Langenfeld: Schüler arbeiten in Schuhmodell-Fabrik

Langenfeld : Schüler arbeiten in Schuhmodell-Fabrik

Langenfelder Gymnasiasten brachten bei der Firma Ara ihre Arbeitskraft ein, um Bildungsprojekte in Afrika zu fördern.

50 Euro in zweieinhalb Stunden verdienen - das ist kein schlechter Stundenlohn. So viel haben die Schüler der Klasse 9 c des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG) jetzt für ihre Arbeit bei der Ara Shoes AG bekommen. Für das Geld hätten sie sich so manches kaufen können. Das haben sie aber nicht gemacht, geben ihren Lohn lieber anderen. Doch nicht nur sie engagierten sich vollkommen uneigennützig, sondern auch die Ara Shoes AG.

Zum elften Mal veranstaltete der Verein Aktion Tagwerk die Kampagne "Dein Tag für Afrika". Die Idee dahinter ist, dass die Schüler anstatt in die Schule arbeiten gehen und ihren "Lohn" spenden. Bundesweit waren rund 180 000 Mädchen und Jungen dem Aufruf der Aktion Tagwerk gefolgt, der die Erlöse Bildungsprojekten in fünf afrikanischen Länder zukommen lässt. Die 32 Schüler der Klasse 9 c haben mit ihrer Arbeit rund 1600 Euro Spenden erwirtschaftet.

Zwölf von ihnen erhielten einen Tag lang Einblicke in die verschiedenen Referate des Rathauses, in die Arbeit einer Feuerwache und die eines integrativen Kindergartens. Die übrigen 20 Schüler leisteten ihre Stunden bei der Ara Shoes AG.

So auch die 15-jährige Lina Hälbig, die an einer Maschine Schuhteile klebte. "Es war in jedem Fall eine gute Erfahrung. Aber mein Beruf soll das später nicht sein", sagte sie. Dass es innerhalb von nur zweieinhalb Stunden schwer ist, um Nachwuchs zu werben, ist Holger Schäfer klar. Er ist Leiter der Produktion und Technik bei Ara. Darum würde es an diesem Tag aber auch nicht gehen, sondern allein um den guten Zweck.

"Für die Nachwuchswerbung gehen wir an Aktionstagen gezielt in die Schulen oder zeigen bei Lehrstellenaktionen Präsenz", erklärte Schäfer. Denn es ist nicht immer einfach, die Ausbildungsstellen zu besetzen; gerade im gewerblichen Bereich sei das schwierig. "Der Beruf des Schuhfertigers erscheint vielen Jugendlichen nicht besonders attraktiv, außerdem ist er relativ unbekannt", sagte der 49-jährige Leiter. Neben der Ausbildung zum Schuhfertiger bietet die Firma Ara noch die Ausbildung zur Fachkraft für Lederverarbeitung und die zum Industriekaufmann und zur Industriekauffrau an.

Momentan beschäftigt der Schuhhersteller rund 27 Azubis, die auch "fast immer übernommen werden. Besonders im gewerblichen Bereich haben wir ja eine große Verantwortung, denn da gibt es sonst hier im Umkreis nichts", sagte Schäfer. Die gute Wirtschaftslage wirkt sich ebenfalls positiv auf die großen Chancen der Azubis aus, später im Betrieb übernommen zu werden.

"In der deutschen Schuhindustrie ist in diesem Jahr bisher ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen", berichtete Schäfer. Schon für das Jahr 2013 konnte Ara eine Umsatzsteigerung verzeichnen; gegenüber dem Jahr 2012 hätten sie einen Zuwachs von 2,75 Prozent gehabt. Mit mindestens dem gleichen Zuwachs rechnet Holger Schäfer ebenfalls für das Wirtschaftsjahr 2014, und auch der zukünftigen Entwicklung sieht er positiv entgegen.

(RP)