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Langenfeld: Schülerkonzerte sind Kult im Advent

Langenfeld : Schülerkonzerte sind Kult im Advent

Die Weihnachtskonzerte des Konrad-Adenauer-Gymnasiums werden ab Sommer vorbereitet. Die Stadthalle ist jeweils an zwei Tagen ausverkauft. Die Instrumente wirken mitunter skurril.

Kölsch oder Alt — die Frage der Biersorte gilt besonders zwischen Köln und Düsseldorf als brisant. Irgendwo zwischen der Stadtmitte und dem Reusrather Süden verläuft der "Altbieräquator". Auch wenn die Rivalität zwischen den Biersorten fast schon traditionell ist: vertont wurde sie bisher nicht. Als Percussion-Stück begeisterte sie jetzt das Publikum der vollbesetzten Langenfelder Stadthalle. Mit einem eigenen Arrangement und zu "Drink doch eene mit" von den Bläck Fööss trommelten etwa 20 Schüler mit Bechern auf Bierbänken — ein ungewöhnliches Spektakel.

Seit 17 Jahren spielen Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG) kurz vor den Feiertagen für den guten Zweck. "Mittlerweile hat sich das Weihnachtskonzert zu einer fast professionellen Veranstaltung entwickelt", sagt Markus Pytlik (47), Mitbegründer und kreativer Kopf. Von den Anfängen in der engen Aula mit zusammengewürfeltem Programm ist nicht mehr viel übrig.

Inzwischen wird an zwei Abenden in der Woche vor Weihnachten die komplette Stadthalle angemietet, das Programm geht über zwei Stunden. Ob Schulchor, Rock-AG, Instrumentenklasse oder Musikkursus - über mangelnde Vielfalt und Ensembles kann sich Pytlik nicht beklagen. "Es ist eher so, dass es nicht alle die teilnehmen wollen auch ins Programm schaffen", sagt er.

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Schon nach den Sommerferien beginnen die ersten Vorbereitungen. So kommen qualitativ hochwertige Beiträge der Ensembles auf die Bühne. Längst tritt zum Beispiel die BigBand auch auf außerschulischen Veranstaltungen auf. "Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht", findet Denise Bressau (16), die mit ihrem Musik-Grundkurs das Percussion-Stück eingeübt hat. "Man lernt vor allem etwas total Neues kennen." Musiklehrer Pytlik, der etwa die Hälfte der Beiträge leitet, wagt sich regelmäßig an Skurriles.

Percussion-Nummern mit Besen, Händels "Halleluja" auf Schildern oder ein Vuvuzela-Konzert brachte er schon auf die Bühne. "Außergewöhnlich war sicher auch, als ich im Kilt 'leise rieselt der Schnee' auf dem Dudelsack gespielt habe", erinnert sich Pytlik mit einem Schmunzeln. "Das ist aber schon länger her."

Das Konzert lockt mit erstaunlicher Kontinuität insgesamt rund 600 Besucher in die Stadthalle. Auch in diesem Jahr waren beide Abende restlos ausverkauft. Die Miete des großen Saals übernahm die Stadtsparkasse Langenfeld, so dass alle gesammelten Spenden ausschließlich dem guten Zweck zu Gute kommen konnten — in diesem Jahr dem Verein "Soziale Brennpunkte".

Thomas Haverkamp (20), Vizepräsident des Vereins, freut sich über die Kooperation mit der Schule. "Das Geld bedeutet enorm viel für uns", erklärt der ehemalige Schüler des KAG. "Ohne Spenden würde unsere Arbeit überhaupt nicht existieren." Der Verein soziale Brennpunkte wurde im Jahr 1973 von Schülern des KAG gegründet und sind seit fast 30 Jahren als gemeinnützige Organisation anerkannt. Gespräche mit ehemaligen Lehrern sorgten dafür, dass sich nun dank des Benefiz-Konzertes der Kreis zwischen Schule und Verein schließt.

Konkrete Pläne für die Verwendung des Geldes gibt es laut Haverkamp bereits. "Wir wollen unsere Räume komplett renovieren. Außerdem werden wir einen Teil des Geldes anlegen und in unser Freizeitangebot investieren." Der genaue Spendenbetrag steht noch nicht fest. Der Verein wird - an Zahlen des Vorjahres und ersten Schätzungen orientiert — etwa 4000 Euro erhalten. Falls nichts dazwischen kommt, wird auch 2014 wieder für eine Langenfelder Einrichtung musiziert.

(mol)