Langenfeld: Schüler stellen Aufsicht fürs Schulklo

Langenfeld : Schüler stellen Aufsicht fürs Schulklo

Die Toiletten stanken so sehr, dass Schüler, Eltern und Lehrer am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Langenfeld eine "Klo AG" gründeten. Nach gut einem halben Jahr sind die Toiletten benutzerfreundlicher geworden, so das Fazit.

Ute Lichte, gerade wiedergewählte Schulpflegschaftsvorsitzende des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG), zieht zufrieden Bilanz. Die Toiletten an dem Langenfelder Gymnasium werden sauberer. "Die Mühlen mahlen, aber langsam", umschreibt sie den Stand der Dinge.

Zum Hintergrund: Im Februar war die Situation an der Schule nicht mehr zu ertragen. Die Toiletten stanken buchstäblich zum Himmel. Die damaligen Schülersprecher Anton Clasen, Simon Gerlach und Lukas Wolff ergriffen die Initiative und machten ihrerseits Stunk. Sie gründeten gemeinsam mit Lehrern und Eltern eine "Klo-AG". Partner ist die Stadtverwaltung als Trägerin des Schulgebäudes. "Es gibt eine Absprache mit der Verwaltung, dass Zug um Zug gearbeitet wird. Erst die Schüler, dann die Stadt, und umgekehrt", erläutert Lichte das Konzept.

Kleine Schritte sind schon getan. "Was kaputt war, ist repariert worden", sagt Lichte. "Toilettenbrillen und Klodeckel sind ausgetauscht worden", berichtet die Schulpflegschaftsvorsitzende. Duftspender helfen inzwischen gegen den Übelkeit hervorrufenden Gestank in den Sanitäreinrichtungen. Die Schüler waren ebenfalls aktiv.

Sie haben nach den Sommerferien den geforderten Aufsichtsplan für die Toilettenanlagen in Angriff genommen. Die neue Schülersprecherin Nika Jockenhöfer ist bereit, gemeinsam mit zwei weiteren Mädchen aus der Schülervertretung die Aufgaben ihrer Vorgänger fortzuführen. "Die Listen sind jetzt fast fertig", sagt Lichte. Sie sollen bald der Verwaltung übergeben werden, damit diese das Geld freigibt für weitere Verbesserungen.

"Noch sind die Schüler nicht an uns herangetreten", sagt Ulrich Moenen, als Fachbereichsleiter im Rathaus für Schulen zuständig. Er unterstützt die Initiative des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. "Es ist gut, wenn Schüler, Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen", sagt er. Das gewährleiste auch, dass Schüler die Verantwortung für nutzbare Toilettenanlagen übernehmen. "Das war Voraussetzung für die Kooperation - ebenso wie die Kontinuität."

50 000 Euro hat der Schulausschuss im Februar für Sanierung und Neugestaltung der Sanitäranlagen in Aussicht gestellt. Ein Teil davon könnte jetzt abgerufen werden. "Sobald die Schüler kommen, werden wir besprechen, was getan werden muss", sagt Moenen. Lichte hat den Plan schon klar vor Augen. "Jetzt wären die Jumborollen dran", sagt sie. Diese sollen die Ständer, die im Vorraum stehen und lediglich kleine Rollen Toilettenpapier bereithalten, ersetzen. Darüber hinaus müssten die Löcher in den Wänden der WC-Räume verputzt und neu gestrichen werden. Auch Spiegel wünschen sich die Schüler.

Lichte hofft, dass das Maßnahmepaket bis Dezember in die Tat umgesetzt sein wird. Dann sind die Schüler am Zug und müssen zeigen, dass es mit der Aufsicht klappt. Dies sei allerdings nicht ganz so einfach, räumt Lichte ein. Denn es gibt zwei Toilettengebäude sowie mehrere Einzel-WC auf dem Schulgelände. "Diese alle zu überwachen ist kaum möglich", sagt die Pflegschaftsvorsitzende. "Außerdem muss ein Umdenken stattfinden." Knapp 40 Toiletten gibt es an der Schule für 1200 Schüler. Aber ein Anfang sei gemacht.

Das ist offenbar mehr, als andere Schulen von sich sagen können. Denn die halten in Sachen Schulklo am liebsten dicht. Am Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim lässt der stellvertretende Schulleiter Ralf Klein ausrichten, dass er dazu nichts zu sagen habe. Auch an der Peter-Ustinov-Gesamtschule in Monheim war der stellvertretende Schulleiter Ralf Grießmann für dieses Thema nicht zu erreichen.

(RP)