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Monheim: Schulen fürchten um Lehrerstellen

Monheim : Schulen fürchten um Lehrerstellen

Bisher waren die Kinder von Asylsuchenden von dem strategischen Ziel der Stadt, die Bildungschancen aller Kinder zu verbessern, nicht erfasst. Diese zehn- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen, deren Familien aus Ex-Jugoslawien stammen, haben zum Teil noch nie eine Schule besucht, und wenn, dann nur unregelmäßig.

Sie beherrschen oft nicht einmal die Sprache ihres Heimatlandes. "Sie bringen auch nicht die erforderlichen feinmotorischen Voraussetzungen für einen halbwegs erfolgreichen Schulbesuch mit, etwa die Fähigkeit, einen Stift zuhalten", erklärt Peter Heimann, Leiter des Bereichs Schule.

Für sie soll vor Ort ein niedrigschwelliges pädagogisches Angebot geschaffen werden, eine Art Vorbereitungsklasse. Dafür soll ein multiprofessionelles Team aus Sozialpädagogen und einem Lehrer eingesetzt werden. Um einen Zugang zu diesem Personenkreis zu gewinnen, sollen vielfältige sportliche und kreative Angebote für die Kinder eingerichtet werden. Später sollen diese Kinder dann an die Sekundar- und Gesamtschule vermittelt werden, die bei der Schulaufsicht zusätzliche Lehrerstellen für die Sprachförderung beantragen können.

Der zu erwartende Flüchtlingsstrom löst indes vor allem in den Grundschulen die Furcht aus, dass diese Lehrerstellen künftig nur noch den Flüchtlingskindern vorbehalten sind, die über gar keine Deutschkenntnisse verfügen.

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"Von den 60 Prozent der Kinder an meiner Schule mit Migrationshintergrund beherrschen auch nur etwa 20 Prozent die deutsche Sprache", gibt Achim Nöhles, Leiter der Schule am Lerchenweg, zu bedenken. Der Rest spreche nicht gut genug Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können, um etwa das mathematische Problem einer Textaufgabe zu verstehen. Für ihre Förderung habe er eine halbe Stelle beantragt. Voraussetzung für die Bewilligung ist, dass man ein Konzept zur Integration dieser Kinder vorweisen kann. Die meisten Schüler in seiner Schule stammten aus dem EU-Ausland - Türkei und Marokko.

Flüchtlingskinder seien nicht darunter. Auch die Hermann-Gmeiner-Schule hatte 1,5 Stellenanteile für die Förderung von Kindern ohne jegliche Deutschkenntnisse beantragt. "Momentan haben wir 16 Kinder, die vor allem aus dem EU-Ausland zugewandert sind und null Deutschkenntnisse haben", berichtet Claudia Ullenboom. Eine solch massive Steigerung wie in den letzten Monaten habe sie noch nicht erlebt. Die Integrationsstellen würden aber auch für die Zweitförderung von Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen genutzt.

(elm)