlen geben ihr recht.

Andere mögen ständige Anrufe nerven, sie aber freut sich darüber, gerade derzeit. "Seit der Anmeldebrief raus ist, steht mein Telefon nicht mehr still", sagt Britta Schöllmann. Die Gemeindereferentin der Pfarre St. Josef und Martin ist für die Firmung in Langenfeld zuständig. Noch bis morgen können sich 15- und 16-Jährige in ihrem Büro neben St. Mariä-Himmelfahrt zur Firmung 2015 anmelden. Und die 41-Jährige ist zuversichtlich, dass es wieder mehr als 100 Firmanden aus ganz Langenfeld werden.

Eine Zahl, die nach Schöllmanns Überzeugung einer Neuerung zu verdanken ist. "Bis voriges Jahr sind die Jugendlichen bei uns mit 17 oder 18 zur Firmung gegangen. Wegen der verkürzten Gymnasialzeit haben wir aus der Zielgruppe, die vor dem Abi steht, aber immer häufiger gehört: zu viel Stress, keine Zeit", berichtet die Gemeindereferentin. "Deshalb haben wir die Firmung im Lebensalter vorverlegt."

So gab es im vorigen Jahr zwei Firmtermine: im Frühjahr für die 17- und 18-Jährigen und im Herbst für die 15- und 16-Jährigen. Und siehe da: Waren es im Mai 62 Jugendliche, denen Weihbischof Dominikus Schwaderlapp das Sakrament spendete, so kamen im November 129 Firmanden zusammen. Und auch für die bevorstehenden Monate bis zur Firmmesse am 12. Mai in St. Martin in Richrath plant Schöllmann wieder mit Vorbereitungskapazitäten für diese Größenordnung. Dabei haben die Firmanden die Wahl: entweder fünf Samstage in einer Großgruppe oder ein Samstag und sieben Abende in einer Kleingruppe. Los geht es am 28. Februar. "Die Themen sind das Gottesbild oder etwa Tod, Trauer und Kreuz", sagt Schöllmann.

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"Firmung ist die Fortführung und Vollendung der Taufe", erklärt sie. "Die Jugendlichen bekräftigen die Entscheidung für den christlichen Glauben, die ihre Eltern für sie getroffen haben." Während die Erstkommunion den Eintritt in die Mahlgemeinschaft mit Christus bedeutet (im Alter von acht, neun), so bestätigen die Firmanden ihren Glauben vor sich selbst, der Gemeinde und dem Bischof. Der spendet die Firmung, indem er dem Firmanden mit Salböl ein Kreuz auf die Stirn zeichnet. Der Gläubige empfängt damit nach katholischem Verständnis die Kraft des Heiligen Geistes. "Was der Heilige Geist ist, erkläre ich gerne so", sagt die studierte Theologin: "Gott ist über uns, Jesus geht mit uns, und der Heilige Geist ist in uns und hilft uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Auffällig: Während sich unter die Katechetinnen, die Kinder auf die Erstkommunion vorbereiten, "nur selten ein Mann verirrt" (Schöllmann), so ist das Geschlechterverhältnis bei den Firmbegleitern etwa pari. Welche zu finden, ist nach ihrer Erfahrung schwieriger: "Die Firmvorbereitung ist kein Religionsunterricht, sondern da wird intensiv über den persönlichen Glauben gesprochen. Da kommt man auch mal an seine Grenzen", erklärt sich Schöllmann die Zurückhaltung vieler Erwachsener beim Engagement in der Firmvorbereitung.

Robert Küttner (48) aus Immigrath, der in diesem Frühjahr seine neunte Firmgruppe begleitet, kann das mit den Grenzen bestätigen: "Gerade wenn in den Gesprächen Zweifel an Gottes Gerechtigkeit deutlich werden, zum Beispiel in Zusammenhang mit dem Tod eines geliebten Mitmenschen, dann lässt das einen auch im eigenen Glauben nicht unberührt", sagt der dreifache Vater. In diesem Jahr wird auch seine Jüngste zur Firmung gehen. Nele (16) freut sich schon darauf: "In den Gruppenstunden können meine Freundinnen und ich uns dann intensiv über unseren Glauben austauschen." Und das gemeinsame Bogenschießen, das Britta Schöllmann plant? "Das find' ich cool."

(RP)