Monheim: Schwarz Pharma: 300 Jobs weg

Monheim : Schwarz Pharma: 300 Jobs weg

UCB und Betriebsrat haben sich über den massiven Stellenabbau beim traditionsreichen Medikamenten-Hersteller geeinigt.303 Menschen verlieren allein am Standort Monheim ihre Stelle. 60 davon können in der UCB-Gruppe bleiben.

Für seine deutschen Standorte hat sich das belgische Pharmaunternehmen UCB mit dem Gesamtbetriebsrat auf einen Interessenausgleich sowie sozialverträgliche Regelungen für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter geeinigt. Wie bereits im August berichtet hatte das biopharmazeutische Unternehmen angekündigt, sich künftig auf die Bereiche ZNS (Zentrales Nervensystem) und Immunologie zu konzentrieren und sich im Zuge dieser „Konzentration auf das Kerngeschäft“ von rund 570 Mitarbeitern (inklusive Außendienst) in Deutschland zu trennen.

Der Interessenausgleich sieht jetzt vor, dass 460 statt der im Sommer geplanten 570 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. „Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat verliefen hart, aber jederzeit fair. Wir haben aber am Ende mit den Arbeitnehmervertretern ein konstruktives Ergebnis für unsere Standorte erzielt“, sagt Martin Schneider, in Monheim sitzender UCB-Vizepräsident für „Human Resources“.

Vorruhestand

In Monheim werden insgesamt 303 Menschen ihre Stelle verlieren. Davon erhalten 60 einen Arbeitsplatz an anderen Standorten der UCB-Gruppe. Darüber hinaus sind 149 der Außendienstmitarbeiter von dem Personalabbau betroffen sowie acht Mitarbeiter im Werk Zwickau. Für 58 der 460 Arbeitnehmer wurde ein Vorruhestandsmodell verabschiedet, das einen sozialverträglichen Übergang in die gesetzliche Rente vorsieht. Zudem werden 50 der ursprünglich 149 sofort betroffenen Außendienstmitarbeiter noch bis Ende 2009 im Unternehmen verbleiben. Schließlich hat sich UCB mit dem Betriebsrat in Deutschland auf Regelungen geeinigt, die zusätzlich zu Abfindungsleistungen insbesondere die Weiterqualifizierung und Vermittelbarkeit der betroffenen Mitarbeiter in den Vordergrund stellen.

Die Nachricht vom Stellenabbau hatte die Mitarbeiter der einst selbständigen Schwarz Pharma im Sommer kalt erwischt. Denn mit dem damals angekündigten und jetzt überwiegend auch umgesetzten Stellenabbau übertrafen die Akteure aus Brüssel und Monheim selbst die schlimmsten Erwartungen. „Für das eine Drittel tut es mir unendlich leid. Aber nur dieser Schnitt ermöglicht den anderen zwei Dritteln eine tragfähige Zukunft“, hatte Konzern-Sprecherin Antje Witte damals die Botschaft des „Shape“ (englisch: „in Form bringen“) genannten Programms auf den Punkt gebracht. Bei dem Abbau handelt es sich nach Wittes Angaben nicht um ein klassisches Kostensenkungsprogramm, bei dem flächendeckend ausgedünnt wird, sondern um eine Konzentration auf das künftige Kerngeschäft. Dazu zählen aus Sicht der UCB-Gruppe vor allem Medikamente für ZNS-Krankheiten wie Epilepsie, Parkinson und ruhelose Beine sowie Präparate gegen rheumatoide Arthritis. Durch den Rost fällt dagegen der allgemeinmedizinische Bereich.

(RP)
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