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Langenfeld/Haan: Sicher zur Schule: Kinder lernen Regeln

Langenfeld/Haan : Sicher zur Schule: Kinder lernen Regeln

In Kindergärten gehört das Schulwegtraining gemeinsam mit der Polizei zum Standardprogramm.

Celina und Kira laufen Hand in Hand stolz vorne weg. Die beiden Fünfjährigen wollen zeigen, was sie schon gelernt haben und worauf sie achten müssen, bevor sie eine Straße überqueren. "Links gucken, rechts gucken, noch mal links gucken!", weiß Celina aus dem Kindergarten des Haaner Familienzentrums Alleezwerge.

 Schulweg-Training des Familienzentrums Alleezwerge: Celine (vorn) und Kira überqueren mit Nicole Maier eine Straße.
Schulweg-Training des Familienzentrums Alleezwerge: Celine (vorn) und Kira überqueren mit Nicole Maier eine Straße. Foto: Olaf Staschik

"Wir beginnen schon früh damit, die Kinder als Fußgänger an den Straßenverkehr heranzuführen", erklärt Erzieherin Gabriele Erler. Sind die Mädchen und Jungen vier Jahre alt, üben sie erstmals unter der Leitung von Claudia Kassel-Kettler. Haben sie die Anweisungen verstanden und reagieren entsprechend, folgen kurze Ausflüge. Gabriele Erler: "Wichtig ist, dass die Kinder reif genug sind und Anweisungen verstehen und darauf hören."

Celina und Kira sind schon reif genug. Sie kommen im nächsten Jahr in die Schule und üben fleißig für ihren Schulweg. Yvonne Huhmann, die Mutter von Celina, erzählt, dass ihre ältere Tochter bereits in die Grundschule geht. "Dadurch kennt Celina schon den Weg. Ich lasse sie mit ihrer großen Schwester zusammen gehen und warte an der Ecke und beobachte, ob sie alles richtig macht." Schon ein Jahr bevor die Kinder eingeschult werden, setzt das Training der Polizei im Kindergarten an.

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So ist es auch in Langenfeld, wo unter anderem der Bezirksbeamte Diethelm Kuger (49) mit den Vorschulkindern in den Kitas übt. "Wir fangen mit einfachen Verhaltensregeln an, sagen den Kindern zum Beispiel, dass sie sich neben einer Straße nicht gegenseitig schubsen dürfen." Danach zieht Kuger mit acht bis zwölf Kindern los; immer in Begleitung von Erzieherinnen und einigen Eltern, die beim Überqueren einer Straße als Sicherheitsposten eingesetzt würden.

Schon die Nutzung des Gehwegs birgt nach Kugers Worten manche Gefahrenpunkte, auf die er und seine Kollegen die Kinder ausdrücklich hinweisen. "Sie sollten möglichst nahe an den Häusern oder Hecken entlang gehen, die wir die ,Kinderseite' des Gehwegs nennen. Wenn sie dort nach einer Rangelei stürzen, ist das nicht so schlimm wie direkt neben der Fahrbahn." Aufpassen müssen sie auf dem Gehweg auf Radler und Inlineskater, die oftmals dort entlang fahren. "Ein besonderer Gefahrenpunkt sind Ausfahrten aus Tiefgaragen und vor allem aus Innenhöfen. Wenn dort ein großer SUV rückwärts heraus fährt, sind durch das hohe Heckfenster kleine Kinder nicht zu sehen."

Im nächsten Schritt übt Kuger mit den Vorschulkindern das Überqueren der Fahrbahn ein. "Vor dem Bordstein müssen die Kinder immer stehen bleiben. Deswegen nennen wir ihn ,Stoppstein'." Dann müssen die Mädchen und Jungen nach beiden Seiten schauen; dorthin, wo der Verkehr herkommt. "Die Worte ,links' und ,rechts' vermeide ich möglichst, weil nicht alle Vorschulkinder wissen, was das ist." Erst, wenn von beiden Seiten kein Fahrzeug naht, überqueren die Kinder die Straße "zügig und auf geradem Weg".

Ampeln ermöglichen zwar eine gesicherte Überquerung, doch warnt Kuger vor Unachtsamkeit bei Grün. "Der Spruch ,Bei Rot stehen, bei Grün gehen' stimmt nur bedingt. Plötzlich können abbiegende Autos nahen. Darauf müssen die Kinder vorbereitet sein und vor dem Losgehen nach beiden Richtungen schauen."

Kuger empfiehlt Eltern der angehenden i-Dötze, den Schulweg mit ihren Kindern gemeinsam mehrfach abzugehen und das Verhalten bei kniffligen Situationen einzuüben. "Das geht auch spielerisch, indem zum Beispiel das Kind die Mutterrolle übernimmt und umgekehrt. Solche Sequenzen kann man auch immer wieder einfließen lassen, zum Beispiel beim Weg zum Bäcker." So würden die Kinder auch für den Fall gewappnet, dass auf dem Schulweg eine Ampel ausfällt oder wegen eines Unfalls eine Alternativroute gewählt werden muss."

Als weitere Tipps für einen sicheren Schulweg rät Kuger dazu, Kinder rechtzeitig vor Unterrichtsbeginn loszuschicken und gerade in der dunklen Jahreszeit auf helle Kleidung sowie Reflektoren zu achten. Dass die Mädchen und Jungen möglichst selber zu Fuß zur Schule gehen, hält der Bezirksbeamte für wichtig. "Wenn sie den Schulweg gut bewältigen, macht sie das selbstsicher. Das stärkt sie auch in anderen Situationen. Und außerdem hat das den Nebeneffekt, dass sie sich bewegen und Sauerstoff tanken. Das stärkt die Konzentration im Unterricht."

Wie in Langenfeld bietet die Polizei auch in der Haaner Kita einen Elternnachmittag an. "Sie müssen wissen, was ihre Kinder können und vor allem noch nicht können", sagt Gabriele Erler. Damit die Kinder sicher werden, müsse viel geübt und wiederholt werden.

(RP)