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Sekundarschule: Monheim hat bald eine Rosa-Parks-Schule

Monheim : Monheim hat bald eine Rosa-Parks-Schule

Sieben Jahre nach ihrer Gründung will sich die Sekundarschule in Monheim einen besonderen Namen geben: „Rosa-Parks-Schule“.

Auf diesen Namen hat sich die Schulkonferenz in einem seit Mai 2017 dauernden Findungsprozess geeinigt. Rosa Parks dürfte hierzulande wenig bekannt sein, dafür gilt sie in den USA als Ikone der Bürgerrechtsbewegung.

Die Afroamerikanerin wurde 1955 verhaftet, weil sie sich geweigert hatte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Mann zu räumen. Damals herrschte im Bundesstaat Alabama – wie überhaupt im Süden der USA – in Schulen, Bussen, Zügen und Aufzügen noch strikte Rassentrennung. Auch als Reaktion auf die Verhaftung organisierte der damals noch recht unbekannte Baptistenprediger Martin Luther King einen Busboykott, der die Behörden schließlich dazu zwang, die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln aufzuheben.

In der Begründung der Schulleitung für die Namenswahl ist zu lesen, dass die Umsetzung des schulischen Leitbildes – der Inklusionsgedanke und der gewaltfreie, wertschätzende Umgang miteinander – „viel Mut, Kraft und Beharrlichkeit“ erforderten. Deshalb wolle man sich an Rosa Parks Einsatz für ein respektvolles Miteinander orientieren. Außerdem erfüllt die Bürgerrechtlerin nach Ansicht der Schule die formellen Bedingungen: Sie sei „weder politisch noch konfessionell gebunden und bereits gestorben.“ Natürlich war Parks nicht areligiös, sie war Methodistin, eine dem Protestantismus zugehörige theologische Richtung, die allerdings in Deutschland kaum vertreten ist. Überhaupt bildeten die schwarzen Kirchen damals das Herz der Bürgerrechtsbewegung, viele Geistliche führten sie an.

Allerdings trägt die Rosa-Parks-Schule den Keim des Untergangs in sich. Sie soll im Jahre 2024 auslaufen. Sie wird dann ebenso für ein Stück vergangene Schulgeschichte stehen wie die Lise-Meitner-Realschule, deren Name bis vor einigen Jahren an dem Gebäude am Berliner Ring prangte.

Überhaupt sind im Verlauf der letzten 25 Jahre in Monheim schon etliche Schulnamen untergegangen. Das betraf vor allem die Hauptschule, die in den 50er und 60er Jahren die weiterführende Schulform war, auf die die Mehrheit der Schüler nach der Grundschulzeit wechselte. Zuletzt litt sie aber unter dem Makel der „Restschule“. Zwei Schulnamen, die eng mit der Stadtgeschichte verbunden sind, sind Franz Boehm und Anton Schwarz. Nach dem katholischen Priester wurde eine katholische Hauptschule benannt, die erst im jetzigen Gebäude der Förderschule an der Krischerstraße untergebracht war und anschließend nach Baumberg in das Schulzentrum an der Geschwister-Scholl-Straße verlegt wurde. Die Hauptschule an der Erich-Klausener-Straße, für die der Gründer von Schwarz Pharma Pate stand, schloss im Juli 2016 endgültig ihre Tore. Stadtarchivar Michael Hohmeier, der den Nachlass verwaltet, berichtet, dass die Familie Schwarz der Schule nicht nur ihren Namen geliehen habe, sondern viel materielle Hilfe geleistet habe.

Nach den Geschwistern Scholl war eine Schule in Baumberg benannt ... Foto: dpa
... und nach Armin Maiwald benannt wurden. Foto: WDR
... ebenso eine nach Alexander von Humboldt, ehe beide verschmolzen... Foto: Keystone

So wie Wilhelm Busch, als er sich als ernsthafter Maler versuchte, seine Gemälde oft wie Improvisationen oder flüchtige Bildnotizen anlegte, war auch die nach ihm benannte Grundschule an der Oranienburger Straße ein Provisorium. „Sie bestand aus Pavillons“, weiß Hohmeier. Die Schule ging in der Schule am Lerchenweg auf. Ein Bürgerbegehren, das dies zu verhindern suchte, scheiterte. „Seit den 90er Jahren machten sich in den Grundschulen rückläufige Schülerzahlen bemerkbar, so dass Standorte zusammengelegt werden mussten“, sagt Hohmeier. In Baumberg verschmolzen die Geschwister-Scholl- und die Alexander-von-Humboldt- zur Armin-Maiwald-Schule. „Man wollte nicht der jeweils anderen Schule einen Namen überstülpen, deshalb hat man einen neuen Namen gewählt“, sagt Hohmeier. Er kann sich auch nicht erinnern, dass sich der Rat jemals gegen einen Namen  gewehrt habe. Man sei immer dem Vorschlag der Schulkonferenz gefolgt.