Langenfeld/Ratingen : Geheimtipps: Läden mit feinem Angebot

Nicht jeder Händler will ins Zentrum. Manche sind etwas versteckt – wie ein Schuh-, ein Spiele- und ein Delikatessenladen.

Man muss sie zwar nicht suchen wie die Ostereier im Garten. Aber man findet sie auch nicht zwangsläufig: versteckte Läden. Es gibt sie zwar nur noch in kleiner Zahl, aber wir haben einige gefunden -  in Nebenstraßen, an Rückfronten von Einkaufzentren, zwischen Baustellen oder Gewerbehallen. Man soll es nicht glauben, aber die meisten der Geschäftsleute haben ihren Standort bewusst abseits vom typischen Einkaufsrummel gewählt. Martin Stöckel ist einer von ihnen mit seinem Kinderschuh-Geschäft „Step by Step“ an der Solinger Straße in Langenfeld, weitab vom Mainstream, derzeit ziemlich einsam neben einer großen Baustelle.

„Wir können keine Laufkundschaft gebrauchen“, sagt Stöckel, „denn wir betreiben ein beratungsintensives Geschäft und brauchen Ruhe. Wenn da alle paar Minuten jemand durch den Laden rennt und doch nichts kauft, stört das nur. Wir wählen bewusst die 1-B-Lage mit unseren Läden. Alles Weitere muss sich rumsprechen.“

Nicht die günstige Miete steht also im Vordergrund. Die nennt er zuletzt.  Erst einmal erwähnt er den Parkplatz direkt neben der Tür. „Man ist in einer halben Minute im Laden“, sagt Stöckel. Vielfach machen die Eltern für ihre Sprösslinge auch Termine für den Schuhkauf. Der Geschäftsmann  setzt auf exquisite Marken. Und da die Kinderschuh-Größe von 18 bis 40 reicht, mitunter sogar 41 und 42 nachbestellt werden müssen, wundert es auch nicht, dass manche Mutti im verborgenen Schuhlädchen „Step by Step“ selbst einkauft. Bisher hat sich das „Versteck“ an der Solinger Straße bewährt. Fünf Jahre halten sich Martin und Alexandra Stöckel mit ihrem Spezial-Laden dort schon.

Auch am griechischen Delikatessenhandel von Nikolaos Skamagas in Monheim kommt man nicht zufällig vorbei. Es geht von der Siemensstraße auf einen Gewerbehof und dort ganz hinten rechts verkauft Skamagas seine Feinkost aus Griechenland. „Unsere Lieferungen kommen oft mit dem Lkw aus Griechenland, da gibt es einfach in der Stadt keinen Zugang“, sagt Skamagas. „Auch wenn wir selbst etwas mit der Spedition verschicken müssen, geht das von hier aus viel unkomplizierter.“ Außerdem finden auch dort die Kunden den Parkplatz direkt vor der Tür. Das ist besonders praktisch, wenn man derzeit einen Karton  „wunderbaren griechischen Rotwein zum Osterlamm“ gekauft hat oder einen Kanister bestes, kalt gepresstes Olivenöl „zum Spargel“.

Das Angebot umfasst unter anderem  Thymian-Honig, geräuchertes Öl, Zitronen-, Orangen- und Thymian-Öl, wunderbare Gewürze und Kräutertees aus Kreta, Oliven in allen Varianten und natürlich auch eine nette Retsina-Variante, die besonders auf der Terrasse schmeckt. Skamagas liefert zu allen seinen Produkten kleine Geschichten über ihre Herkunft. Das ist seine Leidenschaft. Der ganz große Geheimtipp sind dann und wann kretische Orangen und Avocados. Der Chef informiert gerne per Mail, wann sie da sind. Der kleine Ausflug ans Gewerbegebiet nahe der Niederstraße lohnt sich auf jeden Fall.

Auch das Geschäft „Spiel und Buch“  von Uwe und Karin Frohns entdeckt man nicht unbedingt im Vorübergehen. Sie haben sich an der Hinterseite des Arkadenhofs Richtung Stadtmauer versteckt. Und das auch bewusst. „Als wir damals ein Ladenlokal gesucht haben, war im Arkadenhof schon alles weg. Und die Läden in Lauflage hatten utopische Mietpreise“, sagt Karin Frohns. 15 Jahre existiert „Spiel und Buch“ bereits im Verborgenen am Obertor. Mit Hinweisschildern und Aufstellern macht das Geschäft auf sich aufmerksam. Und mit Geschenken. Deko-Artikeln, Bücher und hochwertigem Spielzeug, „das man sonst nirgends findet“, sagt Karin Frohns. Dazu kommt eine  Schaufenster-Front von 17 Metern, die alle fünf bis sechs Wochen neu und themenbezogen dekoriert wird. Kein Wunder, dass der schöne Laden im Verborgenen jetzt von der Fachzeitschrift „Das Spielzeug“ zum Top-Händler im April gewählt wurde. Einen Hauch von Nostalgie hat die Jury zwischen Spielzeug, Hör-CDs, Brettspielen und schönstem Kunsthandwerk festgestellt. „Es ist ja in der Regel so, dass die Läden abseits des Trubels die interessanteren sind. Man muss nur mal rechts und links schauen“, sagt Frohns.